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ZAK Abfallwirtschaft: Lindauer Unternehmen Chance feiert 15. Jubiläum


Die Kaufhäuser von Unternehmen Chance bringen guterhaltene Gebrauchtwaren in den Wiederverwendungskreislauf. FOTO: OH

Das Unternehmen Chance feiert in diesem Jahr 15-jähriges Jubiläum: „Die Zeit war geprägt von Höhen und Tiefen“, fasst Claudia Mayer die Unternehmenshistorie zusammen. Die ReUse-Bereichsleiterin der ZAK Abfallwirtschaft GmbH kennt das Lindauer Unternehmen wie kein anderer.

ZAK Abfallwirtschaft GmbH

LINDAU - Acht Jahre lang war Claudia Mayer Geschäftsführerin im Unternehmen Chance. In dieser Zeit beschäftigte und integrierte sie vielzählige Menschen unterschiedlichster Coleur und legte mit dem Aufbau von zwei Gebrauchtwarenkaufhäusern und mehreren Werkstätten die Grundsteine des Unternehmens. „Das Geschäftsmodell von Unternehmen Chance zielt darauf ab, Ressourcen zu schützen, Verantwortung zu übernehmen und ein soziales Miteinander zu fördern“, erklärt sie. Realisiert werden die Ziele durch den Verkauf von guterhaltenen Gebrauchtwaren, die in anderem Falle in der Tonne oder auf dem Wertstoffhoff landen würden. Zusätzlich leisten die Mitarbeiter durch handwerkliche Dienstleistungen einen weiteren Beitrag, um die Lebensdauer vielzähliger Produkte zu verlängern. „Es handelt sich um ein nachhaltiges Konzept, von dem alle profitieren: Sowohl die Angestellten, die im Unternehmen Beschäftigung finden als auch die Menschen, die Waren spenden oder einkaufen und letztlich Gutes für die Umwelt tun“, so Mayer weiter.

Trotz ihrer Überzeugung und vielleicht auch deswegen, suchte sie im Jahr 2017 eine neue Herausforderung und wechselte zu ZAK in den ReUse-Bereich. ReUse, also Wiederverwendung, ist eine der Wege, der die Gesellschaft in eine nachhaltigere Lebensweise führen soll, um die Ziele im Klimaschutz, Umweltschutz und schonenden Umgang mit wertvollen Ressourcen zu erreichen. Nicht überraschend war deshalb ihre Motivation und ihr Interesse das Unternehmen Chance zu retten, als es in ihrer Abwesenheit in Schieflage geraten war. „Nachdem ich zwei Jahre beim ZAK beschäftigt war, habe ich erfahren, dass es mit Unternehmen Chance bergab geht. Das wollte weder ich noch mein Arbeitgeber, da er von den Aktivitäten des Unternehmens profitiert und wichtige Ziele seines gesetzlichen Auftrags zur Wiederverwendung verbindet. So kam es, dass ich neben der ReUse-Breichsleitung im Jahr 2019 zusätzlich noch die Geschäftsführung des Unternehmens Chance übernahm.“ Inzwischen hat es sich wieder finanziell erholt, zumal der ZAK seit vergangenem Jahr Hauptanteilseigner ist. Als erneut einberufene Geschäftsführerin legt Claudia Mayer nun auch dort den Fokus auf die Wiederverwertung.

„Die Gebrauchtwarenhäuser bieten mir dabei noch mehr Spielraum, um Aktionen und Projekte im ReUse-Bereich zu realisieren.“ Neben dem ZAK-Marktplatz, eine interaktive Internetplattform, auf der alle Bürger im ZAKgebiet kostenlos Gebrauchtwaren verschenken oder verkaufen können hat die ReUse-Beauftragte auch die ZAKBox ins Leben gerufen.

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„Die Box ist am Wertstoffhof Lindau erhältlich. Die Bürger können darin ihre Gebrauchtwaren lagern und anschließend wieder an ausgeschilderter Stelle am Wertstoffhof abgeben. Damit leisten sie nicht nur eine wertvolle Spende an Gebrauchtwarenkaufhäusern der Unternehmen Chance gGmbH, sondern auch einen sinnvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft!“

Denn wenn es darum geht, Stoffkreisläufe zu optimieren, ist es mit immer mehr Recycling nicht getan. Es braucht darüber hinaus eine intelligente, sparsam und möglichst lange und nachhaltige Nutzung von Produkten und deren Ressourcen. Das Wiederverwenden von alten aber noch brauchbaren Gegenständen ist dabei ein wichtiger Baustein. Durch die Verdoppelung der Nutzungsdauer eines Produktes halbieren sich der Rohstoffeinsatz, die Abfallmenge sowie der Engergieverbrauch bei Herstellung und Transport.

Durch die Bemühungen der Wiederverwendung und den Abverkauf von Gebrauchtwaren in vier Kaufhäusern konnte der ZAK allein im Jahr 2019 800 Tonnen Müll einsparen. Dabei unterstützend waren zudem Kooperationen mit zahlreichen Partnern. „Wir nehmen auch Gegenstände, wie Krücken und Rollatoren entgegen, die wir in Deutschland nicht mehr verkaufen dürfen, in unseren Partnerländern Polen, Bulgarien und Bukovina jedoch gebraucht werden und vor allem ihren Zweck erfüllen.“ Darüber hinaus gibt es auch Ideen in Zukunft die Zusammenarbeit mit Handwerksunternehmen zu intensivieren, um wertvolle Baustoffe vor der Mülldeponie zu retten.


„Jeder profitiert von der Wiederverwendung guterhaltener Gegenstände“


„Im Grunde genommen versuchen wir alle Potenziale auszuschöpfen, um Müll zu vermeiden und das Bewusstsein der Bürger für die Wiederverwendung zu sensibilisieren.“ Deshalb hat der ZAK kürzlich auch das Leitsystem am Wertstoffhof in Lindau mit einer ReUse-Ecke optimiert. „Durch dieses Angebot können nun alle Bürger, ohne großen Aufwand, brauchbare Gegenstände in den Wiederverwendungskreislauf bringen.“ Vibe

Recycling lebt vom Mitmachen

Dafür wurde der Wertstoffhof in Lindau neu gestaltet: Mit einer noch übersichtlicheren Beschilderung geht die Wiederverwertung von Rohstoffen nun noch leichter von der Hand. Außerdem kann jede und jeder am Wertstoffhof Lindau an der Wiederverwendung guter Gebrauchtgegenstände teilhaben. Einfach gebrauchte Waren mitbringen, die nicht mehr verwendet werden aber zu schade zum Wegwerfen sind. Von hier aus geht es für die Schätzchen in die Kaufhäuser von Unternehmen Chance - und damit in ein zweites Leben.

Kontakt:

Unternehmen Chance gGmbH
Von-Behring-Straße 6–8
88131 Lindau