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Mitten im Herzen von Gosheim leben

Dank der hellen Farbtöne in Weiß und Grau wirkt das Gebäude nach außen freundlich und modern. Damit passt der Neubau auch gut in den Gosheimer Ortskern. Innen finden sich die lichtdurchfluteten Wohnungen. FOTO: PM

Neue Wohnanlage für Gosheimer Senioren: Die Lembergresidenz liegt zentral in der Ortsmitte. Die Gemeinde möchte mit diesem Neubau dem Senioren eine Möglichkeit bieten, auch im Alter selbstbestimmt Herzen von Gosheim zu wohnen. Bürgermeister André Kielack hat dem Südfinder ein wenig über die Lembergresidenz erzählt.

GOSHEIM - Es ist eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte der Gemeinde Gosheim: Rund 4,5 Millionen Euro hat die Lembergresidenz gekostet. „In Gosheim herrscht ein großer Mangel an Wohnraum“, erklärt Gosheims Bürgermeister André Kielack, warum sich die Investition gelohnt hat.
 


Planungsbüro Westhauser

Mehr Wohnraum für Gosheim

Die Gemeinde hat die Lembergresidenz auf ihrem eigenen Grundstück selbst gebaut und damit 18 neue Wohnungen für Gosheims Bürger geschaffen. Dass großer Bedarf bestand, zeigt sich auch daran, dass 15 der Wohnungen der neuen Seniorenwohnanlage bereits jetzt schon vermietet sind. „Die Nachfrage ist absolut da“, beteuert der Bürgermeister.

In dem Neubau sieht André Kielack jedoch eine erfolgreiche Maßnahme, um dem Problem des Wohnraummangels zu begegnen. Gerade, wenn Einfamilienhaus und Garten im Alter zu groß und zu pflegeintensiv würden, dann sei ein Umzug in dies Lembergresidenz ideal, findet er. Dem Bürgermeister und der Gemeinde sei es sehr wichtig, älteren Mitbürgern in solchen Fällen eine attraktive Alternative bieten zu können. „Senioren sollen auch im Alter selbstbestimmt in ihrer Gemeinde wohnen bleiben können“, betont André Kielack.

Zudem ergebe der Umzug der Gosheimer Senioren in die Wohnungen der Lembergresidenz einen positiven Nebeneffekt für die restlichen Bürger der Heuberg-Gemeinde. „Durch Verkauf und Vermietung der leer werdenden Häuser wird jetzt ja auch wieder anderer Wohnraum in Gosheim frei“, sagt Kielack. Dieser ist dann für alle zugänglich, die in Gosheim wohnen möchten. Bestehende Einfamilienhäuser mit Garten sind insbesondere bei jungen Familien sehr beliebt.

Exklusiv: Nicht jeder darf einziehen

In der Lembergresidenz ist die Vergabe der Wohnungen hingegen strengen Regeln unterworfen, wie der Bürgermeister berichtet. Der Gosheimer Gemeinderat hatte diese Vorgaben in einem Beschluss festgehalten. Demnach müssen Mieter einer Wohnung in der Lembergresidenz einen Bezug zu Gosheim nachweisen. Zudem werden die Wohnungen nur an potenzielle Mieter vergeben, wenn diese über 60 Jahre alt oder eine schwere Behinderung haben. Deshalb sind die Wohnungen in der Lembergresidenz allesamt seniorengerecht gestaltet worden.

Ursprünglich war noch eine weitere Regel vorgesehen, die nur Bewohner erlaubt hätte, bei denen „keine Einstufung in eine Pflegestufe“ vorliegt. Diese Regel hat der Gemeinderat aber dann doch ersatzlos gestrichen. Es gebe heute viele Personen, die trotz Pflegestufe eins oder zwei bei guter Gesundheit sind und somit als Bewerber für die Lembergresidenz in Frage kommen. Ausgiebig diskutiert wurde im Gemeinderat zudem die Aufnahme von Tieren. Letztlich einigte man sich darauf, dass Tierhaltung vorab stets der Zustimmung des Vermieters bedarf.

Die Verwaltung hat anhand einer Kostenkalkulation die Nettokaltmiete berechnet. Sie beträgt 8,95 Euro pro Quadratmeter zuzüglich 30 Euro monatlich für einen Stellplatz. Für jede vermietete Wohnung der Lembergresidenz muss auch ein solcher Stellplatz angemietet werden. Grund dafür ist die Parkplatznot in der Hauptstraße. Mietern ohne eigenes Kfz steht aber die Möglichkeit der Untervermietung frei.

Seniorengerechte Wohnungen: Was heißt das?

Bürgermeister Kielack erklärt, dass die Lembergresidenz nicht als Betreutes Wohnen gedacht ist. Dennoch sei darauf geachtet worden, die Wohnungen seniorengerecht zu gestalten. Deshalb verfügt die Wohnanlage beispielsweise über einen Aufzug und die Bäder sind allesamt barrierefrei. Wohl wissend, dass seine älteren Bürger auch stets Wert auf gute Gesellschaft legen, hebt Kielack ein weiteres Merkmal der Lembergresidenz hervor: „Es gibt einen schönen Gemeinschaftsraum“, findet er.

Nachhaltiges Bauwerk

Die Lembergresidenz in Gosheim ist in nachhaltiger Bauweise entstanden. So ist das Bau- werk mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgestattet. Um das Gebäude zu beheizen wird der Umwelt Wärme entzogen, die von der Wärmepumpe auf ein verwertbares höheres Temperaturniveau angehoben wird. Auf diese Weise wird die Lembergresidenz sehr emissionsarm beheizt, denn die Wärmepumpe selbst gibt kein CO2 ab.

Zudem bezieht die Seniorenwohnanlage Ökostrom und auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine Photovoltaikanlage. Den Mietern der Lembergresidenz ist es möglich, Strom aus der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach zu beziehen. Hierfür wir eigenes ein Mieterstrommodell angeboten.

Bürgermeister André Kielack bedankt sich im Namen der Gemeinde beim Planungsbüro Jung aus Spaichingen, das für die Lembergresidenz verantwortlich zeichnet. Sämtliche Baumaßnahmen seien innerhalb des vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmens fertiggestellt worden, berichtet der Bürgermeister.

Svenja Schönthaler