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Ein Lückenschluss mit Magnetwirkung für die Innenstadt

Die beiden Gebäude „An der alten Mälzerei“ stärken die Innenstadt mit Wohnraum und Belebung der Erdgeschossflächen. FOTO: ALBERT DRESCHER

Das Gebäude „An der alten Mälzerei“ soll mehr sein als nur ein neues Bauwerk in der Innenstadt von Bad Saulgau. Von der Firma Reisch aus Bad Saulgau entwickelt und gebaut, schließt es eine Lücke zwischen historischem Stadtkern und Neuer Mitte und ist mit seinen Wohn- und Geschäftsflächen ein städtebauliches Beispiel für die Innenstadt der Zukunft.
 

Georg Reisch GmbH + Co. KG

BAD SAULGAU - Mit seinen zwei Gebäuden vereint „An der alten Mälzerei“ mehr als nur zwei architektonische Objekte: Die Gebäude Solitär und Winkel verbinden mit einer klassischen Ziegelfassade und einer modernen Putzfassade einerseits zwei ganz unterschiedliche architektonische Stile. Ingo Traub, Geschäftsführer der Reisch Projektentwicklung, sagt: „Wir haben uns die konkrete Frage gestellt, was die Stadt eigentlich braucht.“ Zum einen sollte es eine grundlegende städtebauliche Neuordnung mit einer Magnetwirkung für die Innenstadt sein. Gleichzeitig sollte es eine Lücke zwischen dem historischen Stadtkern und der neuen Mitte schließen und die Erdgeschossflächen beleben, erklärt Traub.

Ziel war es, damit den komplexen Anforderungen an die Stadt der Zukunft gerecht zu werden. Dazu gehören die Kombination aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Wohnen. Nach ersten Überlegungen im Jahr 2015 und der Ausweisung als Sanierungsgebiet durch die Stadt Bad Saulgau 2017 ist auf Grundlage dieser Anforderungen das Projekt „An der alten Mälzerei“ aus den beiden Gebäude „Solitär“ und „Winkel“ entstanden. Baubeginn war im April 2019, noch im Herbst 2021 wurden die letzten Arbeiten fertiggestellt. Neben neuen Geschäftsflächen stand vor allem auch die Schaffung von Wohnraum, unter anderem für Menschen mit Handicap, im Fokus.

Neben 40 Wohneinheiten, zwei Gewerbeeinheiten und 44 Tiefgaragenstellplätzen inklusive weiteren oberirdischen Parkflächen, sind dadurch unter anderem sechs rollstuhlgerechte Wohnungen für Menschen mit ausgeprägten körperlichen Behinderungen entstanden. Traub erklärt: „Es bietet ein Betreuungskonzept, das 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für pflegebedürftige Menschen da ist. Dieses Inklusionskonzept ist bisher einmalig im Landkreis Sigmaringen.“ Mit der Ansiedlung von „Kauf by Naturata“ wurde ein weiterer wichtiger Baustein zur Stärkung der Innenstadt mit Einzelhandel umgesetzt. Bei Naturata handelt es sich um einen reinen Bioladen mit einem umfangreichen Frischeangebot an Obst und Gemüse und einem vielfältigen Mittagstischangebot. „Wir sind sehr froh, dass wir Naturata für unsere Ladenräume im Erdgeschoss gewinnen konnten“, erklärt Traub.

Auch die Außenraumgestaltung setzt Akzente. Der Quartiersplatz als wesentlicher Baustein entlang der Friedrichstraße lädt zum Treffen und Verweilen ein, und bildet eine städtebauliche Raumkante in Richtung Hauptstraße. Der Platz leiste einen wichtigen Beitrag für eine hohe Aufenthaltsqualität, sagt Traub. (mf)

Eckdaten

Baubeginn: 15. April 2019
Fertigstellung Rohbau Häuser: Sommer 2020
Gesamtfertigstellung mit Außenanlagen: Herbst 2021
Grundstücksgröße: 2 203 Quadratmeter
Wohneinheiten: Haus A (Winkel): 23; Haus B (Solitär): 17
Zwei Gewerbeeinheiten (eine Büroeinheit, eine Ladenfläche)
Gesamtinvestition: circa 14 Millionen Euro
Entwurf: Braunger Wörtz Architekten (Ulm)
Ausarbeitung: Schaudt Architekten (Konstanz)