15-Jährige verwundert in Wimbledon: „Kann jede schlagen“

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Cori Gauff
Sorgt in Wimbledon weiter für Furore: Cori Gauff. (Foto: Mike Egerton/PA Wire / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Kristina Puck

Cori Gauff verzückt Wimbledon. Mit ihrer Unbekümmertheit, Coolness und spielerischen Klasse verwundert die erst 15-Jährige auf der berühmtesten Tennis-Bühne der Welt. Schon werden Erinnerungen wach an einstige Tennis-Wunderkinder wie Jennifer Capriati und Martina Hingis.

Und gegen die slowenische Weltranglisten-60. Polona Hercog muss am Freitag noch lange nicht Schluss sein. Behält Gauff ihre in ihrem Alter erstaunliche Konstanz bei, dürfte ein Teenager die begehrte zweite Woche erreichen.

„Ich denke, ich kann jede schlagen, die auf der anderen Seite des Netzes steht“, sagte die US-Amerikanerin forsch, als sie am Mittwochabend gerade den zweitgrößten Court der altehrwürdigen Anlage an der Londoner Church Road verließ. Tränen wie zwei Tage zuvor nach ihrem Coup über ihr Idol Venus Williams flossen diesmal nicht. Berührt aber war die jüngste Teilnehmerin im Feld schon: „Es passiert so viel, ich bin immer noch geschockt, dass ich hier bin“, sagte sie.

Doch auch Magdalena Rybarikova hatte zu spüren bekommen, wie erstaunlich weit Gauff in ihrer Entwicklung schon ist. Momentan listet die Weltrangliste die Slowakin zwar nur auf Position 139 auf, vor zwei Jahren stand Rybarikova in Wimbledon aber sogar im Halbfinale. Die erfrischende Gauff, genannt Coco, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, trat mit einer überraschenden Selbstsicherheit auf, erlaubte ihrer Gegnerin keinen einzigen Breakball und setzte ihren Erfolgslauf mit einem 6:3, 6:3 souverän fort.

Die meisten Talente in ihrem Alter touren von Jugendturnier zu Jugendturnier, Gauff besiegt ihr Vorbild und eine routinierte Spielerin wie die doppelt so alte Rybarikova. Wie normale Jugendliche entspannt Gauff gern mit den sozialen Medien, schaut sich etliche YouTube-Videos an und lenkt sich selbst vor einem Match mit Schmink-Tipps ab. Doch die Tochter von Corey und Candi Gauff hinterlässt auch den Eindruck, dass sie sich auf der großen Bühne sehr wohlfühlt. Sportlich setzt sie sich keine Grenzen, verkörpert die Sichtweise, mit harter Arbeit sei alles möglich. „Ich will die Größte werden“, sagte sie schon nach ihrem Auftakterfolg: „Ich will den Titel gewinnen.“ Bis dahin sind es nun noch fünf Siege.

Als jüngste Spielerin überhaupt hatte die 15-Jährige aus Delray Beach die Qualifikation für Wimbledon überstanden, marschierte in insgesamt fünf Partien ohne Satzverlust durch. „Wimbledon wird verrückt nach Coco“, titelte die „Daily Mail“ am Donnerstag. Einst war Capriati, ebenfalls US-Amerikanerin, mit 14 Jahren und 90 Tagen noch jünger als Gauff, als sie erstmals in Wimbledon antrat.

In den letzten Tagen war viel auf den Teenager eingeprasselt. Etliche Stars hätten sich bei ihr nach ihrem Erfolg über die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus Williams gemeldet, schilderte sie. So viele, dass sie sie gar nicht aufzählen könne: „Ich könnte lügen und sagen, ich habe mich normal gefühlt. Es war echt schwer, mich auf mein nächstes Match zu konzentrieren.“

Tennis-Ikone John McEnroe glaubt, dass sie an Titelverteidigerin Angelique Kerber, Australian-Open- und US-Open-Siegerin Naomi Osaka und der Weltranglisten-Ersten Ashleigh Barty früh vorbeiziehen wird. „Wenn sie nicht die Nummer eins der Welt ist, wenn sie 20 ist, werde ich absolut schockiert sein“, sagte der US-Amerikaner. Als Nummer 313 der Welt war Gauff ins Turnier gestartet, mit ihrem Drittrunden-Einzug rückt sie vorerst unter die besten 200 vor.

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