22 Tote nach Panik in Fußballstadion in Abidjan

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Bei einem Qualifikationsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zwischen der Elfenbeinküste und Malawi (5:0) ist es in Abidjan zu einer Massenpanik gekommen, bei der nach Behördenangaben 22 Menschen starben.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete, tausende Menschen hätten versucht, ohne Eintrittskarten in das ausverkaufte und bereits völlig überfüllte Houphouet-Boigny-Stadion zu drängen und das Qualifikationsmatch zwischen Elfenbeinküste und Malawi zu sehen. Eine Mauer stürzte unter dem Druck der Menge zusammen, in der folgenden Massenpanik wurden mehr als 130 Menschen verletzt.

Mit Blick auf das Unglück in Abidjan haben die Organisatoren der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ähnliche Vorfälle für das Turnier 2010 ausgeschlossen. Probleme, die in Afrika oft zu einer Massenpanik führten, würden bei der WM kein Thema sein, versicherte ein Sprecher der Turnier-Organisatoren in Johannesburg. In Afrika würden viele Fans ihre Eintrittskarten erst kurz vor Spielbeginn am Stadion kaufen. Dabei könne die ungeduldige Menge eine Panik verursachen. Bei der WM müssten Tickets aber schon im Vorfeld gekauft werden. Menschen ohne Karten sollen bereits Kilometer vor dem Stadion gestoppt werden.

Nach Berichten örtlicher Medien hatte die Polizei in Abidjan versucht, die Menge zu beruhigen. Dabei soll auch Tränengas eingesetzt worden sein. Zu dem Unglück kam es noch vor dem Anpfiff. Dennoch fand das Spiel wie geplant statt. Die Aufregung in Elfenbeinküste war besonders groß, da auch der Nationalspieler und Chelsea-Stürmer Didier Drogba an dem Match teilnahm. Drogba gilt nicht nur in seiner Heimat, sondern in ganz Afrika als Idol fußballbegeisterter Fans.

In afrikanischen Fußballstadien ist es wiederholt zu Massenpaniken gekommen. Erst im September vergangenen Jahres waren im Kongo 13 Menschen ums Leben gekommen, als sich der Zorn der Fans an angeblicher Hexerei der gegnerischen Mannschaft erzürnte. Im Sudan waren im Juli 23 Menschen bei einem Massenansturm auf das Al- Mirriech-Fußball-Stadion, in dem eine Militärdienstfeier stattfinden sollte, im Gedränge getötet worden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen