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Die Bau- und Sparverein Genossenschaft sorgt für gute Wohnungsversorgung

FOTOS: ROSA LANER / (1) OH

Die Bau- und Sparverein Ravensburg eG realisiert derzeit als Bauherr die Quartiersentwicklung in der Galgenhalde in Ravensburg. Beginn der Maßnahmen war 2019. Von drei Bauabschnitten ist der erste fertiggestellt mit 17 Wohnungen von ein bis vier Zimmern. Ein gelungenes Ergebnis für zeitgemäßes Wohnen für jedes Alter!

RAVENSBURG - Ich stehe vor dem Gebäude an der Meersburger Straße und überlege: Will ich hier wohnen? Es folgt ein Rundgang mit Vorstand der Bau- und Sparverein-Genossenschaft Lothar Reger, Objektleiter Serkan Akar und Bauleiter Karl-Josef Miller. Vorneweg mein Fazit: Auf jeden Fall ja, hier lässt es sich gut wohnen. Vom Straßenverkehr ist dank hochwertiger Schallschutzmaßnahmen nichts zu hören. Die Wohnungen sind modern, gemütlich, hell und zur Südausrichtung mit Balkon und viel Glas versehen. Fußbodenheizung ist Standard. Die Balkontüren lassen sich mit raffinierten Schiebeelementen öffnen. Alle Wohnungen sind barrierearm, mit Abstellraum, jeder Mieter kann nach eigenem Gusto ausstatten. Sprechanlage, Glasfaser, pflegeleichte und schöne Vinylböden – an alles wurde gedacht. Die Sanitärbereiche sind ausgestattet mit Handtuchheizung, eben gleicher Dusche, die eingelassene Ablage für Seife gefällt mir sehr. Abschließbare Kellerräume und ein Aufzug sind vorhanden, eine Tiefgarage entsteht noch.

Einbindung in den Bestand

Wichtig war der Bau- und Sparverein-Genossenschaft die behutsame Einbindung, da Ersatz für die stark überalterten Bestandswohnungen geschaffen werden muss. Vorstand der Genossenschaft Lothar Reger war von Anfang an in die Quartiersentwicklung involviert. „Wir hatten 33 Bestandswohnungen in diesem Wohnquartier, die im Herbst abgerissen werden. Alle Mieter haben wir an die Hand genommen und untergebracht. Sie hatten die Wahl, ob sie hier im Neubau oder woanders wohnen möchten. Dafür war eigens eine Sozialarbeiterin im Einsatz. Die Menschen wieder gut unterzubringen war und ist ein großes Thema für unsere Genossenschaft“, sagt er.

Wir haben einen Architekturwettbewerb mit der Stadt ausgeschrieben und 15 Firmen eingeladen. Gewonnen hat ein Berliner Büro, welches von der Architektur bis zum Baugesuch die Arbeiten übernimmt. Die Bauleitung übernehmen wir selbst im Hause“, erklärt Lothar Reger. Der erste, fertiggestellte Bauabschnitt umfasst 17 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit für Sozialstation und Rahlentreff. Vier Wohnungen davon sind Bündnis-Wohnungen. Insgesamt werden 103 Wohneinheiten mit 21 dieser Bündnis-Wohnungen entstehen.

Ein junges Paar trägt eine Anglerausrüstung in den Keller. „Super, wir freuen uns sehr über den Einzug“, strahlen die beiden. Sie haben einen separaten Wohnungseingang und beziehen quasi ein Reihenhaus im Haus. Insgesamt sind die Mieter in einem guten Mix von Jung bis Alt.

„Bemerkenswert ist auch das Mieterstrommodell mit der TWS als Vertragspartner. Über eine Photovoltaikanlage wird Strom eingespeist, denn der Strom soll dort erzeugt werden, wo er verbraucht wird. Dabei können sich die Mieter frei für einen Stromanbieter entscheiden“, erklärt Bauleiter Karl-Josef Miller.

Das Lärchen-Holz für die Fassade sei bereits im Februar bestellt worden, habe jedoch Lieferverzug. Auch die Plattenbeläge der Balkone fehlen noch. „Schallschutztüren dieser Art haben wir bisher noch nirgends eingebaut. Lärmschutz ist ein sehr großes Thema hier“, sagt der Bauleiter. In diesem Gebäude sind drei Wohnungen mit einer zusätzlichen Lüftungsanlage ausgestattet und die Bewohner können wählen, ob sie diese einschalten oder ein Fenster öffnen. Auch an einen Abstellplatz für Fahrräder und Kinderwagen wurde gedacht. In Planung sind insgesamt 270 Fahrradstellplätze. Im Keller, der hell und gut beleuchtet ist, entsteht eine direkte Verbindung zur Tiefgarage. „Die Tiefgarage erhält einen zentralen Zugang am Absenreuterweg. Bei der Parkplatzlösung spielt der Schutz des Baumbestands eine wesentliche Rolle“, erklärt Objektleiter Serkan Akar. Angelegt wird vorerst ein provisorischer Stellplatz, der nach Fertigstellung der Tiefgarage wieder zurückgebaut wird. Um den Verkehr aus dem Quartier zu nehmen, wurde vom Bauherrn eigens eine Linksabbiegerspur in die Meersburger Straße finanziert.

Lothar Reger anerkennend: „Mit den eingebundenen Handwerkern waren wir sehr zufrieden und wir haben für Abschnitt zwei dieselben Gewerke beauftragt. Es sind ausschließlich regionale Betriebe. Alle Arbeiten wurden termingerecht und zuverlässig ausgeführt, ein großes Lob und unser Dank. Auch mit der Stadt Ravensburg konnten wir den auf das Vorhaben bezogenen Bebauungsplan gut verwirklichen.“ Mit der Agenda-Gruppe Weststadt besteht ein regelmäßiger Austausch. Das neue, moderne Quartiers-Gesicht kann sich sehen lassen. Rosa Laner

Zahlen

Neubau Quartiersentwicklung Galgenhalde:

Realisierung über Städtebaulicher Wettbewerb 103 Wohneinheiten / 3 Gewerbeeinheiten Abbruch: 33 WE Wohnfläche neu: 6800 m2 Sozialstation und Bewohnertreff

Bündniswohnungen und 20 % Soziale Wohnraumförderung mit Berechtigungsschein

Wohnungsmix Baubaschnitt I:

3 Einzimmerwohnungen
9 Zweizimmerwohnungen
4 Dreizimmerwohnungen
1 Vierzimmerwohnung

Wohnungsmix gesamt:

12 Einzimmerwohnungen
46 Zweizimmerwohnungen
42 Dreizimmerwohnungen
3 Vierzimmerwohnungen

Die Genossenschaft: größter Wohnraumanbieter im Schussental. Gegründet 1903, heute 1311 Mitglieder. In eigenem Bestand 1040 Wohnungen, rund 3100 fremdverwaltet. Circa 3000 Wohnungen als Bauträger erbaut. 34 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende. Vorstand Lothar Reger, Dipl. Bauingenieur (FH) und Jörg Seiffert, Dipl. Betriebswirt (FH).