Özil bekennt sich „100-prozentig“ zu DFB

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Deutsche Presse-Agentur

Der frischgebackene Nationalspieler Mesut Özil schließt trotz der Statuten-Panne beim Deutschen Fußball- Bund (DFB) künftige Einsätze für die Türkei aus.

„Das spielt für mich keine Rolle, denn ich habe mich hundertprozentig für die deutsche Nationalmannschaft entschieden“, sagte der Profi vom Werder Bremen. Der 20-Jährige könnte trotz seines Zwölf-Minuten-Einsatzes für Deutschland in der Vorwoche beim Länderspiel gegen Norwegen (0:1) in Zukunft für die türkische Landesauswahl spielen, da es sich nicht um ein Wettbewerbsspiel handelte. Allerdings müsste Özil dafür die türkische Staatsbürgerschaft wieder annehmen, die er laut DFB- Generalsekretär Wolfgang Niersbach Ende 2007 abgegeben hatte.

Der entscheidende Passus in den Statuten des Weltverbandes FIFA war vom DFB offenbar übersehen worden. Niersbach gestand eine „undurchsichtige“ Lage ein, da eine Vielzahl von Paragrafen zu berücksichtigen sei. „Man könnte darüber juristische Seminare abhalten. Entscheidend ist für uns aber das Bekenntnis von Mesut“, sagte Niersbach der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Löw dürfte die deutliche Aussage von Özil ebenso erleichtert zur Kenntnis nehmen - muss er doch nun seine Jahres-Personalplanungen nicht ändern. Der DFB wollte durch den Einsatz Özils im Norwegen-Test die Dauer-Debatte um die Zukunft des Dribbelkünstlers ein für allemal beenden. Dies wäre jetzt erst mit einem nochmaligen Einsatz in den kommenden Pflichtspielen in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein (28. März in Leipzig) oder Wales (1. April in Cardiff) möglich.

Bei beiden Terminen ist der gebürtige Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln aber für die deutsche U 21 bei den Junioren- Länderspielen gegen die Niederlande und Weißrussland vorgesehen. Die U 21-EM im Juni in Schweden hat Löw zum absoluten Jahreshöhepunkt erklärt, bei dem Özil das Nachwuchsteam anführen soll.

Eine auch den fußball-juristischen Maßstäben genügende endgültige Entscheidung wäre somit frühestens beim WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan am 12. August 2009 möglich. Das klare Bekenntnis macht aber auch die moralische Verpflichtung Özils klar. Intensiv hatten sich Löw und Niersbach um den Bremer bemüht und ihm auch zur Seite gestanden, als er in der Vorwoche nach seiner Entscheidung für Deutschland mit Beschimpfungen aus dem Heimatland seiner Vorfahren konfrontiert wurde.

Özil selbst hatte nach eigenen Aussage die Fortsetzung seiner über die Jugendmannschaften durchlaufene DFB-Musterkarriere nie in Zweifel gezogen. Er hatte sich in der Öffentlichkeit aber bewusst mit einem Vorab-Bekenntnis zurückgehalten. „Ich kann mich ja nicht selber nominieren“, hatte er gesagt.

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