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Bürgermeister Arno über den langen Weg zur neuen Halle

Rainer Kreusel und Werner Martin überreichen Bürgermeister Jochen Arno (v.l.) im Namen des Fördervereins einen Scheck.

Was bedeutet die neue Sporthalle für die Gemeinde Rietheim-Weilheim? Der Südfinder hat mit Jochen Arno, Bürgermeister von Rietheim-Weilheim, über die Entstehungsgeschichte und die künftige Nutzung der Marquardt Halle sowie über den Förderverein Neue Sporthalle gesprochen.

Herr Bürgermeister, könnten Sie kurz die Entstehungsgeschichte umreißen?

Der Wunsch zum Bau einer eigenen wettkampfgerechten Sporthalle vonseiten der sporttreibenden Vereine reicht zwischenzeitlich 20 Jahre zurück. Bereits damals haben die beiden Sportvereine, der TSV Rietheim und der TB Weilheim, einen gemeinsamen schriftlichen Antrag dafür gestellt. Dieser Antrag wurde quasi immer wieder erneuert und so gab es in den zurückliegenden Jahren viele Debatten, Beratungen und Vorentscheidungen mit den verschiedensten Planungen an verschiedensten Standorten.

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Noch unter meinem Vorgänger, Bürgermeister Traugott Hauser, wurde schließlich in seiner letzten Gemeinderatssitzung im Frühjahr 2007 noch der Grundsatzbeschluss zum Bau einer neuen Sporthalle gefasst. Dem kam 2008/2009 allerdings die Wirtschaftskrise in die Quere, die sämtliche Rücklagen der Gemeinde - damals rund 5 Million Euro - auf einen Schlag zusammenschrumpfte. Die Gemeinde war gezwungen, sogar für den laufenden Haushalt Kredite aufzunehmen. Trotz dieses herben Rückschlages wurde der Wunsch zum Bau einer Sporthalle nicht aufgegeben.

Eine wichtige und grundlegende Entscheidung war die Festlegung des Standortes zwischen den beiden Ortsteilen Rietheim und Weilheim, der gemeinsam mit dem Gewerbegebiet Langes Gewand erschlossen werden konnte. Wichtig war auch das Interessenbekundungsverfahren, in dessen Rahmen sich das heimische Unternehmen Marquardt als Investor für den Bau der Halle meldete. Genauso bedeutend war der zugehörige Bürgerentscheid, bei dem der Bau der Halle mittels eines Investors große Zustimmung erhielt.

Wissen Sie, warum es einen Förderverein Neue Sporthalle gibt?

Schon sehr früh war dem Gemeinderat klar, dass für den Bau einer neuen Sporthalle in dieser Größe eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung erforderlich ist. Deshalb schlug der Gemeinderat die Gründung eines Fördervereines vor. Es fanden sich erfreulicherweise einige Mitbürger, die sich dazu bereit erklärten, die Gründung eines Fördervereins auf den Weg zu bringen und aktiv dafür zu werben. Die Gründung des Fördervereins erfolgte schließlich im Jahre 2013. Dank zahlreicher Veranstaltungen und Aktionen stieg die Zahl der Mitglieder auf rund 750 an, sodass dieser sogar zum mitgliederstärksten Verein heranwuchs.

Dank den verschiedenen Initiativen des Fördervereins konnten zwischenzeitlich rund 100.000 Euro gesammelt werden, die nun zugunsten der Halle in den Bereichen Sport, Kunst und Kultur verwendet werden können. Der Förderverein wird seine Aktivitäten auch weiterhin fortsetzen und in diesen Bereichen unterstützend tätig sein.

Wofür wird die Halle künftig genutzt?

Die Halle steht künftig primär den sporttreibenden Vereinen zur Verfügung. Darüber hinaus erhoffen wir uns, dass sich auch von unseren Unternehmen und Firmen die eine oder andere Betriebssportgruppe gründen wird. Selbstverständlich aber sind auch alle weiteren Vereine und Organisationen stets willkommen - insbesondere für größere Events, da die Halle für Sonderveranstaltungen mit bis zu 1.800 Personen zugelassen ist.

Was ist noch wichtig?

Die Sporthalle über ein Investorenprojekt zu bauen, war für uns die einzige Möglichkeit und gleichzeitig auch die beste Entscheidung. Trotz der Corona-Pandemie wurden Bauzeitplan und Kostenrahmen exakt eingehalten. Es wäre aus unserer Sicht undenkbar gewesen, diese Sporthalle im Rahmen der üblichen Ausschreibungsverfahren in dieser kurzen Zeit und exakt unter Einhaltung des Kostenrahmens zu realisieren.

Unser besonderer Dank gilt daher vor allem dem Investor, und hier vor allem den Gesellschaftern des Unternehmens J. & J. Marquardt KG, vertreten durch die beiden Gesellschafter Dr. Harald Marquardt und Matthias Marquardt. Ebenso gilt unser besonderes Dankeschön allen Mitgliedern des Fördervereins und der sporttreibenden Vereine, die sich vehement für die Umsetzung der Sporthalle eingesetzt haben.

Großer Dank gilt auch auch unserem Kämmerer Jochen Karl, der das Projekt über die gesamte Laufzeit hinweg mit dem Generalübernehmer der Wolffgruppe koordiniert und abgestimmt hat und sich auch für die Finanzierung über unseren Gemeindehaushalt verantwortlich zeichnet. von Svenja Schönthaler

Wissenswertes rund und um die Marquardt Halle
    

Der Bau der Sporthalle erfolgte in Kompaktbauweise und besitzt dennoch durch die dunklen Fassadenelemente und die transparenten Glasflächen entlang der B14 ein markantes Gebäudeerscheinungsbild. Die Ausführung der Dachkonstruktion erfolgte im Sinne der Nachhaltigkeit in Holzbauweise unter Einsatz von Naturbaustoffen.

Der Neubau besteht aus einem zweigeschossigen Gebäude, das in eine Zwei-Feld-Sporthalle und einen Infrastrukturvorbau aufgeteilt ist.

Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich zusätzlich noch ein separater Gymnastikraum sowie eine kleine Küche. Aus der Küche heraus können Speisen an die Zuschauer verkauft werden.

Die Heizlast des Gebäudes wird über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Grundlast und einen Gas-Brennwertkessel für die Spitzenlast realisiert; die Luft-Wasser-Wärmepumpe wird im Sommer auch zur Temperierung der Zuluft genutzt. Die Wärmeabgabe erfolgt über eine behagliche und energetisch günstige Fußbodenheizung.

Die Be- und Entlüftung der Sporthalle wird über eine raumlufttechnische Anlage mit Wärrmerückgewinnung realisiert und die Beleuchtung der Sporthalle wird mittels LED-Leuchten sichergestellt.

Zur Namensgebung:
„Die Halle heißt „Marquardt Halle“, da hinter dem Investor der Halle, der J. & J. Marquardt KG, Unternehmerpersönlichkeiten stehen, die sich seit Jahrzehnten um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohl in der Gemeinde Rietheim-Weilheim in hohem Maße verdient gemacht haben“, sagt Jochen Arno, Bürgermeister von Rietheim-Weilheim.

Länge des Gebäudes: zirka 60 Meter
Breite: zirka 40 Meter
Baugrundfläche: zirka 2.650 Quadratmeter
Nutzungsfläche: zirka 1.716 Quardratmeter
Größe des Spielfeldes: zirka 1.273 Quadratmeter
Anzahl möglicher Zuschauer (auf Sitzplätzen): zirka 380 Personen PM