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Überraschung oder Ernüchterung – VfR als spannendes Projekt

Regionalliga

Muss für noch mehr Gefahr sorgen: Leon Volz. Foto: Thomas Siedler

Rasselbande, Umbruch, frischer Wind. Der VfR Aalen ist sicherlich ein echt spannendes Projekt in der Fußball-Regionalliga. Cheftrainer Uwe Wolf (53) hat aufgeräumt, aussortiert, den Kader umstrukturiert und nach seinen Wünschen aufgefüllt. Der Fußball soll dabei zugleich attraktiv und erfolgreich sein. Das Ziel für die kommende Runde: Der nächste Schritt nach vorn.

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„Der Fußball war in Teilen schon richtig gut“, sagte Wolf über seine ersten Spiele als Cheftrainer in leitender Funktion am Ende der vergangenen Saison und fügt aber mit Blick auf die neue Runde an: „Wir wollen aber deutlich mehr Punkte holen.“ Es fehlte eben so die „letzte Durchschlagskraft“. Für die soll eigentlich der Elchinger Steffen Kienle (26) sorgen. Der verpasste aber zunächst weite Teile der Vorbereitung und könnte dem VfR zu Saisonbeginn (zuletzt Meniskusprobleme) womöglich fehlen. Ein anderer Stürmer hat den VfR verlassen: Toni Vastic. Der Österreicher blieb in weiten Teilen ein Versprechen auf Tore. Allerdings eines, das selten eingelöst wurde. Wolf setzt daher mehr auf die quirligen Typen, wie die Neuzugänge Benjamin Kindsvater (28, FC Nitra), Mittelstürmer Jonas Arcalean (24, Neuzugang aus Gießen hat noch mit Mittelfußproblemen zu kämpfen) und Sean-Andreas Seitz (19, TSG Hoffenheim U19). VfR-Jugendspieler Holger Bux (18) oder auch Leon Volz (24) sollen ebenfalls für Treffer und Offensivkraft sorgen. Unterstützt vom ständigen Aktivposten Mark Müller (20) und Daniel Elfadli (24, FC Nöttingen). Oder auch Kolja Herrmann (24), der in der Vorbereitung zeigen konnte, dass er eine echte Alternative ist. Keine Alternative gibt es allerdings zu Kapitän Alessandro Abruscia (31), der seinen auslaufenden Vertrag beim Regionalligisten verlängerte. Dass er auch in dieser Runde wieder entscheidende Treffer erzielen kann, das zeigte er beispielsweise in Runde zwei des WFV-Pokals gegen Geislingen mit seinem erlösenden Treffer per Freistoß zum 1:0 (am Ende 4:0). Genau in diesem Spiel allerdings verletzte sich der sichere Rückhalt und die alte und eigentlich neue Nummer Eins an der Schulter: Daniel Bernhardt (35).

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„Wir hoffen, dass er uns nicht lange fehlen wird“, schickte Wolf nach dem Spiel hinterher. Doch Bernhardt hat sich einige Bänder im Schultergelenk gerissen. Eine Operation ist bereits erfolgreich erfolgt. Damit spült es den geduldigen Herausforderer Matthias Layer (22) wieder zwischen die Pfosten. Seinen Posten auf der Bank übernimmt der gebürtige Ellwanger Tom Österle (18, eigene U 19). Tobias Jahn, der zuletzt der dritte Torwart war, hat sich in die USA aufgemacht. Mit Tim Grupp hat den VfR in Richtung Normannia Gmünd ein Führungsspieler verlassen. Dafür holte Wolf den ehemaligen Aalener, Innenverteidiger Ali Odabas (27, FSV Zwickau) zurück auf die Ostalb. Der letzte der vielen Neuzugänge beim VfR ist Sascha Korb (28), der aus der 3. Liga (SC Verl) zum VfR aus Aalen gewechselt ist. „Ich werde alles dafür geben, die gemeinsamen Ziele mit der Mannschaft zu erreichen“, kündigte der erfahrene Mann nach Unterschrift unter sein zwei Jahre gültiges Arbeitspapier an. Ganz nach oben wird und soll es nicht gehen für den VfR. Aber deutlich weiter entfernt von der Abstiegszone als zuletzt, ins gesicherte Mittelfeld dann schon. Immer im Fokus: Die Entwicklung eines „verschworenen Haufens“ (Wolf). SEBASTIAN VAN EECK