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Warum Pflegewissenschaft studieren?

 

Philipp Schmid (links) und Nico Haller studieren Pflegewissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Rechts ist das sogenannte „Skills-Lab“ zu sehen. FOTOS: PRIVAT

Die Prüfungen stehen kurz bevor, der Schulabschluss ist zum Greifen nah. Doch was dann? Diese Frage stellt sich früher oder später jeder. Nico Haller und Philipp Schmid haben sich vor knapp vier Jahren genau dasselbe gefragt. Jetzt studieren die beiden Pflegewissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Neben Tätigkeiten in vielfältigen pflegerischen Bereichen können Pflegewissenschaftler unter anderem auch als Gutachter für eine Krankenkasse tätig sein. So stufen sie pflegebedürftige Patienten in die entsprechende Pflegestufe ein. In der Pflegewissenschaft ist es ebenfalls möglich, an Hochschulen oder Universitäten in der Forschung zu arbeiten.

Aus welchen Gründen habt ihr euch für das Studium „Pflegewissenschaft“ entschieden?

Nico Haller: Ich wusste nach dem Abitur nicht genau, was ich studieren möchte und habe dann zuerst ein Praktikum im Behindertenheim gemacht. Durch Zufall bin ich im Internet auf den Studiengang gestoßen, habe mich beworben und jetzt stehe ich im Master. Philipp Schmid: Ich habe nach meinem Abitur 2016 einen Bundesfreiwilligendienst an den Kliniken in Göppingen gemacht, da hatte ich bereits die ersten Berührungspunkte mit der Pflege. Das hat mein Interesse geweckt, also habe ich ein Praktikum an einem Krankenhaus in Stuttgart gemacht. Die Arbeit hat mir so gut gefallen, dass ich im Internet nach möglichen Studiengängen geschaut habe. Dabei bin ich auf das Studium der Pflegewissenschaft an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd aufmerksam geworden.

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Wie lange studiert ihr und welchen Abschluss erreicht ihr am Ende?

Nico Haller: Bei diesem Studiengang können gleich drei Abschlüsse erzielt werden. Nach dem sechsten Semester hat man die Ausbildung zur Pflegefachkraft absolviert, im siebten Semester dann den Bachelor of Science. Belegt man drei weitere Semester, erhält man den Master of Science.

Wie sieht euer Alltag aus und welche Inhalte umfasst euer Studium?

Nico Haller: Drei Tage in der Woche haben wir Vorlesung, meist von morgens bis abends. Die restlichen zwei Tage arbeiten wir an einem Klinikum, um auch praktische Erfahrungen zu sammeln. Wir bekommen als Praktikanten die Möglichkeit, volle Arbeitstage zu erleben. Um diese Erfahrungen zu vertiefen und auch den Krankheitsverlauf eines Patienten mitzuerleben, haben wir in regelmäßigen Abständen Praxiseinheiten, die gehen meist fünf bis sechs Wochen am Stück. Im Endeffekt haben wir die Möglichkeit, unser gelerntes Wissen direkt in der Praxis umzusetzen, folglich schafft man aktuelles, gesichertes, wissenschaftlich basiertes Handeln zu gewährleisten.

Philipp Schmid: Das Studium umfasst unter anderem Aspekte, welche für die Pflegeforschung nötig sind, als auch praktische Fähigkeiten. Das heißt, einerseits hinterfragen wir bestimmte Pflegeprozesse und versuchen, diese zu optimieren, andererseits sind wir dazu in der Lage, eine professionelle Pflege für akut und chronisch erkrankte Menschen durchzuführen.

Was mir besonders gut gefällt und was sehr lehrreich ist, ist das „Skills-Lab“. In diesem Raum werden verschiedene Situationen mit Hilfe einer Puppe simuliert. Das kann beispielsweise eine klassische Pflegesituation sein, wie ein Wundverbandwechsel oder komplexe Szenarien, wie ein Notfall oder ein Beratungsgespräch. Die anderen Studierenden sind währenddessen im Nebenraum und schauen zu, später wird der Vorgang gemeinsam analysiert.

Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft: Wo seht ihr euch nach eurem Abschluss?

Nico Haller: Also, ich sehe mich später eher in der Forschung. In meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit der Lebensqualität von älteren Patienten mit Druckgeschwüren beschäftigt. Dieses Thema interessiert mich aktuell besonders. Zukünftig kann ich mir vorstellen, in diesem Bereich zu forschen, schließe aber andere Berufsfelder nicht aus.

Philipp Schmid: Ich stehe derzeit kurz vor dem Examen im sechsten Semester und arbeite auf einer Palliativ-Care-Station. Dort gefällt es mir sehr gut. Im Team, mit Pflegefachkräften, Ärzten, und Therapeuten habe ich die Möglichkeit, die Lebensqualität der Patienten zu steigern. Da sehe ich mich später. Zudem freut es mich, dass ich mein Wissen aus Leitlinien, Standards und Studium in diesem Bereich einbringen kann. Franziska Stölzle