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Neue Kiesgrube im Altdorfer Wald: Aufgeheizte Debatte um Kies, Wald und Klima

Im geplanten Kiesabbaugebiet im Altdorfer Wald entsteht aus Protest ein Baumcamp

Sie wohnen im Wald: Aktivisten haben im Februar ein Baumcamp im Altdorfer Wald bei Vogt aufgebaut. In wechselnder Besetzung leben dort bis zu 50 Personen. FOTO: FELIX KÄSTLE/DPA

VOGT - Der Protest gegen die geplante Kiesgrube im Altdorfer Wald schlägt immer höhere Wellen. Es gab Demos, das Projekt war Wahlkampfthema – und im Frühjahr bauten junge Menschen im umkämpften Waldgebiet bei Vogt ein Baumhauscamp. Bei den Aktionen geht es inzwischen allerdings um mehr als den Streit über Kiesabbau in Grund.

Baumbesetzer in Oberschwaben: Was man bis dato aus dem Ballungsraum Nordrhein-Westfalen kannte, wo Aktivisten gegen die Rodung des Waldes zugunsten von Braunkohleabbau protestierten, fand Ende Februar seinen Weg in die Provinz. Eine kleine Gruppe von Klimaaktivisten aus der Region besetzte Bäume im Altdorfer Wald bei Vogt, um sich gegen den geplanten Kiesabbau bei Grund zu positionieren. Im Laufe des Jahres kamen Sympathisanten aus ganz Deutschland dazu, es entstand ein Baumhausdorf.

ZURGA-Identica

Auch Bürger aus der Umgebung unterstützen die Baumbesetzer. Inzwischen geht es nicht mehr nur um die umstrittene Kiesgrube in Grund und die Befürchtung, dass durch den Kiesabbau die Trinkwasserquellen im Altdorfer Wald beeinträchtigt werden könnten. Die vorwiegend jungen Aktivisten fordern zudem ein gesellschaftliches Umdenken, weniger Flächenverbrauch und konkrete Maßnahmen hinsichtlich des Klimawandels. Einige Aktionen richteten sich gegen den neuen Regionalplan, der laut Kritikern zu wenig ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Unter anderem schaltete sich die Bewegung „Scientists for future“ in die Debatte ein.

Anfang April blockierten Aktivisten über Nacht die Zufahrt zum Kieswerk und der Asphaltmischanlage in Grenis. Beides wird von dem Unternehmen „Meichle & Mohr“ betrieben, das im umstrittenen Waldgebiet Kies abbauen will. Drei Wochen später gab es Blockaden an den Zufahrten zu den Kiesgruben in Roßberg und Mennisweiler. Diese Kiesgruben gehören zu anderen Unternehmen. Die Aktionen führten zu Polizeieinsätzen. Die Aktivisten aus dem Baumhausdorf teilten später mit, die Blockierer in Roßberg und Mennisweiler seien nicht Teil der Baumbesetzer-Gruppe gewesen.

Auch Bürger aus der Umgebung unterstützen die Baumbesetzer. Inzwischen geht es nicht mehr nur um die umstrittene Kiesgrube in Grund und die Befürchtung, dass durch den Kiesabbau die Trinkwasserquellen im Altdorfer Wald beeinträchtigt werden könnten. Die vorwiegend jungen Aktivisten fordern zudem ein gesellschaftliches Umdenken, weniger Flächenverbrauch und konkrete Maßnahmen hinsichtlich des Klimawandels. Einige Aktionen richteten sich gegen den neuen Regionalplan, der laut Kritikern zu wenig ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Unter anderem schaltete sich die Bewegung „Scientists for future“ in die Debatte ein.

Anfang April blockierten Aktivisten über Nacht die Zufahrt zum Kieswerk und der Asphaltmischanlage in Grenis. Beides wird von dem Unternehmen „Meichle & Mohr“ betrieben, das im umstrittenen Waldgebiet Kies abbauen will. Drei Wochen später gab es Blockaden an den Zufahrten zu den Kiesgruben in Roßberg und Mennisweiler. Diese Kiesgruben gehören zu anderen Unternehmen. Die Aktionen führten zu Polizeieinsätzen. Die Aktivisten aus dem Baumhausdorf teilten später mit, die Blockierer in Roßberg und Mennisweiler seien nicht Teil der Baumbesetzer-Gruppe gewesen.

Viele weitere Berichte rund um die Themen Kiesabbau und Altdorfer Wald finden sich online in einem Dossier unter schwäbische.de/kiesabbau

Tüten am Fenster statt Vesperkirche


WILHELMSDORF - Alle hatten sich auf die Vesperkirche gefreut. Sie sollte in diesem Jahr als große Aktion in Wilhelmsdorf, Ravensburg und Leutkirch stattfinden. Aber dann machte die Corona-Pandemie alles zunichte. Leutkirch stieg aus. Mitten in der Aktion musste diese abgebrochen werden. Denn gerade die Vesperkirche lebt von den in einer Pandemie gefährlichen persönlichen Begegnungen. Als kleiner Ersatz wurden Vespertüten verteilt. Dazu konnten die Menschen zu den Ausgabestellen kommen. Insgesamt gingen 2514 Tüten und Boxen durch die Fenster. Im Juni gab es dann in Leutkirch eine Ersatzveranstaltung. (ric)


Grünkrauts erster Bürgerentscheid


GRÜNKRAUT - Es war der erste Bürgerentscheid in der Gemeinde Grünkraut – und dann kassierten Gemeinde und Gemeinderat eine Schlappe. Es ging dabei um das Thema Seniorenzentrum. Verwaltung und Rat favorisierten für dieses den Standort Ortsmitte, doch in der Bürgerschaft regte sich Protest. Als Alternativ-Standort wurde in der Gemeinde das Gelände „Brühlacker“ in der Nähe der Festhalle in Fahrtrichtung Bodnegg diskutiert. Letztlich entschied sich der Gemeinderat für einen Bürgerentscheid. Dieser fand zusammen mit der Landtagswahl am 14. März statt – mit einem erstaunlichen Ausgang: 777 Ja-Stimmen (45,07 Prozent) für den Vorschlag der Verwaltung und 947 Nein-Stimmen (54,93 Prozent). (ric)


Unesco-Label für Oberschwaben?


KREIS RAVENSBURG - Die Region Oberschwaben könnte Modellregion werden und sogar ein Unesco-Label bekommen. Während es die Diskussionen im Landkreis Ravensburg schon lange gab und die Kreistags-Grünen sogar schon einen entsprechenden Vorschlag eingebracht hatten, hat sich nun auch die neue Landesregierung ein Biosphärengebiet in Oberschwaben auf die Fahnen geschrieben. Leitthema sind die für die hiesige Landschaft charakteristischen Moore, so steht es auch im grün-schwarzen Koalitionsvertrag. Das Gebiet soll sich über die drei Landkreise Biberach, Ravensburg und Sigmaringen erstrecken. (ric)


Party-Exzesse an den Seen


KREIS RAVENSBURG - Gerade die jüngere Generation hat unter den Kontaktbeschränkungen der Corona-Zeit gelitten. Wie beim Veitsburghang in Ravensburg oder vor der Basilika in Weingarten hat es auch auf den Landgemeinden zahlreiche Party-Exzesse gegeben, die auch die Polizei in Atem gehalten hat. So trafen sich viele junge Leute an den Seen im Ravensburger Umland zu Partys. Eskaliert ist das im Juni am Stockweiher bei Wolfegg, wo sich rund 300 Personen getroffen haben. Die Polizei musste die Gruppen auflösen. Die Gemeinde sprach ein Betretungsund Aufenthaltsverbot zwischen 21.30 und 6 Uhr aus. Am Baindter Bädle war es gar so schlimm, dass die Gemeinde einen Sicherheitsdienst einsetzte, der kontrollieren sollte. (ric)