Unsere Wirtschaftsberichterstattung gehört regelmäßig zu den erfolgreichsten bei der Schwäbischen. Wir sehen das an den Nutzungsdaten, die wir für die Website und die App erheben können - aber auch am Feedback, an Mails und Anrufen. Vor allem lokale und regionale Wirtschaft interessiert unsere Leserinnen und Leser.

Die spannendsten Geschichten im Ressort Wirtschaft sind dabei die Stücke über die Organisationen, die die Wirtschaft in der Region, in ganz Baden-Württemberg, in Deutschland und überall auf der Welt maßgeblich prägen. Gemeint sind Unternehmen.

Was sind Unternehmen? In trockenem, betriebswirtschaftlichem Kauderwelsch „wirtschaftlich-finanzielle und rechtliche Einheiten, für die das erwerbswirtschaftliche Prinzip konstituierend ist“. Die Realität ist im Gegensatz zu dieser Definition aus dem Gabler-Wirtschaftslexikon aber viel spannender.

Hinter Unternehmen stecken Ideen, Menschen, Gründerinnen und Gründer, Unternehmerinnen und Unternehmer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die weit mehr als nur das wirtschaftliche Leben einer Gesellschaft und Region prägen. Zudem sind sie von höchster Relevanz – durch ihre Arbeitsplätze und ihre Gewerbesteuern sind sie eine wichtige Stütze des Gemeinwesens.

Was sind "die großen Fünf"?

Wie nähern sich die Redakteure und Redakteurinnen der „Schwäbischen“ den Unternehmen in Baden-Württemberg und Bayern?

Natürlich geht es um Fragen nach der Rechtsform, nach Besitzverhältnissen, nach der Kapitalausstattung und der Konkurrenz, nach Absatzwegen, Kunden, Zuliefern und Betriebsstätten. Aber vor allem geht es auch um die maßgeblichen Köpfe, die hinter den Unternehmen stehen, die das Unternehmen prägen. Und um die Menschen und Mitarbeiter, die die Ideen umsetzen und das Unternehmen vorantreiben.

Diese Aspekte ordnen die Redakteure und Redakteurinnen vor dem Hintergrund der „großen Fünf“ ein. In jedem Unternehmensartikel der Schwäbischen - ob in der Zeitung oder digital - sollten die „großen Fünf“ auftauchen. Gemeint sind damit

  1. der Umsatz und
  2. der Gewinn als finanzielle Kennzahlen
  3. die Zahl der Mitarbeiter
  4. die Analyse der Eigentumsverhältnisse
  5. die Beschreibung des Geschäftsmodells




Der Umsatz beschreibt als Wert aller verkauften Waren und Dienstleistungen die schiere Größe des Unternehmens – sagt aber noch lange nichts darüber aus, ob ein Unternehmen erfolgreich ist. Das ist nur daran zu erkennen, ob das Unternehmen Gewinn macht, ob es also schwarze und keine roten Zahlen schreibt. Denn nur wenn vom Umsatz nach Abzug aller Kosten für Material, Maschinen und Mitarbeitergehälter wirklich etwas übrig bleibt, ist das Management erfolgreich gewesen.

Die Zahl der Mitarbeiter, die – vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern – für das Unternehmen arbeiten, ist deshalb so entscheidend, weil sie zeigt, wie wichtig das Unternehmen für das Gemeinwesen in der jeweiligen Region ist.

Von großem Interesse ist natürlich immer die Frage: Wem gehört das Unternehmen eigentlich? Ist es ein Unternehmen, das noch ganz in der Hand des Gründers ist? Oder ein Familienunternehmen, bei dem die Nachkommen des Gründers die Anteile unter sich aufgeteilt haben? Oder gehört es einer Stiftung, deren Zweck es ist, das Unternehmen in die Zukunft zu führen? Ist das Unternehmen als Aktiengesellschaft organisiert, deren Aktien weltweit im Streubesitz und so auch in den Wertpapierfonds sehr vieler Menschen liegen können?

Damit geht natürlich die Frage einher, wer am meisten von den Gewinnen profitiert, wenn das Unternehmen denn Gewinne erwirtschaftet – oder wer auf der anderen Seite für mögliche Verluste gerade stehen muss.

Die wichtigste Frage ist aber: Was kann das Unternehmen? Was ist das spezielle Produkt oder die spezielle Dienstleistung, die das Unternehmen einzigartig macht?

Unternehmen geben nicht alle Informationen gerne frei

Es ist für die Redakteure und Redakteurinnen nicht immer einfach, bei jedem Unternehmen die „großen Fünf“ herauszubekommen. Der Umsatz und die Zahl der Mitarbeiter gehören da noch zu den leichtesten Rechercheaufgaben, weil jeder Chef diese Zahlen in der Regel gerne nennt – zeigen sie doch die Größe und Wichtigkeit seines Unternehmens.

Schwieriger wird es da schon bei den Eigentumsverhältnissen, denn nicht alle Unternehmen möchten sich immer in die Karten schauen lassen, wer wirklich die Fäden in der Hand hält – und von den Gewinnen profitiert.

Am zurückhaltendsten sind die Chefs aber bei den Gewinnzahlen. Vordergründig geben sich viele Unternehmer, vor allem die knorrigen Familienunternehmen im Südwesten, bescheiden, aber es geht ihnen natürlich eigentlich um das Zurückhalten von Informationen vor der Konkurrenz.

Sehr freimütig äußern sich die Unternehmen dagegen darüber, was sie können, was sie machen und was sie tun. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Auskunftsfreudigkeit die Sache für die Redakteure und Redakteurinnen leichter macht. Denn oft sind diese Geschäftsmodelle so kompliziert, dass es nicht einfach ist, sie zu beschreiben.

Denn: Was macht eigentlich der Technologiedienstleister CHG Meridian aus dem oberschwäbischen Weingarten? Was ist eine Motorspindel, das Kernprodukte des Maschinenbauers Kessler aus Bad Buchau? Und warum funktionieren viele Handys nicht ohne die Linsen von Zeiss aus Aalen-Oberkochen?

Die Antworten lesen Sie in den Wirtschaftsgeschichten der Schwäbischen. Sie sind die Antwort darauf, warum die Unternehmen das Faszinierendste an der Wirtschaftsberichterstattung sind.

Und um die Antworten zu geben: Wenn man es sehr vereinfacht ausdrückt, CHG Meridian vermietet Computer, keine Werkzeugmaschine würde ohne die Motorspindeln von Kessler funktionieren – und Zeiss baut die Optiken, die den Laser des baden-württembergischen Familienunternehmens Trumpf in den niederländischen Maschinen von ASML ableiten. Und was produzieren die Maschinen? Halbleiter und Computerchips, ohne die kein Handy und auch kein Auto funktioniert.

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