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In 17 Szenen: Das Leben des heiligen Fidelis funktioniert auch als Show, so Sigmaringer Bezirkskantor Bruno Hamm

In wenigen Tagen ist Premiere: Hauptdarsteller Fabian Brandt spielt den Heiligen Fidelis. Er, seine Schauspielerkollegen und der Chor proben im Gemeindehaus St. Fidelis. FOTO: BRUNO HAMM

400 Jahre schon ist Markus Roy tot, der Heilige von Sigmaringen, der die Stadt bis heute prägt. „Da wollten wir etwas Besonderes machen“, sagt Bezirkskantor Bruno Hamm. Deshalb sei vor vier Jahren die Idee entstanden, ein Musical zu entwickeln und aufzuführen. Wenige Wochen vor dem Fidelisfest, befinden sich die Proben in den letzten Zügen. Fest steht: Fidelis’ Leben funktioniert auch als Show. Das Stück feiert am Freitag, 29. April, seine Premiere.

SIGMARINGEN - „Es ist Fidelis in neuem Gewand, mit neuen Tönen und mit neuer Sicht“, so kündigt Hamm das Ergebnis an. Ziel sei es, den Zuschauern eine unterhaltsame, mitreißende Aufführung zu bieten und dabei trotzdem die Zerrissenheit der Figur zu zeigen. „Wir holen die Sigmaringer mit vertrauten Elementen ab, unter anderem mit dem Fidelislied und der Fideliswiege“, sagt er.
    

Der Sigmaringer Pfarrer Ekkehard Baumgartner vor der Fideliswiege, die im Musical ebenfalls eine Rolle spielen wird.FOTO: JANISCH
Der Sigmaringer Pfarrer Ekkehard Baumgartner vor der Fideliswiege, die im Musical ebenfalls eine Rolle spielen wird.
FOTO: JANISCH

Das Libretto, also das Textbuch, hat der Franiskanerpater Helmut Schlegel geschrieben, der Wurzeln in Sigmaringen hat und deshalb auch mit Fidelis’ Geschichte vertraut ist. „Das war die Herausforderung: Wir wollten jemanden finden, der sprachlich im Metier bewandert ist und sich mit der Figur auskennt“, sagt Hamm. Das habe eine Weile gedauert. Schlegel habe schon einige Libretti verfasst und schließlich zugesagt. Vorgaben vom Bezirkskantorat habe es kaum gegeben: „Wir wollten wenige Leitplanken setzen, denn die künstlerische Freiheit sollte gegeben sein.“

Wichtig sei aber gewesen, den lokalen Bezug zu haben und sich mit dem Hier und Heute zu beschäftigen. „Es sollte kein reines Historienstück werden“, so Hamm. Entsprechend geht es unter anderem um das Miteinander der Kulturen und Religionen, das Tragen der Verantwortung fürs eigene Handeln und um äußere Zwänge, wie Fidelis sie auch erlebt hat. Auch sei es wichtig gewesen, die Geschichte „unter dem Licht der Ökumene zu betrachten“, sagt Hamm.

Musicalstar als FIdelis

Gespielt wird Fidelis von Fabian Brandt, einem Reutlinger Musicaldarsteller. Die übrigen sechs Rollen übernehmen Mitglieder des Chors und der Waldbühne. Letzteres lag nahe, denn Nadja Kiesewetter, die auch schon Stücke bei der Waldbühne angeleitet hat, übernimmt die Regie. Neben den sieben Schauspielern gibt es auch einen Narrenkönig und eine Chronistin, die durch Fidelis’ Leben führen, mal mit einem Augenzwinkern, mal ernster. Der Bezug zur Fasnet sei auch als Hommage an Sigmaringen zu verstehen, da diese bekanntlich in der Stadt eine wichtige Rolle spielt, erläutert Hamm. Die Musik hat Wolfgang Klockewitz komponiert, Berufsmusiker und Komponist. Mit ihm ist Hamm seit Jahren befreundet. Er habe Klockewitz erst überreden müssen, denn das Musical besteht aus 17 Szenen, braucht also 17 Songs. „Das war ein Berg an Arbeit“, so Hamm.

Stilistischer Musik-Mix

Doch Klockewitz nahm sich dieses Bergs an und prägt das Stück maßgeblich, vor allem durch den stilistischen Mix. Sowohl Pop und Jazz als auch kirchliche Musik seien zu hören, alles fein miteinander verwoben, so dass sich laut Hamm ein rundes Gesamtbild ergebe.

Auch Technik kommt zum Einsatz, und zwar gar nicht mal wenig. Das Bild- und Tonstudio aus Sigmaringen übernimmt diesen aufwendigen Job, denn neben Licht und Ton wird es auch ein digitales Bühnenbild geben. Den großen Vorteil sieht Hamm in dessen Flexibilität: „Wir führen das Stück im Juli auch in Feldkirch auf. Das Bühnenbild lässt sich so leicht übertragen.“

Er freut sich nun auf die Aufführungen, weiß aber auch zu schätzen, was dahinter steckt, nämlich jede Menge Zeit und Geld. „Ohne unsere Sponsoren wäre das nicht machbar gewesen“, sagt er und meint die Landesbank Kreissparkasse, die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern, Leader Oberschwaben und die Bischof-Hermann-Stiftung. MAREIKE KEIPER

Hier gibt es Karten

Das Fidelis-Musical wird an drei Terminen in der Stadthalle in Sigmaringen aufgeführt: Freitag, 29. April, Samstag, 30. April, Beginn jeweils um 19 Uhr und Sonntag, 1. Mai, Beginn um 15 Uhr.

Der Eintrittspreis beträgt 20 Euro, ermäßigt 18 Euro. Gegen Vorlage der AboKarte erhalten AboKarten-Besitzer je Ticket zehn Prozent Ermäßigung im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Tickets im Vorverkauf gibt es unter Tel. 0751/29555777, Internet: www.schwäbische.de/tickets und allen bekannten VVK-Stellen, u. a. bei der Buchhandlung Rabe in Sigmaringen.