Die Folge mit dem Weltkriegs-Zeitzeugen

Digitalredakteurin
Schwäbische Zeitung

Andrea Pauly im Gespräch mit Heinz Zimmermann

Der 1. September 1939 veränderte die Welt: Der Zweite Weltkrieg begann. An diesem Tag überfielen deutsche Soldaten Polen. Den Grund dafür - einen angeblichen Überfall auf den Rundfunksender Gleiwitz - hatte die deutsche Schutzstaffel (SS) vorgetäuscht, um den Angriff zu rechtfertigen. Es war der Beginn des Zweiten Weltkriegs, der die Welt veränderte, der Leid und Tod brachte, der im Holocaust einen Tiefpunkt menschlichen Handelns erreichte - und der auch in der Region tobte. Die Zahl der Zeitzeugen, die noch von ihren Erlebnissen und Erinnerungen berichten können, schwindet. Heinz Zimmermann aus Friedrichshafen wurde im September 1939, wenige Tage nachdem der Krieg begann, elf Jahre alt. Die längste Zeit des Krieges erlebte er, ohne allzu viel davon mitzubekommen. Doch das änderte sich, als er 15 Jahre alt war: Damals musste er als Flakhelfer feindliche Flugzeuge abwehren. In der Bombennacht vom 27. auf den 28. April 1944, als fast 300 Flieger Friedrichshafen mit 1200 Tonnen Bomben buchstäblich in Schutt und Asche legten, war er im Stadtteil Windhag eingesetzt und musste beobachten, wie seine Heimatstadt in Flammen aufging. Friedrichshafen zählte damals zu den strategisch wichtigsten Städten ihrer Größe. Denn dort, am Ufer des Bodensees, produzierten gleich mehrere Rüstungsbetriebe für die Wehrmacht. Dornier stellte den so genannten Fliegenden Bleistift her. Die Zeppelinwerke bauten Teile für die Bomben V1 und V2, Maybach lieferte Motoren für deutsche Panzer, in der Zahnradfabrik entstanden Bauteile für Getriebe von Militärfahrzeugen. In dieser Folge von "Sag's Pauly" erzählt Heinz Zimmermann davon, wie er als Kind und dann Jugendlicher den Krieg in Friedrichshafen erlebte und berichtet, was ihm durch den Kopf geht, wenn er die rechten Strömungen in Deutschland wahrnimmt.