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Stadt Wangen: Das Jahr 2021 – kurz und knapp

Schlimmer Corona-Herbst

GRAFIK: FEY/FOTO: MAUCH/QUELLE: STADT

Anfang Dezember gibt die Stadt Wangen eine Übersicht sämtlicher Corona-Fallzahlen seit Beginn der Pandemie heraus. Eine Haupterkenntnis: Der November war bislang der schlimmste Corona-Monat mit den mit Abstand höchsten Fallzahlen. Pro Tag wurden etwa so viele Menschen infiziert wie im Vorjahr in einer ganzen Woche. Die Statistik verdeutlicht auch: Die vierte Welle setzte im Herbst deutlich früher ein als die zweite ein Jahr zuvor. Mit den landes- und bundesweiten Entwicklungen verglichen, sind die Wangener Infektionszahlen allerdings „nur“ ein Spiegelbild der allgemeinen Lage.

Widerstand gegen 5G-Mobilfunk wächst

FOTO: OLWI
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Die Skepsis und zugleich der Widerstand gegen den neuen 5G-Mobilfunkstandard wächst in der Region. Auch in Hergatz und Wangen. In der bayerischen Gemeinde wehren sich Bürgerinnen und Bürger gegen den Bau zweier Masten. Sie befürchten im Kern Gesundheitsschäden durch die starke Strahlung. Der Widerstand mündet in gleich zwei Einwohnerversammlungen. In Wangen formiert sich derweil eine Initiative zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Mobilfunk. Die Stadt reagiert und lädt die BI sowie diverse Experten zu einem ersten runden Tisch ein.

Protest gegen Discounter-Pläne

FOTO: PR 
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Die Discounter in der Region expandieren. In Amtzell regt sich Protest, als bekannt wird, dass Lidl in Geiselharz auf einer landwirtschaftlichen Fläche bauen will – und in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Netto-Markt. Das Hauptargument lautet: Die Handelsriesen tragen zum Sterben der Landwirtschaft bei. Auch in Wangen werden Lidl-Neubaupläne in der Spinnereistraße bekannt.

Impfzentrum öffnet und schließt

FOTO: LIX
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In der Ravensburger Oberschwabenhalle startet kurz nach Jahresbeginn das zentrale Kreisimpfzentrum für den Landkreis. Anfangs mangelt es noch an Impfstoff, Monate später fehlt es dann an Impfwilligen. Das Zentrum schließt wieder, doch die vierte Corona-Welle rückt näher und mit ihr steigt der Bedarf an (Booster-)Impfungen. Deshalb gibt es gegen Jahresende Impfstützpunkte, auch in Wangen.

Viele Tote im Ulrichspark

FOTO: PR
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Tragische Entwicklung im Kißlegger Ulrichspark: Im Winter 2020/21 sterben 18 Bewohner im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut dem Träger, der Stiftung Liebenau, habe es sich dabei vornehmlich um hochbetagte Menschen gehandelt, die bereits unter verschiedenen Vorerkrankungen gelitten hätten. Das Pflegeheim ist damit eine der am stärksten von der Pandemie heimgesuchten Einrichtungen dieser Art.

Neues Zentrum Bärenweiler

FOTO: BRACK
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Paukenschlag bei Kißlegg: Das geschlossene Seniorenheim Bärenweiler hat in dem Leutkircher Christian Skrodzki einen neuen Eigentümer. Der hat viele Ideen: Zunächst plant er dort, „selbstbestimmte Senioren-Wohngemeinschaften“ samt einer Tagespflege zu etablieren. Auch später soll es dort sehr lebendig zugehen. Einen Vorgeschmack bietet die Messe „Gusto“ im Frühsommer.

Bewegung auf der Eisbahn

FOTO: SWE
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Um Wangens Eisbahn gab es einigen Trubel: Erst schmiss der Förderverein als Betreiber wegen Unstimmigkeiten mit der Stadt hin, deshalb war die Öffnung des Eislaufbetriebs zum Winter lange eine Hängepartie. Am Ende gab es eine Lösung: Alfred Kohler leitet jetzt die Geschicke auf und neben dem Eis an der Stefanshöhe. Der „Neue“, der dort im Sommer ein Testzentrum betrieb, hat Neues vor: So kündigte er längere Öffnungszeiten und eine Eisdisco an.

Solarpark in der Diskussion

FOTO: MAUCH
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EnBW und Bürgerenergiegenossenschaft wollen bei Bürsten rechts und links der A 96 einen Solarpark errichten. Bei der Politik stößt die Idee auf offene Ohren, weil sie angesichts des Klimawandels einen großen Bedarf an solchen Anlagen sieht. Die Anwohner sind alles andere als begeistert. Sie gründen eine Initiative und verdeutlichen ihre Sicht, dass grüne Wiesen nicht geeignet sind für Solarparks. Entschieden ist noch nichts. Das Bauleitverfahren hat erst begonnen.

Ärger um die Gelbe Tonne

FOTO: PAU
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Der Gelbe Sack ist ab 2022 Geschichte. Er wird durch die Gelbe Tonne ersetzt, so war es der Wille des Kreistags. In der Wangener Altstadt ist man nicht begeistert: Die Behälter sind groß und fressen Platz. Zudem werden sie schon im Oktober zur Überraschung vieler ausgeliefert. Das Thema Müll wird aber auch in anderen Punkten diskutiert. So macht sich das Landratsamt vor allem bei Senioren wenig Freunde, weil es den Abfallkalender künftig nur noch digital gibt.

Beda Hammer verlässt Kißlegg

FOTO: PAMA
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Überraschung im Gottesdienst: Der katholische Pfarrer Beda Hammer kündigt Anfang Juli im Gottesdienst an, die Seelsorgeeinheit nach nur zwei Jahren zu verlassen. Gleiches gilt für Pastoralreferent Matthias Winstel. Die Diözese spricht von unterschiedlichen pastoralen Vorstellungen des Pfarrers und anderer Verantwortlicher der drei Gemeinden. Im Sommer 2022 tritt Gunnar Sohl Hammers Nachfolge an. Sohl wirkt derzeit geistlich im Ravensburger Süden.

Kirche soll ersetzt werden

FOTO: STILLER
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Abriss und Neubau der katholischen Kirche. Darauf hat sich der Schwarzenbacher Kirchengemeinderat verständigt. Die Argumente lauten unter anderem: Eine Sanierung wäre auf Sicht teurer. Eine neue Kirche lasse neue Konzepte zu. Und auch die Zuschüsse könnten dann problemloser fließen. Einzig: Im Ort wird deutlicher Widerstand zu dieser Entscheidung formuliert.

Lohn für Partnerschaftseinsatz

FOTO: STILLER
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Die Wangener Walter Patschke (links) und Ansgar Friemelt erhalten aus den Händen von Landesjustizministerin Marion Gentges die Staufermedaille. Damit würdigt das Land die Verdienste beider um die Gründung und langjährige Pflege der Partnerschaften seit den 1980er-Jahren mit dem französischen La Garenne-Colombes und dem italienischen Prato.

Bauplätze zum Höchstpreis?

FOTO: DPA
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Um diese für die Region noch ungewöhnliche Frage debattiert der Argenbühler Rat zum Jahresende gleich zweimal. Dabei geht es um das Baugebiet Brauereiwiesen. Zwei der 19 Bauplätze sollen nach der Verwaltungsidee an den Meistbietenden gehen. Die Verwaltung macht unter anderem hohe Erschließungskosten geltend. Am Ende spricht sich der Rat deutlich gegen eine Höchstgebot-Vergabe aus.

Viel tut sich beim Verkehr

FOTO: SWE
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Wangen führt 2022 flächendeckend Parkgebühren ein. Zugleich nimmt der neue Stadtbus den Betrieb auf, mit mehr Linien und kleineren Fahrzeugen. Zudem rollen seit Mitte Dezember elektrische Züge auf der Allgäubahn. Passend dazu gibt es eine neue Regiobus-Linie zwischen Ravensburg, Wangen und Isny. Es tut sich also viel beim Verkehr. Nur bei Autos in der Altstadt bleibt alles beim Alten.