Überraschung durch Bachmann - Wilhelm will Gelb

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Deutsche Presse-Agentur

Die junge Tina Bachmann hat den ersten großen Erfolg ihrer Biathlon-Karriere gefeiert; Kati Wilhelm ist nur noch wenige Punkte vom Weltcup-Gesamtsieg entfernt.

Die dreimalige Olympiasiegerin hat vor dem großen Finale am Wochenende in Sibirien nur noch elf Zähler Rückstand auf Helena Jonsson. Beim Überraschungssieg von Tina Bachmann aus Schmiedeberg vor Simone Hauswald aus Gosheim vergab die dreimalige Olympiasiegerin durch Rang 20 über die 7,5 Kilometer in Chanty Mansijsk die große Chance, noch näher an die Schwedin heranzukommen. „Das ärgert mich schon ein wenig“, sagte Kati Wilhelm.

„Das ist unbeschreiblich. Ich kann es noch gar nicht fassen“, freute sich die 1,84 Meter große Tina Bachmann, die in der letzten Woche in Trondheim ihren Weltcup-Einstand im Sprint und der Verfolgung mit den Rängen 23 und 27 gegeben hatte. „Der Biathlon ist immer für Überraschungen gut. Aber ich habe sehr gut trainiert. Von alleine kommt es nicht“, sagte die Bundespolizistin. „Das hätte niemand für möglich gehalten“, meinte Bundestrainer Uwe Müssiggang, denn die junge Biathletin habe zuletzt am Schießstand den einen oder anderen Hänger gehabt. „Aber nun hat sie das meisterhaft gelöst“, sagte Müssiggang.

Mit der fünftschnellsten Laufzeit schaffte die 22 Jahre alte Tina Bachmann die faustdicke Überraschung. Kaltschnäuzig und fehlerfrei blieb sie am Schießstand. Sie hatte am Ende 3,6 Sekunden Vorsprung vor Simone Hauswald, mit der sie bei ihrem Debüt-Weltcup in Trondheim noch das Zimmer geteilt hatte. „Mich hat es wahnsinnig gefreut, dass sie gewonnen hat. Ich habe sie am Ende noch angefeuert“, sagte Simone Hauswald und verriet: „Wir haben vor dem ins Bett gehen noch ein Zielwässerchen getrunken, das Tina von ihrer Oma bekommen hat.“

Besser treffen wollte auch Kati Wilhelm, doch sie leistete sich im Duell mit Helena Jonsson zwei Fehler am Schießstand. Das „Biathlon- Rotkäppchen“ hatte Glück, dass auch die Schwedin nicht nervenstärker war und zweimal in die Strafrunde musste. „Normalerweise kann ich es besser“, sagte die fünfmalige Weltmeisterin Kati Wilhlem.

Vor den letzten beiden Rennen mit der Verfolgung und dem Massenstart sicherte sich Helena Jonsson bereits den Sprint-Weltcup vor Magdalena Neuner, die am Freitag nach zwei Schießfehlern und bester Laufzeit Vierte wurde und nach den zehn Sprintrennen der Saison 14 Punkte Rückstand auf Jonsson hat.

Keine Neuigkeiten gab es im Fall um die Anschuldigungen über Doping-Praktiken in der ehemaligen DDR gegen Bundestrainer Frank Ullrich. Der Deutsche Skiverband (DSV) ist momentan dabei, die Kommission zusammenzusetzen, die sich mit dem Thema befassen soll. Hektik wird es aber nicht geben. „Es ist ja nicht so, dass Ullrich seinerzeit ungeprüft in den Dienst des Deutschen Skiverbandes kam, bereits 1991 und 1992 haben sich hochkarätig besetzte Kommissionen mit der Thematik und der Person Frank Ullrich beschäftigt“, sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach.

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