0:1 gegen Leverkusen - Der VfB kommt einfach nicht voran

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VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen
Leverkusens Kai Havertz verwandelt den Elfmeter zum 1:0 und sorgt damit für das Tor des Tages. (Foto: Marijan Murat / DPA)

Die Konjunktiv-Wochen am Stuttgarter Wasen hören einfach nicht auf. Hätte der VfB eine seiner Chancen genutzt, hätte sich das Team beim 0:1 (0:0) gegen Leverkusen endlich einmal für die Mühen belohnt, hätten die sonst verschmähten ihrem Trainer mal bewiesen, dass er all die Wochen falsch lag, ja dann hätte der VfB Stuttgart im Abstiegskampf wohl etwas aufatmen können.

Doch all die hätte, wäre, wenn sind nur Gedankenspiele. Realität ist die nächste Niederlage und ein Verharren auf dem Relegationsrang der Bundesliga - und das mit einem FC Nürnberg im Nacken, der durchaus im Aufwind ist und mit einem Sieg dran wäre an den Schwaben. Doch all das wissen die Akteure selbst am besten.

Von den Problemen in Nürnberg ist nichts mehr zu sehen

Dabei ging es wieder einmal recht gut los. Die Stuttgarter störten früh, gingen mit Aggressivität in die Zweikämpfe und ließen den Leverkusenern wenig Raum. Als hätten sie nun endlich verstanden, worum es geht, zeigten die VfB-Akteure richtigen Abstiegskampf und auch spielerische Klasse.

Hatten sie beim Unentschieden vor einer Woche gegen Nürnberg noch Probleme mit der Favoriten- und Spielmacherrolle, konnten sie nun hoch stehen und früh anlaufen.

Daniel Didavi (45.) gab den Aktivposten hinter beziehungsweise zwischen den Spitzen, Alexander Esswein zeigte, dass auch er gefährlich sein kann (14.) und auch Santiago Ascacibar blieb ein auffälliger Aktivposten. Dass Nicolas Gonzales, der Mario Gomez auf die Bank verdrängt hatte, seine Schnelligkeit nur selten ausspielte und kaum gefährlich wurde, blieb zu bemängeln.

Trotz aller Probleme bleibt das Spiel ausgeglichen

Doch ab der 20. Minute ließen sich die Stuttgarter immer mehr zurückdrängen, zeigte auch das Team von Peter Bosz seine unbestrittenen spielerischen Qualitäten. Vor allem Nationalspieler Julian Brandt war emsig im Drang nach vorn, verzettelte sich aber in seiner Schnelligkeit häufig. Die VfB-Angriffe wurden seltener und weniger druckvoll, doch blieb es ein ausgeglichenes Spiel.

Diesmal kämpften die Mannschaftsteile füreinander. Didavi warf sich am eigenen Sechzehner in einen Schuss und auch Offensivakteur Steven Zuber war verstärkt in den Defensivverbund eingebunden. Doch für mehr als ein 0:0 nach 45. Minuten reichte es bis dahin nicht.

Und selbst das war noch schmeichelhaft, da Kevin Volland (45 +1) freistehend an VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler scheiterte. Doch wenigstens ersparte sich das Team von Markus Weinzierl durch seine Leistung dieses Mal die Pfeiffbegleitung durch die Fans beim Gang in die Kabine.

Havertz verwandelt Elfmeter

Die zweite Halbzeit plätscherte dann so vor sich hin. 15 Minuten waren gespielt, als Leverkusen zumindest Zieler ein wenig prüfte.

Kurzer Jubel kam in der Stuttgarter Arena erst wieder auf, als der Rückstand von Hannover 96 verkündet wurde. Zumindest die abgeschlagenen Niedersachsen scheinen - anders als die ewig kämpfenden Nürnberger - keine Gefahr mehr für den VfB darzustellen.

Dass es dann ganz still wurde, lag an Kai Havertz (64.), der einen Elfmeter eiskalt verwandelte. Doch was war passiert? Eben jener Havertz war es, der Volland im Sechzehner bediente. Gonzales Castro rempelte ungestüm, Volland sank danieder, Pfiff, Elfmeter.

Bad Cannstatter lassen die nächste Chance auf dem Weg zur Rettung liegen

Weinzierl handelte, brachte den flinken Erik Thommy sowie Anastasios Donis, die er viele Wochen verschmäht hatte und hoffte auf die Wende. Doch weder sie noch der eingewechselte Gomez konnten die hakende Offensive beleben.

Gute Ansätze versandeten meist weit abseits des gegnerischen Tores. Ein aggressives Auftreten war nur noch von Ascascibar hervorzuheben, der dann nach einer Rangelei mit Havertz (90+1) einige Minuten vor seinen Kollegen duschen durfte.

Und so war das Hoffen am Wasen wieder einmal vergeblich. So lassen die Bad Cannstatter die nächste Chance auf dem Weg zur Rettung liegen und sind nun beim möglicherweise vorentscheidenden Schwaben-Derby (Sa., 15.30/Sky) beim FC Augsburg umso mehr gefordert.

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