Grammozis kritisiert Schalker - Abstieg fast schon besiegelt

SC Freiburg - FC Schalke 04
Freiburgs Lucas Höler (l) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit den Mannschaftskameraden Ermedin Demirovic (M) und Roland Sallai (r). (Foto: Tom Weller / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christoph Lother

Dimitrios Grammozis war bedient. „Verwundert“ sei er über den schwachen Auftritt seiner Mannschaft gewesen, sagte der sichtlich verärgerte Trainer des FC Schalke 04 nach der „total verdienten“ 0:4 (0:2)-Niederlage beim SC Freiburg.

„Mit der Art und Weise, wie wir uns hier präsentiert haben, bin ich nicht zufrieden“, kritisierte der 42-Jährige die leidenschaftslose Darbietung seiner Spieler. „Da müssen wir den Hebel so schnell wie möglich umlegen.“

Die zarten Hoffnungen des abgeschlagenen Tabellenletzten auf eine mögliche Wende im Saisonendspurt haben einen herben Dämpfer erhalten. Bereits am kommenden Dienstag bei Arminia Bielefeld könnten die Königsblauen zum vierten Mal aus der Fußball-Bundesliga absteigen. Lucas Höler (7. Minute), Roland Sallai (22./Foulelfmeter) und Christian Günter (50./74.) trafen für die Breisgauer, die nach vier Niederlagen in den vorangegangenen fünf Partien zumindest ihre kleine Chance auf eine Europapokalteilnahme wahrten.

Die Schalker, die gegen den FC Augsburg (1:0) vorige Woche ihren ersten Sieg seit mehr als drei Monaten gefeiert hatten, liegen weiter satte 13 Punkte hinter dem Relegationsplatz 16 - und das bei nur noch fünf ausstehenden Spielen. 20 Niederlagen gab es für den Revierclub in dieser Saison nun bereits. Einzig in der Spielzeit 1982/1983 kassierte er schon einmal so viele - und stieg am Ende ab.

Vom Anpfiff weg waren die Gastgeber vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne darum bemüht, das kleine bisschen Euphorie, das die Schalker aus der Vorwoche mitgenommen hatten, wieder einzudämmen - und es gelang ihnen. Die Badener dominierten und ließen in der ersten Hälfte nicht einen Schalker Torschuss zu. „Wir hatten eine Überzeugung mit und gegen den Ball, waren sehr griffig“, lobte Trainer Christian Streich seine Freiburger. Bei ihren Treffern profitierten sie aber auch von den Fehlern der Gäste.

So ging dem frühen 1:0 ein miserabler Klärungsversuch von Schalkes Verteidiger Benjamin Stambouli voraus. Baptiste Santamaria nutzte den Platz auf der rechten Seite und gab den Ball scharf nach innen, am zweiten Pfosten versenkte Höler. Rund eine Viertelstunde später fuhr die Sturmhoffnung der Königsblauen, Klaas-Jan Huntelaar, im eigenen Strafraum gegen Sallai den Arm aus. Schiedsrichter Tobias Reichel sah sich die Szene nach einem Hinweis des Video-Assistenten noch einmal an und entschied auf Elfmeter - Sallai traf flach und mittig zum 2:0.

Mit dem 3:0 kurz nach der Pause war die einseitige Partie dann auch schon entschieden. Nach einem Ballverlust des Schalkers Suat Serdar bediente Sallai Günter - und der Kapitän schoss ins rechte untere Eck ein. Es war bereits das 74. Gegentor für die Schalker in dieser Saison. Nummer 75 verhinderte Keeper Ralf Fährmann zunächst noch knapp, als er einen Freistoß von Jonathan Schmid über die Latte lenkte (55.). Bei einem weiteren Schuss von Günter war der Torhüter dann aber machtlos. Aus gut 20 Metern jagte Freiburgs Verteidiger den Ball hoch ins rechte Eck und schnürte so den Doppelpack.

Schalke, das auswärts seit 25 Liga-Spielen sieglos ist, blieb auch in der zweiten Halbzeit weitgehend harmlos. Die beste Gelegenheit hatte Huntelaar, der fünf Minuten vor Schluss an Freiburgs Schlussmann Florian Müller hängen blieb. „Bis zum Zeitpunkt gegen Augsburg haben es die Spieler richtig toll gemacht, eine super Intensität gefahren. Heute ist ein Rückschlag da“, sagte Grammozis über den nahenden Abstieg. „Wir gucken von Spiel zu Spiel. Alles andere wird dann passieren, wenn es passieren soll.“ Und das könnte schon bald sein.

© dpa-infocom, dpa:210417-99-244695/3

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