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SV Neresheim: Mit mehr Kommunikation zum Klassenerhalt

Landesliga

SV Neresheims neuer Trainer Andreas Mayer. Foto: Thomas Siedler

Bevor es erst einmal losging mit der Vorbereitung beim Fußball-Landesligisten SV Neresheim, sorgte der Rücktritt von Trainer Manfred „Manne“ Raab für Aufsehen. Schnell, leise und vor allem intern hat der Verein aber eine schnelle Lösung gefunden: Andreas „Bobo“ Mayer hat den Posten übernommen, wenngleich er sich erst einmal Bedenkzeit erbeten hatte.

Das hatte aber nichts mit mangelnder Lust an dieser Aufgabe zu tun, der 40- Jährige wollte nicht einfach, still und heimlich von der aktiven Bühne abtreten, hatte eigentlich noch großen Spaß am Kicken und freute sich auf seine letzte aktive Saison.

Doch er hat es getan, hat die Schuhe nach der langen Corona-Pause nicht noch einmal fest zugeschnürt, sondern geht jetzt in seine Premierensaison als Trainer. Mayer, der so viel in seiner Karriere erlebt hat, der lange Jahre Profi war, stürzt sich nun in eine völlig neue Aufgabe und auf diese hat er – nach Abschluss aller Gedankenspiele – richtig Lust. Wäre in den vergangenen rund eineinhalb Jahren alles einigermaßen normal gelaufen dann könnte man nun davon sprechen, dass sich der SVN nach seinem Aufstieg in die Landesliga im Sommer 2019 fast schon etabliert hätte – doch seit dem Aufstieg ist keine Saison zu Ende gespielt worden, die Neresheimer sind gefühlt immer noch der Aufsteiger, weswegen Mayer einzig vom Klassenerhalt spricht.

Eine interessante Personalie ist David Miladinovic von der U 19 von Wacker Burghausen. „Burghausen hat ein Problem, nämlich keine zweite Mannschaft. Trainer Leonhard Haas wollte Miladinovic deswegen unbedingt ein Jahr verleihen, damit er Spielpraxis bekommt. Und so kam das dann letztlich zustande“, berichtet Mayer vom Entstehen dieses Wechsels. Wie gut Kontakte sind, zeigt sich in dieser Personalie, denn Miladinovic war auch von einigen Vereinen der Bayernliga umworben. Der 19-Jährige, der in Heidenheim wohnt, hat seine Ausbildung absolviert, sich bei den Neresheimern direkt wohlgefühlt und auch seinen künftigen Trainer überzeugt.

Eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt im Pokal haben die Neresheimer ein dreitägiges Trainingslager in Geiselwind in Bayern verbracht. „Wir haben sehr viel im spieltaktischen Bereich gemacht, was natürlich eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt ein guter Zeitpunkt gewesen ist. Wir waren sehr zufrieden mit dem Trainingslager“, sagt Mayer, der sich mittlerweile schon sehr gut als Trainer eingelebt hat. „Es ging darum, die neuen Spieler schnell zu integrieren, damit die Mannschaft schnell zu einer echten Einheit zusammenwächst. Die Jungs ziehen wunderbar mit und wir hatten eine wirklich harte Vorbereitung“, so der Neu-Trainer. Einer der erfahreneren Spieler ist Samuel Schultes, den man auf der Ostalb wohl hauptsächlich vom FC Ellwangen kennt Zuletzt Spielertrainer beim FC Matzenbach, soll er nun einer der verlängerten Arme auf dem Spielfeld für Mayer sein. Ebenso wie der 30-jährige Sven Lukina, den man ebenfalls in die Klosterstadt geholt hat. Lukina könnte in der Innenverteidigung den zum TSV Essingen gewechselten Ibrahim Hajtic ersetzen. Beide sind wichtige Faktoren in den Überlegungen Mayers, beide haben die Vorbereitung jedoch nicht komplett durchziehen können, was an leichteren Blessuren lag oder aber am Urlaub.

Mayer ist die Kommunikation sehr wichtig und diese fordert er auch von seinen jungen Spielern ein, die durchaus den älteren etwas sagen dürfen, sollte es positionsbedingt unablässig sein. Mit Niederlagen haben die Neresheimer auf sich aufmerksam gemacht – und zwar positiv. Gegen den klassenhöhreren TSV Nördlingen habe man zwar 0:2 verloren, aber gut gespielt, gegen den FV Illertissen, einem Mix-Team aus Regionalliga- und Landesliga habe man sich beim 2:4 ebenfalls sehr gut aus der Affäre gezogen. Das Alter seiner Spieler spielt für Mayer übrigens keine Rolle: „Bei mir gibt es nicht jung oder alt, bei mir gibt es nur gut oder schlecht“. Und mit dieser Maxime werden sie in Neresheim in die dann hoffentlich erste komplette Landesligasaison starten - und viel kommunizieren. TIMO LÄMMERHIRT