Oberhalb der Kocher, in Oberkochen

Die Stadt Oberkochen liegt im Tal zwischen dem Tierstein im Norden und dem Rodstein im Südosten. FOTOS: STADT OBERKOCHEN

Oberkochen kennt man. Doch woher hat die Stadt im Ostalbkreis überhaupt ihren Namen? Dieser leitet sich grundsätzlich von dem Fluss „Kocher“ ab, welcher durch den Ort fließt. Im 12. Jahrhundert betitelte man das Gebiet um den Kocher als „Kochen“. Ein ganzes Jahrhundert später wurde die Siedlung oben am Kocher, als Oberkochen bezeichnet.

OBERKOCHEN - Wie viele andere Städte und Gemeinden hat auch Oberkochen mit den Auswirkungen und Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. „Das gilt insbesondere für die örtlichen Unternehmen, den Einzelhandel und die Gastronomie, die die Folgen teilweise noch lange zu bewältigen haben. Aber auch Vereine sind betroffen“, sagt Bürgermeister, Peter Traub. Um die örtlichen Vereine zu unterstützen werde der Gemeinderat im Juli diesen Jahres über ein Hilfsprogramm beraten. Aber auch die Unternehmen haben teilweise einen deutlichen Auftrags- und Produktionsrückgang zu verzeichnen. „Das wirkt sich natürlich auf den Umsatz und Gewinn der Unternehmen aus“, so der Bürgermeister. Dadurch hat auch die Stadt selbst einen Steuerrückgang zu verkraften.

„Das betrifft vor allem die Gewerbesteuer“, sagt Peter Traub. Der Rückgang kann durchaus die kommenden Jahre über anhalten. Aus der Krisensituation nimmt Bürgermeister Peter Traub einige positive, aber auch negative Erfahrungen mit. „Die Pandemie hat gezeigt, dass das öffentliche Versorgungssystem, wie beispielsweise die Kliniken und die öffentliche Verwaltung auch in Ausnahmesituationen gut funktionieren“, erklärt der Bürgermeister. „Deutschland ist besser als viele andere Staaten durch die Corona-Pandemie gekommen. Das hat Gründe“, fügt er hinzu. Über die zum Teil irrationalen Reaktionen vieler Menschen, während einer Ausnahmesituation zeigt sich der Bürgermeister befremdet.

„Ich habe Verschwörungstheorien, in denen Außerirdische das Virus gezielt in die Welt gesetzt haben sollen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen oder in denen den Menschen durch den Impfstoff gezielt Mikrochips eingepflanzt werden sollen, einfach zur Kenntnis genommen“, erzählt Peter Traub. Trotz der Krise und mystischen Verschwörungstheorien muss es weitergehen. Da die Kommunen in Deutschland rund 70 Prozent der Gesamtinvestitionen leisten, kommt ihnen als Konjunkturmotor eine wichtige Rolle zu. Dessen ist sich Oberkochen bewusst. „Wir haben weder haushaltsrechtliche Maßnahmen ergriffen, wie z.B. Haushaltssperren, noch einen Investitionsstopp verhängt“, erklärt der Bürgermeister. Ganz im Gegenteil: Vor wenigen Wochen wurde die „Neue Mitte“ in Oberkochen fertiggestellt. Ebenso gehen die Arbeiten am Schulzentrum Dreißental sowie die Planungen zur Sanierung der Tiersteinschule und zum Neubau einer neuen Schulsport- und Veranstaltungshalle ungebremst weiter. Die Kosten dafür liegen bei rund 23 Millionen Euro. Die Planungen für das neue Sportzentrum mit Hallenbad und Drei-Feld-Sporthalle gehen ebenso nahtlos weiter. „Allerdings haben wir die konkreten Ausschreibungen und Auftragsvergaben vorläufig verschoben, um die Steuerausfälle konkreter beziffern und besser übersehen zu können“. erklärt Bürgermeister, Peter Traub. Immerhin handelt es sich hier um ein weiteres Investitionsvolumen von über 38 Millionen Euro. „Das ist für eine kleine Stadt wie Oberkochen außergewöhnlich“, sagt er. Der Gemeinderat wird nach der Sommerpause beraten, wie und wann es weitergehen soll. Für die Zukunft der Stadt äußert der Bürgermeister einen klaren Wunsch: „Ich wünsche mir eine möglichst baldige Rückkehr zur Normalität und einen Impfstoff für die Menschen, um die Corona-Pandemie bewältigen und Menschenleben retten zu können. Ich verbinde dies mit der Hoffnung, all die Aufgaben, die wir uns in Oberkochen für die nächsten Jahre vorgenommen haben, verwirklichen zu können“, sagt Peter Traub abschließend. FS