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Neuzugang

T-Home Cup: Viel neue Masse, aber wenig Klasse

Sport / Lesedauer: 3 min

T-Home Cup: Viel neue Masse, aber wenig Klasse
Veröffentlicht:19.07.2009, 12:28

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Gelsenkirchen (dpa) - Exakt ein Dutzend Neuzugänge gab beim ersten großen Schaulaufen der vier Spitzenclubs seine Visitenkarte ab, doch einen bleibenden Eindruck bei Trainern und Fußball-Fans konnte noch kein Hoffnungsträger hinterlassen.

Am experimentierfreudigsten erwies sich drei Wochen vor dem Bundesliga-Start Bayern Münchens neuer Chefcoach Louis van Gaal. Am ersten Tag des erstmals ausgetragenen Turniers um den T-Home Cup bot der Niederländer gegen den Hamburger SV vor nur 34 350 Zuschauern gleich fünf Neue in seiner A-Elf auf. Allerdings war van Gaals Erkenntnis nach der 0:1-Pleite ernüchternd. „Man hofft immer, dass die Mannschaft sich in der Vorbereitung von Spiel zu Spiel verbessert. Das war aber heute nicht der Fall.“

Bis auf den ukrainischen Star Anatoli Timoschtschuk, der bei seinem 45-Minuten-Einsatz rechts in der Mittelfeldraute seine Klasse ab und an aufblitzen ließ, überzeugte keiner der Neulinge: Torjäger Mario Gomez fand noch wenig Bindung zum Sturm-Partner Miroslav Klose. Die Abwehrspieler Holger Badstuber (eigener Nachwuchs) und Edson Braafheid ( FC Twente ) waren nach Lucios Italien-Flucht und in Abwesenheit des verletzten Daniel van Buyten ein Sicherheitsrisiko. Und der Kroate Danijel Pranjic (SC Heerenveen) spielte unauffällig.

Überbewerten mochte Uli Hoeneß die dürftige Vorstellung ohne den verletzten Franzosen Franck Ribéry nicht. „Das war unser erster richtiger Test. Man hat gesehen, dass die Mannschaft müde war. Aber darauf kann der Trainer in der Vorbereitung keine Rücksicht nehmen“, sagte der Bayern-Manager über den Zustand des Teams, das direkt aus dem Trainingslager in Donaueschingen kam. Neben Ribéry, dessen Wechsel nach Madrid vom Tisch scheint (Hoeneß: „Real hat bisher gar nichts auf den Tisch gelegt, nur dumm daher geredet“), machten auch Bastian Schweinsteiger und Luca Toni (Trainingsrückstand) die Reise nach Gelsenkirchen erst gar nicht mit.

Eher frustrierend und mit einer zum Teil von Pfiffen begleiteten 0:1-Schlappe gegen den VfB Stuttgart endete die Heimpremiere für Meistertrainer Felix Magath . Der Schalke-Coach hatte zuletzt zwar die Trainingsbelastung reduziert, doch auf dem Rasen war von Frische nichts zu sehen. Mit Problemen bei der Umsetzung des neuen 4-4-2- Systems hatte Magath ohnehin gerechnet. „Da lief noch einiges holprig. Aber im taktischen Bereich haben wir bisher kaum gearbeitet“, sagte der 55-Jährige, der von acht Zugängen nur den Tschechen Jan Moravek und den Ex-Aachener Lewis Holby spielen ließ.

Seinen 18 Jahre alten „Lieblingschüler“ holte Magath prompt auf den Boden zurück. „Lewis ist umtriebig. Aber man hat auch gesehen, dass er gegen ein Spitzenteam teilweise noch überfordert ist. Dass es noch nicht reicht, Bundesligaspieler zu sein. Das war auch eine wichtige Erkenntnis.“ Gut möglich, dass beim ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Germania Windeck in knapp zwei Wochen nur bekannte Gesichter auflaufen.

Abseits der Suche nach einem Gomez-Ersatz und den zähen Verhandlungen mit Klaas-Jan Huntelaar (Real Madrid) fanden sich die Schwaben bei der Unterbrechung ihres Traingslagers recht ordentlich zurecht. „Ich bin über die gute Leistung überrascht. Schließlich haben wir am Vortag noch zweimal trainiert“, erklärte Markus Babbel nach dem durch Nachwuchsspieler Sebastian Rudy (34.) gesicherten 1:0 gegen Schalke. Allerdings konnte der VfB-Coach, der in Stefano Celozzi und Alessandro Riedle (spielte sieben Minuten) nur zwei Neue testete, auf eine eingespielte Elf zurückgreifen. „Wir haben guten Fußball gespielt“, befand Kapitän Thomas Hitzlsperger, der es gleichwohl „notwendig“ findet, „dass noch ein Stürmer kommt“.

„Gute Ansätze. In Ordnung, mehr aber auch nicht“ - nach zwei Wochen Training mochte der neue HSV-Trainer Bruno Labbadia weder die Teamleistung, noch die Vorstellung der Neuzugänge Eljero Elia, Zé Roberto und Robert Tesche wirklich bewerten. Das Turnier liefere wegen des frühen Zeitpunktes auch wenig Hinweise auf den Saisonverlauf. „Keiner weiß im Moment richtig, wo er steht.“