StartseiteSportEigentor sei Dank: Englische Fußball-Fans feuern FV Illertissen an

Lauter als 430 Zuschauer

Eigentor sei Dank: Englische Fußball-Fans feuern FV Illertissen an 

Illertissen / Lesedauer: 3 min

Mit 18 Mann reiste eine Truppe von Manchester United-Fans zu einem Ligaspiel des FV Illertissen und feuerte die Spieler lautstark an. Wie die Jungs an die Iller gekommen sind. 
Veröffentlicht:06.12.2023, 14:32

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Der DFB-Pokal schreibt immer wieder verrückte Geschichten. Das ist einer der Faktoren, die den Wettbewerb interessant machen. Eine dieser Storys spielt nun auf dem Sportplatz des FV Illertissen.

Zum Jahresabschluss des bayerischen Regionalligisten gegen den 1. FC Nürnberg II waren plötzlich Fans des Premier-League-Clubs Manchester United vor Ort. Auf den ersten Blick fehlt die Verbindung zum DFB-Pokal, doch es gibt sie.

Eigentor brachte Fans nach Illertissen

Ein Eigentor ist eine der unschönsten Sache für einen Fußballer. Manchmal aber kann ein solches Malheur auch sein Positives haben - im Nachhinein zumindest. Das beweist die Geschichte rund den FV Illertissen.

Kevin Frisorger traf im Erstrundenspiel des DFB-Pokals am 13. August gegen Fortuna Düsseldorf in der dritten Minute ins eigene Tor. Was da damals keiner wusste: Damit war der skurrile England-Besuch ausgemachte Sache.

Der deutsche Pokal lief nämlich im englischen Pub, und da waren Mark Whiteley, seine Freunde und Bekannte gerade zu Gast. „Wir haben vereinbart, nach Deutschland zu fahren, und zwar in die Stadt, in der das erste Tor fällt“, erzählt Whiteley beim Bayerischen Rundfunk.



Und das war eben Frisorgers Treffer, der Düsseldorf mit 1:0 in Führung brachte. Auch auf der richtigen Seite war der 23-jährige Regionalliga-Fußballer noch erfolgreich: Frisorger traf in Minute 41 zum 1:2. Schlussendlich aber verlor der FV mit 1:3 und war raus.

18 Mann lauter als 400 Zuschauer

Doch das Ausscheiden brachte dem Regionalligist im Nachgang noch Umsatz. So nahmen die Manchester-Fans zahlreiche Erinnerungsstücke mit nach Hause, „die haben sich gleich mit Schals und Trikots eingedeckt und den ganzen Fanshop leergekauft“, so Wilhelm Schmid, Sportreporter der „Illertisser Zeitung“.

Insgesamt reisten 18 englische Fans mit dem Flugzeug nach Memmingen, und von dort weiter nach Illertissen. Beim Spiel stimmten sie Fangesänge an. „Diese Gruppe war lauter als die anderen 400 Zuschauer, die im Stadion waren“, sagt Rainer Bleser, der Vorstandsvorsitzende des FV Illertissen.

Halbe Truppe trinkt, andere Hälfte singt

„Die hatten auch eine besondere Taktik, eine Hälfte war im Vereinsheim und hat getrunken und sich aufgewärmt, während die anderen draußen gesungen haben“, wird Nikita Schleicher, Marketingleiter des FVI, beim BR zitiert.

Unser Trikot hängt jetzt im Pub in Manchester.

Nikita Schleicher

Die überraschende Unterstützung tat Illertissen gut. Mit 3:1 schlugen die Gastgeber die Zweitvertretung aus Nürnberg und verabschiedeten sich damit als Tabellensechster in die Winterpause.

Illertisser Trikot hängt nun im Pub

Und möglicherweise wird aus der ganzen Sache noch mehr. Paul Scholes, Mittelfeld-Legende der „Red Devils“, teilte den zweitägigen Kurztrip der Fans auf den sozialen Medien und steigerte damit die Aufmerksamkeit. Illertissen träumt nun von einem Freundschaftskick gegen den englischen Rekordmeister.

Wir kommen gerne wieder.

Mark Whiteley

„Unser Trikot hängt jetzt im Pub in Manchester. Und wer weiß, vielleicht springt ja auch ein Testspiel raus“, so Schleicher. Whiteley & Co. jedenfalls hatten Spaß. „Die Stadt, Bayern, die Menschen und das Bier – alles wunderbar. Wir kommen gerne wieder“, macht Whiteley den Illertissern Hoffnung auf einen zweiten Besuch.