Schwäbische.de und die Schwäbische Zeitung berichten am Wahlabend umfassend über die Bundestagswahl. Neben Nachrichten und Analysen spielen bei einer Wahl Daten eine wichtige Rolle. Schließlich wollen Leserinnen und Leser nicht nur erfahren, wie die Wahl auf Bundesebene ausgeht – sondern auch, wer die Wahl im eigenen Wahlkreis gewonnen hat. Viele wollen zudem erfahren, wie der eigene Ort abgestimmt hat.

Schwäbische.de bietet all diese Informationen am Wahlabend – von der ersten Hochrechnung der Bundesergebnisse bis zum konkreten Wahlergebnis in Ravensburg, Tuttlingen, Emmingen-Liptingen oder Uhldingen-Mühlhofen. An diese Daten zu gelangen und sie noch am Wahlabend zu präsentieren, ist gar nicht so einfach.

Welche Daten verarbeitet Schwäbische.de an der Bundestagswahl?

Daten zur Wahl lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Hochrechnungen und Endergebnisse. Hochrechnungen werden von Umfrageinstituten wie etwa Infratest dimap oder Forsa erstellt. Wählerinnen und Wähler werden dafür noch in den Wahllokalen nach ihrem Abstimmungsverhalten befragt. Aus den Antworten errechnen die Umfrageinstitute dann Schätzungen der Ergebnisse.

Diese Hochrechnungen stehen ab 18 Uhr bereit. Wir verarbeiten diese Daten anschließend in Grafiken und in Texten.

Für ein regionales Nachrichtenportal wie Schwäbische.de sind die Hochrechnungen aber nur von eingeschränktem Interesse. Sie zeigen Daten aus der gesamten Republik, Besonderheiten für die Region zeigen diese Zahlen nicht.

Wichtiger sind deshalb die Wahlergebnisse, denn die können wir für jede Gemeinde aufbereiten. Die Ergebnisse entstehen in Deutschland in den einzelnen Stimmbezirken, also in den Gemeinden. Sobald eine Gemeinde alle Stimmen ausgezählt hat, meldet sie das Ergebnis an die Wahlleitung des Wahlkreises. Von dort aus wird das Ergebnis veröffentlicht und an die Landes- und Bundeswahlleiter übermittelt – und an dieser Stelle greift Schwäbische.de für Sie mittels automatisierter Software auf die Daten zu.

So kommt Schwäbische.de an die Daten

Früher war es durchaus üblich, dass der Leiter eines Stimmbezirks die Ergebnisse per Aushang in dem Raum veröffentlichte, in dem ausgezählt wurde. Ein Klassenzimmer etwa oder ein Gemeindesaal. Unsere Redakteurinnen und Redakteure ließen sich die Ergebnisse dann telefonisch durchgeben oder fuhren tatsächlich durch die Gemeinden und schrieben Ergebnisse ab.

Heute funktioniert das glücklicherweise anders. In Baden-Württemberg benutzen viele  Gemeinden ein gemeinsames digitales Portal zur Verarbeitung der Wahlergebnisse. Der sogenannte Votemanager wird von Komm One betrieben - einer Anstalt, die die Kommunen und das Land gemeinsam geschaffen haben, um die digitale Datenverarbeitung in Sachen Wahlen voranzubringen.

Über den Votemanager veröffentlichen die Gemeinden ihre Ergebnisse im Internet. In Bayern gibt es ein ähnliches System. Das Datenteam von Schwäbische.de benutzt dieses Angebot als digitale Schnittstelle, um Wahlergebnisse aus mehr als 350 Gemeinden und ihren Wahlkreisen im Verbreitungsgebiet automatisiert zu sammeln.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Ergebnisse praktisch in Echtzeit in unseren Online-Grafiken landen. Die Automatisierung ist auch eine große Zeitersparnis. Denn bislang war in Sachen Wahlergebnisse oft Handarbeit angesagt. Endloses Abtippen von Zahlenkolonnen für jede einzelne Gemeinde der Region. Diese Zeit können unsere Redakteurinnen und Redakteure nun besser verwenden – nämlich um noch am Wahlabend Analysen der Wahlergebnisse zu recherchieren und zu schreiben.

Das klingt einfach, ist es aber nicht

Ein Team aus mehreren Kolleginnen und Kollegen bereitet die Wahl seit April vor – in Zusammenarbeit mit einer darauf spezialisierten Agentur „23 degrees“ aus Wien. Da wir am Ende die Ergebnisse von mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten in mehr als 350 Gemeinden in Ihren Wahlkreisen darstellen wollen, haben wir im Hintergrund eine komplexe Infrastruktur mit gefühlt endlosen Tabellen, automatisch von Web-Robotern befüllt, aufgebaut.

Damit das klappt, hilft bei aller Technik oft nur eines: Das persönliche Gespräch mit den Wahlkreisleitungen der Region – den nicht jeder Land- und Wahlkreis setzt die Technik auf dieselbe Art und Weise ein.

Die Datensätze beinhalten bereits Wahlergebnisse der Wahl von 2017 und werden am Wahlabend um aktuelle Ergebnisse erweitert. Die zugehörigen Grafiken zeigen am Ende nicht nur die Ergebnisse aus einzelnen Gemeinden oder ganzen Wahlkreisen. Wir bilden auch Gewinne und Verluste der Parteien in einzelnen Orten, besondere Parteihochburgen und natürlich die Gewinner der Direktmandate ab.

Die Daten hinter den Onlinegrafiken nutzen auch unsere Kolleginnen und Kollegen, die die 19 Lokalausgaben der gedruckten Zeitung produzieren. Für sie haben wir hunderte weitere Grafiken vorbereitet, die so optimiert sind, dass sie später genau auf die vorgeplanten Seiten der entsprechenden Lokalausgaben passen.

Eine einzelne Grafik mit Wahlergebnissen zu gestalten, ist nicht schwer. Die Herausforderung einer Bundestagswahl ist es, hunderte Grafiken für die Webseite und die Zeitung so zu erstellen, dass jede die korrekte Größe und Beschriftung hat und am Ende am richtigen Platz landet. All das in den wenigen Stunden zwischen der Auszählung der Wahlergebnisse am Wahltag und dem Andruck mancher Printausgaben, der um 23 Uhr beginnt. 

Damit all das reibungslos funktioniert, haben wir den Umgang mit so vielen Daten mehrfach getestet. Zum Glück konnten wir bei der Landtagswahl im März bereits wichtige Erfahrungen sammeln, die wir in den letzten Monaten weiterentwickelt haben.

Warum dauert das am Wahlabend so lange?

Darauf warten alle am Wahlabend: Auf die tatsächlichen Ergebnisse. Das Endergebnis kann aber erst feststehen, wenn die Resultate aus allen einzelnen Gemeinden da sind. Und diese treffen zu ganz unterschiedlichen Zeiten ein. Deshalb sehen Sie auch bei uns auf der Website Resultate aus manchen Orten sehr früh, andere erst recht spät am Abend

Während Gemeinden mit 600 Wählern sehr schnell ausgezählt sind, kann es bei denen mit zehntausenden Wählern schon mal etwas später werden. Komplikationen bei der Auszählung sind ebenfalls möglich. Auch dann dauert es länger. Unser Versprechen an Sie: Sobald wir Daten mit Wahlergebnissen haben, veröffentlichen wir sie so schnell wie möglich. Wir sind in diesem Moment genauso gespannt wie Sie.

Haben Sie vielleicht selbst Fragen, die unsere Arbeit betreffen, mit denen wir uns in einem Blogeintrag beschäftigen sollten? Schreiben Sie uns eine Mail an einsichten@schwaebische.de.