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Landkreis Lindau: Corona bringt Sorgen und Leid

Das Virus gönnt Lindau nur im Sommer eine Pause

Auch das Jahr 2021 wird von der Corona-Pandemie überschattet. FOTO: CHRISTIAN FLEMMING

LINDAU - Das Virus bringt viel Leid in Lindauer Familien, die geliebte Menschen verlieren. Frauen und Männer sorgen sich um ihre Existenz, Kinder und Jugendliche vermissen ihre Schulfreunde, und alte Menschen leiden unter Einsamkeit. Der Sommer lässt uns neue Kraft tanken, bevor das Virus mit voller Wucht zurückkommt. Auch das Jahr 2021 steht im Zeichen der Corona-Pandemie.

Es beginnt mit der Verlängerung des Lockdowns: Homeschooling und Homeoffice zwingen in die eigenen vier Wände, Einzelhändler und Gastronomen sperren ihre Läden zu. Auch im Sport steht alles still, Musiker motten ihre Instrumente ein, die Narren lasen ihr Häs im Schrank: Soziale Distanz statt Geselligkeit.
 

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Aber es gibt Hoffnung: Lindau ist einer der ersten Landkreise in Deutschland, der seinen Bürgerinnen und Bürgern eine Impfung anbietet. Und doch sind da auch immer wieder Rückschläge: Im Juni ist Lindau nach Ansteckungen in einem Flüchtlingsheim deutschlandweit der Ort mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz.

Kontrolle statt freie Fahrt nach Österreich: Das Virus zeigt den Lindauern Grenzen auf, die sie schon lange nicht mehr wahrgenommen haben. Verwandte besuchen, Essen gehen und tanken in Österreich – was ist erlaubt? Ständig wechselnde Regelungen sorgen das Jahr über für Verwirrung. 2021 ist das Jahr der Absagen. Die Psychos und Nobels tagen nur online, es gibt kein Kinderfest, kein Stadtfest, kein U&D, kein Winzerfest, kein Oktoberfest und keine Hafenweihnacht. Der Musikverein Oberreitnau sagt sein Bezirksmusikfest ab. Wir gewöhnen uns an Begriffe wie „Notbremse“, „Click und Meet“ und „Click und Collect“. Ende des Jahres wissen wir auch, was sich hinter „3G“, „2G“ und „2G-Plus“ verbirgt. Die Öffnungszeiten der Schnellteststationen sind gefragtes Wissen, und jedes Kind kann mit dem Stäbchen in der Nase umgehen.

Mit den steigenden Temperaturen gibt es erste Lockerungen. Gastronomie und Freibäder öffnen, und auch im Sport geht’s endlich wieder los. Urlaub im eigenen Land ist immer noch in, was sich in überfüllten Straßen und Gassen in Lindau zeigt. Es fühlt sich fast wieder normal an. Doch dann zeigt die Deltavariante im Landkreis Wirkung. Seit Anfang August steigen auch hier die Infektionszahlen wieder, die vierte Welle bahnt sich an. Impfdurchbrüche nehmen im Winter zu, die Krankenhäuser sind am Limit. Bis zum 10. Dezember sind insgesamt 69 Menschen im Landkreis im Zusammenhang mit Covid gestorben, allein 2021 verloren 34 den Kampf gegen das Virus. Yvonne Roither