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Messermord im Lindauer Hostel: Revisionsprozess in Kempten geht zugunsten des Ehemanns aus

Er tötet seine Frau in einem Lindauer Hostel und bekommt eine milde Strafe – Dann geht er in Revision

An einem Abend im März 2020 tötete ein Mann seinen Ehefrau in einem Lindauer Hostel. FOTO: MICHAEL SCHEYER

LINDAU - Im März 2020 bringt ein Ehemann seine Frau in einem Lindauer Hostel um. Der damals 36-Jährige wird wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt und geht in Revision. In zweiter Instanz wird in diesem Jahr dann zugunsten des Angeklagten entschieden.

Es ist ein Fall bestimmt von Streit und Eifersucht: Am Ende einer toxische Beziehung führt eine Auseinandersetzung der Eheleute dazu, dass der Mann in einem Lindauer Hostel seine Frau mit einem Messer tötet. Daraufhin wählt der Mann selbst den Notruf, unternimmt Rettungsversuche und lässt sich ohne Widerstand abführen.

Im Revisionsprozess im Oktober dieses Jahres entscheidet dann das Landgericht in Kempten in zweiter Instanz: Diese und andere strafmildernde Umstände sprechen für den Mann. „Die Tat ist in ihrer Erheblichkeit anders zu werten und damit verschiebt sich das Strafmaß“, sagte die Staatsanwältin während der Verhandlung. In Anbetracht des Streits und des Alkoholeinflusses sei seine Steuerungsfähigkeit nicht ausschließbar behindert gewesen. Er habe eine Alkoholsucht, die ihm nicht vorzuwerfen sei. Positiv für ihn ausgelegt wurde auch sein Geständnis vor Gericht.

In dem zweiten Prozess sollte außerdem entschieden werden, ob der Mann in einen Entziehungsanstalt untergebracht wird. Eine psychologische Gutachterin sagte in der Verhandlung aus, dass der Mann „markante Persönlichkeitszüge, aber keine Störung“ habe. Er versuche, die Probleme im Alkohol zu ertränken. Die Gutachterin schlug eine zweijährige Unterbringung in der Anstalt vor.

Schlussendlich verurteilte der Vorsitzende Richter Christian Roch den Mann in zweiter Instanz zu fünfeinhalb Jahren Haft. Außerdem veranlasste er, dass der Mann in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. Ronja Straub
 


49-Jähriger ist bei Autounfall bereits tot

 
LINDAU - Er war offenbar schon tot, als ein 49-Jähriger im November einen Unfall in Lindau verursachte. Die Einsatzkräfte konnten ihn nicht mehr wiederbelegen. Zuvor war er mit seinem Auto an parkende Autos gestoßen.

Die Polizisten mussten die Seitenscheibe des Autos einschlagen, um den Mann zu bergen. Dabei zeigte der Mann schon keine Lebenszeichen mehr. Auch der Notarzt konnte den Mann bei einem Reanimationsversuch nicht wiederbeleben.

Der 49-Jährige war auf der Achstraße Richtung Reutiner Straße unterwegs und mit seinem Wagen gegen ein Auto am rechten Fahrbahnrand gestoßen, das er noch etwa 30 Meter vor sich her schob. Anschließend prallte der Unfallwagen gegen zwei weitere Autos.

30 Feuerwehrleute sicherten die Unfallstelle und banden auslaufende Flüssigkeiten aus den kaputten Autos ab. (rst)


Verschwundener Mann wird gefunden

 
LINDAU - Im August 2020 ereignete sich am Bodensee bei Lindau ein großes Drama: Bei einem Badeunfall starb ein Mann, ein anderer ging einfach unter. Ein Jahr später wird er gefunden.

Die Polizei suchte vor einem Jahr mit allen Mitteln nach dem Verschwundenen, doch er schien wie im See verschluckt. Fast genau ein Jahr nach dem Unfall wagt die Lindauer Wasserschutzpolizei mit Spezialisten einen neuen Versuch: Mit einem Spezialgerät und Hunden suchen sie erneut – und finden den Mann tatsächlich. Mittlerweile ist er geborgen und beerdigt. (jule)