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TSV Essingen: Die Vorsaison bestätigen, mindestens …

Verbandsliga

Niklas Weissenberger (weißes Trikot) ist ein wichtiger Bestandteil des Essinger Spiels. Fotos: Thomas Siedler

Als die Saison im vergangenen Herbst abermals angebrochen wurde, da stand der TSV Essingen auf dem ersten Platz der Verbandsliga. Zehn Siege bei zwei Niederlagen ließen die Mannen aus dem Schönbrunnen endlich Richtung Oberliga schielen.

Der Abbruch war auch ein Schlag ins Kontor des Vereins, der längst keinen Hehl mehr aus seinen Aufstiegsambitionen macht. Trainer Beniamino Molinari war es nach Jahren gelungen, aus einem Haufen hochausgebildeter Einzelkönner eine echte Mannschaft zu formen. Eine Mannschaft, in der tatsächlich das Kollektiv der Star war, in der nur der gemeinsame Erfolg zählte. Nun ist Molinari im Juni dem verlockenden Angebot von Apollon Limassoll auf Zypern erlegen, ist seinem alten Trainer Alexander Zorniger in den Profibereich gefolgt. Der TSV legte seinem durchaus erfolgreichen Trainer keine Steine in den Weg, musste aber recht kurzfristig einen Ersatz finden.

Dies ist Sportdirektor Patrick Schiehlen und seinen Mitstreitern Frank Sigle und Lars Eisenmann mehr als gelungen. Mit Stephan Baierl eisten sie einen erfahrenen Mann vom SSV Ulm los, der dort seinen Vertrag als Sportlicher Leiter aufgelöst hatte. „Mich reizt dieses Projekt, was beim TSV Essingen ins Leben gerufen wurde und ich möchte dazu beitragen, es umzusetzen“, sagte Baierl bei seiner Amtseinsetzung. Das Projekt lautet: Oberliga. Dabei hat der TSV nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investiert, ein Fitnessraum am Rande des Schönbrunnenstadions ist gebaut worden.

Tobias Feisthammel reißt ein Loch in die Abwehr, er hatte sich beruflich umorientiert, wodurch ihm schlichtweg die Zeit fehlt. Dafür hatte der TSV aber recht zeitig den Ex-Profi Ibrahim Hajtic vom SV Neresheim verpflichtet, der in der Vorbereitung diese Lücke jedoch noch nicht schließen konnte. Ebenfalls nicht mehr beim TSV ist Benjamin Schiele, der sich dem Nachbarn TSG Hofherrnweiler-Unterrombach angeschlossen hat. Für den Flügel wollte Schiehlen also auch noch einmal aktiv werden und hat mit Dean Melo vom SGV Freiberg einen vielversprechenden Außenstürmer verpflichten können. Mit Niklas Groiß, Lukas Rösch und Johannes Eckl verfügen sie beim TSV schon über eine namhafte Offensivreihe, doch auch hier wurde noch einmal ordentlich nachgerüstet. Die Essinger verpflichteten den 28-jährigen Spanier Cristian Gilés Sanchez von den Stuttgarter Kickers. Dieser kommt mit der Empfehlung von 42 Toren aus 82 Oberligapartien, selbst in der Copa del Rey, dem nationalen spanischen Pokal hat Gilés Sanchez schon gespielt. Von ihm versprechen sie sich einiges am Schönbrunnen. Ebenfalls für Qualität steht Bastian Joas, der zuletzt beim Ligarivalen 1. FC Normannia Gmünd unter Vertrag stand. Auch Joas ist ein Mann, der im offensiven Mittelfeld für deutlich mehr Flexibilität sorgen soll.

Für Baierl war die Umstellung groß, beim SSV Ulm in der Regionalliga arbeiten sie in professionellen Strukturen. Beim TSV nun hat er sehr viel Ehrenamt um sich herum versammelt. „Es ist beeindruckend, wie viele Menschen in diesem Verein etwas für die Mannschaft tun“, zeigt sich Baierl beeindruckt nach den ersten Tagen beim TSV. Einen Schock mussten sie beim TSV verdauen: Jannik Wiedmann riss sich im Training die Achillessehne und wird den Großteil der Hinrunde verpassen. Letztlich sei seine Mannschaft auf einem guten Weg, so Baierl, weil sie von Tag zu Tag und von Woche zu Woche seine Trainingsinhalte auch auf dem Rasen umsetze. Sein Ansatz sei es, die Spieler in den Trainings kognitiv zu überfordern, damit es ihnen im Spiel leichtfalle, die geforderten Dinge umzusetzen. Man darf tatsächlich gespannt sein, wie Stephan Baierl die Essinger in die Liga führen wird und ob er den von seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg fortführen kann. Denn: In die Oberliga möchte schließlich auch Baierl. TIMO LÄMMERHIRT