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Polizei, DRK und Feuerwehr unter einem Dach

Die drei Blaulichtorganisationen werden im Neubau vereint.

Nach gut einem Jahr Bauzeit ist das neue Rettungszentrum unmittelbar an der B19 in Abtsgmünd einsatzbereit. Auf dem 7300 Quadratmeter großen Grundstück sind die drei Blaulichtorganisationen Polizei, Feuerwehr und DRK vereint.

ABTSGMÜND - Die Anfänge des Rettungszentrums Abtsgmünd gehen zurück in das Jahr 2009, als man sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus gemacht hat. Die Kapazitäten des alten Standortes waren vollständig ausgeschöpft und auch personell hat sich die Feuerwehr stark vergrößert, so besteht seit 1992 eine Jugendfeuerwehr mit derzeit 54 Mitgliedern sowie eine Alterswehr mit 17 Mitgliedern. Durch die Weltwirtschaftskrise wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt und erst drei Jahre später wurden Analysen und Kostenberechnungen durchgeführt.

2015 hat Bürgermeister Armin Kiemel während einer Klausurtagung den Vorschlag eines Rettungszentrums gemacht, das alle drei Blaulichtorganisationen unter einem Dach vereint. Schließlich ist die räumliche Situation der Polizei und des DRK Abtsgmünd alles andere als ideal gewesen. Um auch die Einsatzzeiten des hauptamtlichen DRKs aus Aalen nach Abtsgmünd zu verbessern, wurde dieses ebenfalls mit ins Boot geholt.

Um diese Idee umzusetzen wurde nach einem passenden Standort gesucht, recht schnell entschied man sich für das Grundstück im Gewerbegebiet „Osteren“. Im Sommer 2019 konnten die Bodenarbeiten für das Rettungszentrum beginnen. Im April 2020 folgte der Spatenstich.

Die hauptamtlichen Rettungssanitäter des DRK Aalen haben ihr Gebäude aufgrund der schnelleren Modulbauweise bereits im Mai 2021 bezogen. „Bislang wurde die Raumschaft Abtsgmünd hauptsächlich von den Rettungswachen aus Aalen, Ellwangen und Eschach versorgt. Dadurch war die Anfahrtszeit immer relativ lang. Durch den zusätzlichen Wachenstandort wurde also ein weißer Fleck auf der Landkarte korrigiert, sodass die Bevölkerung schneller mit rettungsdientlichen Leitungen versorgt ist“, erklärt Marc Sachsenmaier, Leiter des Rettungsdienstes Kreisverband Aalen.

Nun fehlen noch die Kollegen der Feuerwehr, die Polizei und das DRK Abtsgmünd. Die zentrale Lage unmittelbar an der B 19 ist einsatztaktisch sowohl für Feuerwehr als auch für DRK optimal. Hier können die mit Abstand kürzesten Hilfsfristen erzielt werden, um Menschen in Not, auch in den umliegenden Gemeinden, zu helfen. Auch präsenztechnisch gibt es für die Polizei keinen besseren Standort als im „Osteren“.

Das neue Rettungszentrum an der B19 in Abtsgmünd umfasst insgesamt 7300 Quadratmeter. FOTOS: PETER KRUPPA
Das neue Rettungszentrum an der B19 in Abtsgmünd umfasst insgesamt 7300 Quadratmeter. FOTOS: PETER KRUPPA

Der Neubau besteht aus zwei Gebäuden und einem Übungsturm und weist insgesamt 45 Stellplätze, mehrere große Übungsflächen sowie eine unmittelbare Alarmein- und -ausfahrt auf die B19 auf.

Die Kosten für die Gemeinde beliefen sich auf rund 5,8 Millionen Euro. Die Gemeinde erhielt für das Bauvorhaben einen Zuschuss vom Land in Höhe von 275 000 Euro.

Für Polizeipräsident Reiner Möller ist es wichtig, dass alle drei Blaulichtorganisationen an einem Standort sind. „Regelmäßig kommt es zu Einsätzen, die das DRK, die Polizei, und die Feuerwehr gemeinsam bewältgen müssen. Die Lagebewältigung läuft hierbei regelmäßig Hand in Hand. Durch die behördenübergreifende Wohngemeinschaft wird das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Zusammenarbeit durch kurze Abstimmungswege gestärkt. Dies wirkt sich wiederum auf eine erfolgreiche Einsatzbewältigung aus“, sagt er. FRANZISKA STÖLZLE