37. Sieg: Jenny Wolf überflügelt Garbrecht

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Deutsche Presse-Agentur

Jenny Wolf stürmte mit ihrem grandiosen „Dreierpack“ auf Platz vier der Sieger-Rangliste, Anni Friesinger konnte nach ihrem Vortags-Dämpfer am Sonntag schon wieder strahlen:

Einen Tag nach ihrem Flachland-„Weltrekord“ von 37,51 Sekunden sprintete Jenny Wolf im zweiten 500-Meter-Rennen des Eisschnelllauf-Weltcups im russischen Kolomna mit 37,67 Sekunden erneut zu einer Weltklasse-Zeit. Mit dem dritten Erfolg im dritten 100-Meter-Rennen des Winters krönte sie ihr tolles Wochenende (10,33) und setzte sich vor Judith Hesse (Erfurt/10,56) durch. Anni Friesinger verpasste in Kolomna über 1000 Meter ihren ersten Weltcupsieg der Saison nur um den Wimpernschlag von 0,02 Sekunden und stellte sich dabei viel stärker vor als zum Auftakt.

Mit ihren Weltcupsiegen 35 bis 37 hat Jenny Wolf nun auch die Berliner Ex-Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt überflügelt und den vierten Platz in der „Hit-Liste“ aller Weltcuprennen seit 1985 erobert. Vor ihr rangieren jetzt nur noch Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt/98), Bonnie Blair (USA/69) und Anni Friesinger (Inzell/55).

„Das tolle Publikum hier hat mich beflügelt. Das hat Spaß gemacht, da hatte man schon vorher gute Laune“, meinte Jenny Wolf und winkte den 6000 Zuschauern zu. Auch über die unbequemere zweite Innenkurve war der Sprint-Vizeweltmeisterin von Moskau eine Glanzvorstellung gelungen. „Aber perfekt war das noch nicht.“ Damit steht die die zweimalige 500-Meter-Weltmeisterin vor ihrem vierten Gesamtweltcup-Erfolg in Serie. Sie führt nach dem achten Sieg im zehnten 500-Meter-Rennen die Konkurrenz mit 885 Punkten überlegen vor der Südkoreanerin Lee Sang-Hwa (590) an und ist bei noch drei ausstehenden Rennen kaum noch von der Spitzenposition zu verdrängen.

Tags zuvor war sie mit durchschnittlich 47,98 Stundenkilometern zur schnellsten Zeit außerhalb der beiden Hochlandbahnen in Calgary und Salt Lake City gesprintet und hatte den insgesamt 60. Weltcup- Erfolg deutscher Sprinterinnen über 500 Meter erkämpft. „Das waren Rennen, genau wie wir sie brauchten. Jetzt sieht es nicht schlecht aus mit Blick auf die WM“, lobte ihr Trainer Thomas Schubert. Offenkundig war in Kolomna aber der weitere Vormarsch der Chinesinnen Jin Peiyu und Yu Jing auf beiden Strecken, wenn auch Weltmeisterin Wang Beixing erneut fehlte, um sich in Calgary auf die Universiade in Harbin und die WM in Vancouver vorzubereiten. „Wer nicht da ist, kann nicht gewinnen“, meinte Bundestrainer Markus Eicher lapidar.

Auch Anni Friesinger verließ Kolomna mit positiven Gefühlen. Nachdem sie nach dem sechsten Platz zum Auftakt noch von einem „saft- und kraftlosen Lauf“ gesprochen hatte, war ihr 1000-Meter-Rennen in 1:15,81 Minuten am Sonntag viel flüssiger. Nur Vortags-Siegerin Margot Boer (Niederlande) war mit Bahnrekord von 1:15,79 Minuten noch ein wenig schneller. „An dieses Auf und Ab muss ich mich nach der langen Pause gewöhnen, die Leistungen sind noch nicht konstant. Schade, dass ich den Sieg so knapp verpasst habe, aber heute war ich zufrieden. Vor allem die letzte Runde gibt mir Zuversicht“, sagte Friesinger. „Das war ein Klasselauf, sehr aggressiv“, meinte Eicher.

Für das beste Resultat der Herren sorgte der Berliner Samuel Schwarz, der als Zehnter in 1:09,90 über 1000 Meter beim erneuten Sieg des Kanadiers Denny Morrison (1:08,53/Bahnrekord) seine erste Top-10-Platzierung der Saison verbuchte. Zuvor hatte der Chemnitzer Nico Ihle über 500 m seinen beste Zeit auf einer europäischen Bahn verbucht und war in 35,76 in der B-Gruppe Vierter geworden. Sieger wurde der der Amerikaner Tucker Fredericks in 34,81 Sekunden.

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