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Überdistanz

Daniel Unger: „Ich schaue nach vorne“

Immenstadt / Lesedauer: 4 min

30. Allgäu-Triathlon in Immenstadt –Bad Saulgauer verabschiedet sich wohl endgültig von der ITU-Kurzstrecke
Veröffentlicht:22.07.2012, 20:30

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Einige Tests hat Daniel Unger auf der Mittel- und Überdistanz schon absolviert – jetzt wird’s ernst. Am heutigen Samstag startet der Weltmeister von 2007 und Olympiasechste von Peking auf der Kurzdistanz bei der Deutschen Meisterschaft auf der Mitteldistanz (zwei Kilometer Schwimmen/80 Kilometer Radfahren/20 Kilometer Laufen). Gleichzeitig ist der Start in Immenstadt ein Abschied von der olympischen Distanz (1,5/40/10). Kurzstreckenrennen, wie sie der Weltverband ITU aussrichte, seien abgeschlossen. „Das ist vorbei“, sagt Unger.

Damit vollzieht Unger den Wechsel auf die längere Distanz und gibt einem Start in Immenstadt dem auch von der Deutschen Trithlon-Union angebotenen Abschiedsauftritt in Hamburg auf der olympischen Distanz den Vorzug. Unger will das aber nicht als Votum gegen Hamburg verstanden wissen. „Nein, das ist keine Entscheidung gegen Hamburg oder gegen die DTU. Hamburg bleibt mein Lieblingsrennen.“

Vorgeschichte: Eine langwierige Magen-Darm-Infektion hatte einen Start Ungers bei der EM in Eilat/Israel verhindert. Die Punkte aber hätte Unger dringend benötigt, um sich einen Startplatz fürs letzte Olympiaquali in Madrid zu lösen. In Madrisd selbst hatte Sebastian Rank erkältungsbedingt abgesagt, Unger hätte nachrücken können. Doch die DTU verzichtete auf eine Nachnominierung – wohl auch weil Thiel sicher gehen wollte „seinen“ Schützling Maik Petzold nach London zu bringen (die SZ berichtete). Denn die DTU hatte vor dem Rennen in Madrid die Olympia-Qualirichtlinien verschärft und kündigte an: „Sonst ist Petzold nominiert“, so die DTU. Petzold wurde in Madrid Sechster – wohl zur Erleichterung Thiels und der DTU.

„Ich schaue nach vorne, nicht zurück“, sagt Unger und wischt die Spekulationen beiseite, er verzichte aus genannten Gründen auf eine offizielle Verabschiedung. „Wenn ich in Hamburg gestartet wäre, wäre auch wieder sehr viel Druck da gewesen. Und: ich habe derzeit sicher nicht das Niveau, eine gute Rolle bei einem WM-Rennen spielen zu können“, räumt er ein.

Wechsel auf Langdistanz?

Auch über die Mitteldistanz sieht er sich nicht in der Favoritenrolle: „Für mich ist die Mitteldistanz völlig ungewohnt und leider bin ich auch noch nicht in Top-Form, da fehlen noch zwei bis drei Prozent. Deshalb gehe ich ganz entspannt in den Wettkampf“, sagt Unger, der unlängst zum zweiten Mal Vater wurde.

„Ich möchte bei meinem Start über die Mitteldistanz einfach mal Spaß haben“, sagt Unger, der mit der Region Allgäu verbunden ist. Seine Eltern haben seit vielen Jahren eine Ferienwohnung in der Region. „Als ich 1990 mit dem Triathlon angefangen habe, habe ich meine ersten Neopren-Anzüge schon von Sport Altenried bekommen“, erinnert sich Daniel Unger an die Anfänge zurück. Die anspruchsvolle Strecke des Allgäu-Triathlons kennt Daniel Unger bisher nur vom Hörensagen. „Ich habe da schon Schlimmes über die heftigen Anstiege gehört. Mal schauen, wie ich damit zurechtkomme“, meint der Bad Saulgauer. An der Strecke werden am Samstag Schwester Bianca und Vater Dieter den Athleten anfeuern. „Es werden sicher noch viele Triahtlonfans aus Oberschwaben mit dabei sein, denn im Teilnehmerfeld sind ja viele Athleten aus unserer Ecke mit dabei“, so Unger.

Wie es nach Immenstadt weitergeht, weiß Unger noch nicht genau. Denkbar sind einige Rennen auf der Mitteldistanz, aber auch über kürzere Distanzen – nur ohne Windschattenfahren. „Das ist ein Testlauf, ob ich dann bei der EM in Wiesbaden starte. Ich muss schauen.“ Möglich ist auch ein Wechsel auf die Ironmandistanz. „Ich habe in letzter Zeit einige Gespräche – auch mit der Familie – geführt“, sagt Unger. „Aber die Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

So könnte es gut sein, dass der Name Daniel Ungers demnächst in der Startliste eines Ironman-Rennens wie Roth oder Hawaii auftaucht. „Ich habe das ins Auge gefasst. Ich will wenigstens mal einen Ironman machen. Aber wenn, würde ich das gerne als Profi.“ Daniel Unger schaut nach vorne ...