„Sommer im Schloss“ sorgt für gute Laune Image 1

Kulturförderung der Stadt Aulendorf: „Sommer im Schloss“ sorgt für gute Laune

Neues Format im Sommer, um in Aulendorf Kultur während der Pandemie zu ermöglichen

180 Besucher wollten in Aulendorf „King Ralf“ spielen hören. Das Konzert war Teil der Reihe „Sommer im Schloss“. FOTO: OH/DANIELA DILGER

AULENDORF - Kultur während Pandemie – das hat in Aulendorf der „Sommer im Schloss“ geboten. Im August und September wurde ein wechselndes Kulturprogramm angeboten. Dieses war breit gefächert und deckte ganz verschiedene Sparten ab. So fand sich Jazz-Musik in dem Programm ebenso wie ein Impro-Theater oder schwäbisches Kabarett.

In dieser Form gab es die Veranstaltungsreihe zum ersten Mal in Aulendorf. Ihr Zustandekommen war einer ganzen Reihe von Organisatoren zu verdanken – und zwei unterschiedlichen Förderungen von Bund und Land. Zudem unterstützte die Stadt Aulendorf die Reihe im Rahmen ihrer Kulturförderung und stellte den Schlossinnenhof zur Verfügung.

Die Veranstaltungsreihe bestand aus zwei Teilen, die finanziell und organisatorisch getrennt waren. Denn es waren zwei verschiedene Veranstalter: der Kleinkunstverein Aulendorf im August und im September die Freie Kunstschule Ravensburg. Beide, Kleinkunstverein und Kunstschule, hatten unabhängig voneinander aus verschiedenen Fördertöpfen Mittel beantragt – und bekommen. Der Kleinkunstverein erhielt etwa 10 000 Euro aus dem Förderprogramm des Landes „Kunst trotz Abstand“, die Kunstschule bekam in etwa gleich viel Geld von der Bundeskulturstiftung.

Um die Bewirtung der Gäste und Künstler kümmerten sich Aulendorfer Gastronomien sowie die Dorfgemeinschaft Tannhausen und das Dorfgemeinschaftshaus Zollenreute. Über die Fördermittel konnten Bühne, Technik und die Gagen für die Künstler abgedeckt werden. Bei den Veranstaltung am Freitag und Samstag kostete der Eintritt zehn Euro für Erwachsene. Am Sonntag war der Eintritt frei. (sz)


Obdachlos durch Wohnungsbrände


Aulendorf zeichnet sich durch Zusammenhalt aus


AULENDORF - Es waren verheerende Brände, die Familien in Aulendorf im Jahr 2021 erleben mussten. Was sie danach erleben durften, war jeweils eine Welle der Hilfsbereitschaft. Das zeigte: Wenn es darauf ankommt, halten die Menschen in der Stadt zusammen.

An einem Abend im Januar brach in einer Dachgeschosswohnung im ehemaligen Gasthaus Krone in der Hauptstraße ein Feuer aus. Die Ursache ist bis heute ungeklärt. Auch eine Verhandlung vorm dem Bad Waldseer Amtsgericht brachte im Nachgang kein Licht ins Dunkel. Die Menschen, die in den beiden Wohnungen lebten, standen jedenfalls plötzlich an einem Freitagabend vor dem Nichts. Darunter auch eine sechsköpfige Familie. Deren Freunde und Bekannte hatten unverzüglich zahllose Spendenaufrufe in den sozialen Netzwerken sowie im privaten Bereich gestartet und in diesen auch explizit benannt, was die mittellose Familie nun am Nötigsten gebrauchen könne. Und so sind der Familie kurz darauf Spenden jedweder Art von Geld, über ein eigens eingerichtetes Spendenkonto über Kleidung in allen Größen, bis hin zu sämtlichen Haushaltseinrichtungen, Sachspenden, Hygieneartikel und Küchengerätschaften zugegangen.

Auch die Initiative „Bart Rebellen“, die unter anderem an Obdachlose oder entsprechende Einrichtungen spendet, ist spontan und großzügig an die Familie herangetreten. „Wir wurden regelrecht überflutet mit allem, was man eben zum Leben braucht. Die Hilfsbereitschaft unter den Menschen war und ist so überwältigend, das konnten wir zunächst gar nicht glauben“, berichtete die Mutter der Familie daraufhin.

Einige Monate später, im November, kam es ein weiteres Mal in Aulendorfs Innenstadt zu einem schlimmen Brand. Diesmal wurde eine alleinerziehende Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern obdachlos. Über soziale Medien wie Facebook haben Angehörige der Mutter Spendenaufrufe gestartet, auf die viele Menschen reagierten. „Es wurde viel Kleidung gespendet“, berichtete daraufhin eine Schwester der Frau. „Es kommen viele Angebote und Nachrichten. Auch Diakon Willy Schillinger hat Hilfe angeboten“, sagt sie. „Wir sind echt dankbar und fast überwältigt, dass so viel gespendet wird.“ Die Reaktionen auf die Brände zeigen: Auch wenn höhere Gewalt zuschlägt, bleibt der soziale Zusammenhalt ungeschlagen. (pama)