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Acht Jahre im Amt: Thilo Rentschler zieht Bilanz

2020: Unterrichtsbeginn in neuen Fachräume. FOTO: STADT AALEN

Eine Amtszeit mag für einen Oberbürgermeister wenig sein, Thilo Rentschler hat in dieser Zeit in Aalen aber vieles bewegt. Wie sieht er selbst auf diese Zeit? Der Südfinder hat Herrn Rentschler gefragt.

Nach acht Jahren endet Ihre Zeit als Aalener OB. Mit welchen Gefühlen verlassen Sie das Amt?

Ein beruflicher Wechsel ist immer eine besondere Situation. Bezüglich dem Erreichten blicke ich auf sehr viele Projekte zurück, die entweder positiv umgesetzt wurden oder auf den Weg gebracht worden sind.

Aber ich freue mich auf die neue Aufgabe: Dort warten wichtige Weichenstellungen für die Region auf ihre Umsetzung – an erster Stelle steht die „Zukunftsoffensive Ostwürttemberg“. Sie startet bereits im November 2021.

Was haben Sie als Erstes gemacht, wenn Sie allmorgendlich Ihr Amtszimmer betreten haben?
     

2020: Rundgang durch den Kulturbahnhof. FOTO: SIEDLER
2020: Rundgang durch den Kulturbahnhof. FOTO: SIEDLER

Ich habe normalerweise den Tag mit meinem Sekretariat und den engsten Mitarbeiter*innen kurz durchgesprochen. Dann ging es meist auch gleich mit Gesprächsterminen los, täglich im Durchschnitt zehn bis zwölf…

Welche drei Projekte, die Sie in Ihrer Amtszeit umgesetzt haben, halten Sie für die wichtigsten?

Die drei wichtigsten Themenfelder waren und sind: Bildung und Betreuung vom Vorschulalter bis zum Schulabschluss besser zu gestalten, die Hochschule weiterzuentwickeln und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Welches war in Ihren Augen Ihre größte Niederlage?

Niederlage ist im Kontext komplexer Kommunalpolitik für die Menschen vor Ort der falsche Terminus. Ich würde lieber von unguten Entwicklungen sprechen. Eine solche sehe ich in einer zunehmend durch Einzelinteressen getriebenen Haltung einiger Akteure. Insofern hat an einzelnen Punkten das Allgemeinwohl gelitten.

Wie, glauben Sie, wird sich Aalen wirtschaftlich aus der Corona-Krise kämpfen?

Ich bin mir sicher, dass Aalen als wirtschaftlicher Motor der Region gestärkt aus der Pandemie hervorgehen wird. Die Anzeichen dafür sind im Herbst 2021 deutlich gesetzt – siehe der gute Finanzzwischenbericht vom September, der gerade von der Kämmerei präsentiert wurde.

Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch umsetzen wollten, das Sie nun aber dem neuen OB ans Herz legen?

Auf den letzten Metern meiner Amtszeit wurde die Jugendkunstschule einmütig auf den Weg gebracht. Mich würde freuen, wenn diese sinnstiftende, kooperative Einrichtung erfolgreich fortgeführt würde.

Was möchten Sie den Beschäftigten zum Abschied mit auf den Weg geben?

Ich möchte alle animieren, so motiviert und engagiert die vielen tollen Projekte weiterzuverfolgen, wie bislang. Und ich wünsche mir, dass alle ebenso loyal und fleißig für den neuen OB arbeiten werden.

Was bleibt Ihnen aus Ihrer Zeit besonders in Erinnerung?

Da sind sicherlich die vielen Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern zu nennen, aus denen neue Ideen, Inspiration und letztlich neue Aktivitäten entstanden sind, die Aalen nach vorne gebracht haben.

Sie werden als neuer Geschäftsführer der IHK Ostwürttemberg eingesetzt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Ich wurde aus den Reihen des IHK-Präsidiums gefragt und habe intensiv abgewogen. Die Entscheidung fiel zum Jahreswechsel 2020/2021, nachdem ich auch viele Gespräche im kommunalpolitischen Raum geführt hatte.

Welche Erwartungen haben Sie an den neuen Job beziehungsweise was spricht Sie an dieser Stelle an?

Ich kann meine bisherige Erfahrung als Kommunalpolitiker, Unternehmer und Oberbürgermeister vollumfänglich einbringen und meine Netzwerke nutzen.

Und ich freue mich darauf, zukunftsgewandte Themen zu beackern. Besonders am Herzen liegt mir die Mitgestaltung des Transformationsprozesses in der heimischen Wirtschaft. Die bereits erwähnte „Zukunftsoffensive Ostwürttemberg“ wird dabei wichtige Hilfestellungen liefern. Franziska Stölzle und Sarah Pirker