StartseiteSportTeamgeist statt Stars in der 3. Liga

Sport Überregional

Teamgeist statt Stars in der 3. Liga

Sport / Lesedauer: 3 min

Teamgeist statt Stars in der 3. Liga
Veröffentlicht:22.07.2009, 11:16

Artikel teilen:

Leipzig (dpa) ­ Große Namen spielten beim Wechsel-Karussell der 3. Fußball-Liga diesmal keine Rolle, vielmehr setzen die Clubs auf den Teamgeist.

Während sich der frühere Bayern-Profi Stefan Wessels und der ehemalige Kölner Thomas Cichon bei der Vereinigung der Vertragsfußballspieler fit halten und weiter auf ein lukratives Angebot warten, gab es vor der zweiten Drittliga-Saison bis zum 22. Juli insgesamt 364 Transfers: 179 Zugänge und 185 Abgänge. Bis zum Ende der Wechselperiode am 31. August haben die 20 Vereine noch Zeit, um sich zu verstärken. „Die neue 3. Liga ist ein großer Fortschritt, sie gehört zum Besten, was der Fußball in Deutschland zu bieten hat“, sagte Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball- Bundes (DFB).

Am stärksten durcheinandergewirbelt wurde der Kader beim VfL Osnabrück . Der Zweitliga-Absteiger holte 15 Neue, dafür haben 20 Spieler den Verein verlassen. Ähnlich turbulent ging es bei den anderen beiden Absteigern zu. Den FC Ingolstadt verließen 13 Spieler, zwölf Akteure kamen neu hinzu. Und der SV Wehen Wiesbaden verpflichtete 13 Neue, wohingegen 16 den Verein verließen. Auf Bewährtes setzt hingegen Dynamo Dresden. Bei nur fünf Neuzugängen und drei Abgängen bleibt die Mannschaft größtenteils erhalten.

Im Gegensatz zu den millionenschweren Bundesliga-Transfers wechseln in der 3. Liga kaum Spieler gegen Geld. Die meisten Neuverpflichtungen sind ablösefrei. Marco Calamita (Eintracht Braunschweig) ist mit einer Ablösesumme von 50 000 Euro bislang der teuerste Neuzugang. Wacker Burghausen durfte sich über den Erlös freuen. Ein Mega-Deal gelang Unterhaching. Die Rand-Münchner kassierten dem Vernehmen nach rund 700 000 Euro vom Erstligisten Karlsruher SC für Anton Fink, der in der vergangenen Spielzeit mit 21 Treffern zum Torschützenkönig der 3. Liga avancierte.

Ältester Spieler der 3. Liga ist Torhüter Sven Hoffmeister vom SV Sandhausen mit 38 Jahren, gefolgt vom Ingolstädter Schlussmann Marco Sejna (37). Dem stehen zahlreiche Talente gegenüber. Jüngster Spieler ist David Alaba (17) vom FC Bayern München II. Die Münchner werden nun vom ehemaligen Nationalspieler und Champions-League-Sieger Mehmet Scholl trainiert, der die Mannschaft fünf Tage vor Saisonschluss von Hermann Gerland übernommen hatte. Das im Schnitt jüngste Team bietet Aufsteiger Borussia Dortmund II mit 20,08 Jahren auf. „Wir haben aber einige dabei, die schon zwei bis drei Jahre Regionalliga gespielt haben. Das sind unsere Korsettstangen“, sagte Trainer Theo Schneider.

Spielerische Klasse trauen einige Trainer Holstein Kiel zu. Für sie ist der Aufsteiger Geheimfavorit für den Durchmarsch in die 2. Liga. Kiels Trainer Falko Götz möchte davon aber nichts wissen: „Wir wollen unsere Mannschaft ohne Tabellendruck weiterentwickeln.“ Sein Team ist mit knapp 26 Jahren Altersdurchschnitt das älteste. „Wir besitzen eine tolle Mischung aus talentierten Perspektivspielern und gestandenen Routiniers“, urteilte Götz.

Die richtige Mischung muss Trainer Jürgen Press vom SV Wacker Burghausen noch finden. Die Bayern waren eigentlich schon abgestiegen und allein 17 Spieler verließen den Verein. Doch weil Kickers Emden zurückzog, spielen sie weiter in der 3. Liga. Bislang konnten zwölf Neuzugänge geholt werden. „Der sportliche Abstieg hatte zu heftigen Irritationen geführt. Wir hatten praktisch nur 14 Tage Zeit, um eine neue Mannschaft zu basteln. Die vielen neuen Spieler müssen erst einmal zusammenfinden. Das wird weit über die Vorbereitung hinaus dauern. Je positiver die Ergebnisse ausfallen, desto schneller wächst das Selbstvertrauen im Team“, sagte Press.