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Traditionsfest und Shoppinggelegenheit


Seibold

Am Sonntag, den 10. Oktober, feiert Hüttlingen die traditionelle Hüttlinger Kirchweih. Nach einem Jahr Pause dürfen dieses Mal dazu auch wieder die Hüttlinger Fachgeschäfte ihre Türen öffnen.

HÜTTLINGEN - Traditionell findet die Hüttlinger Kirchweih am zweiten Sonntag im Oktober statt und erinnert an die Weihe der Heilig-Kreuz-Kirche am 15. Oktober 1923. Begonnen wird der Festtag mit einer Eucharistiefeier um 8 Uhr und einem Gottesdienst um 10 Uhr.

Für Pfarrer Ludwig Heller ist die Kirchweih ein besonderes Fest im Christentum: „Die Gemeinde ist eine große Familie, die in der Kirche ihr Zuhause hat. Jeder Mensch braucht einen Ort, an den jemand auf ihn wartet. Am Sonntag danken wir den Erbauern und Renovierern der Heilig-Kreuz-Kirche, dass sie uns dieses Zuhause gegeben haben“, sagt Heller.

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1920 war die Raumnot in der damaligen Hüttlinger Michaelskirche so groß geworden, dass ein Teil der Gläubigen den Gottesdienst von vor der Tür der Kirche verfolgen musste. Trotz steigender Inflation und damit ebenfalls schwieriger Zeiten entschied man sich damals dazu, den Kirchenbau zu vergrößern. Weil alle zusammenhielten, mithalfen und spendeten konnte die Kirche in zwei Jahren umgebaut und bereits 1923 eingeweiht werden. Das Jubiläumsbuch zum 50-jährigen Weihejahr berichtet von einem Weihegottesdienst, über dem fühlbar der Gemeinschaftsgeist ruhte, der schon während der Bauzeit lebendig gewesen sei. Was für eine schöne und hoffnungsvolle Botschaft auch für die heutige Zeit!

Früher waren es die Landwirtsöhne des Ortes, die nach dem Gottesdienst mit ihren Geißeln geschnalzt haben. Heute machen das die Hüttlinger Goislschnalzer. Gegen 11 Uhr stellen sie sich in der Ortsmitte auf und lassen ihre Peitschen knallen. „Für den Knall muss die Peitschenspitze Überschallgeschwindigkeit erreichen. Dabei kommt es auf den richtigen Zug an“, erklärt Oskar Bieg, der jahrelange Erfahrung in dieser Disziplin hat. Im Anschluss geht es zum traditionellen Kirchweihessen, für dessen spezielle Kirchweihgerichte das Gasthaus Lamm verantwortlich ist. „In diesem Jahr gibt es für alle, die vorbestellt haben, eine halbe Entenbrust mit Blaukraut und Semmelknödeln“, verrät Gabi Röhrle.

Verkaufsoffener Sonntag

Seit fast 30 Jahren und nach nun einem Jahr Pause schließt sich der Gewerbe- und Handelsverein (GHV) wieder dem kirchlichen Fest mit einem verkaufsoffenen Sonntag an. Dafür ist die Bachstraße als Haupteinkaufsstraße und die Straße an der Pfitze bis zur Orthopädie Minder für Autos gesperrt.

Viele Hüttlinger Geschäfte in diesem Bereich laden zum Einkaufsbummel und Shoppen ein. Im Schuhmarkt gibt es an diesem Tag 20 Prozent. Bei Hot Jeans locken die Rabatte, die derzeit im Zuge der Familienfeier „100 Jahre Verkaufserfahrung“ gelten. Auch Schmuck Rieger öffnet seine Türen für Besucher und in der Bäckerei Stollmeier ist eine kleine Stärkung zwischendurch zu bekommen. Den ganzen Tag über gibt es dort Kaffee und eine große Auswahl an Torten und Kuchen.

Volles Programm für Kinder

Auch für die kleinen Gäste ist einiges geboten. So sponsern die örtlichen Banken auch in diesem Jahr wieder ein Kinderkarussel. Kinder können darauf kostenlos mitfahren. Gutscheine dafür sind in den Geschäften erhältlich.

Für Kinder, denen Karusselfahren zu langweilig ist, stellt der GHV wieder einen Kletterturm bereit. Professionell im Klettergeschirr, abgesichert durch Fachpersonal der Firma Epira, geht es darauf hoch hinaus. Außerdem findet auf dem Cotignola-Platz wieder der Kinder-für-Kinder-Flohmarkt statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es wir auch keine Standgebühr erhoben.

Von 11 bis 12 Uhr können die jungen Händler gemeinsam mit einer erwachsenen Begleitperson ihren Stand aufbauen. Verkauft wird von 13 bis 18 Uhr. „Kinder dürfen so das Handeln lernen und Dinge, die sie zuhause nicht mehr brauchen – Spielzeug, Comics, solche Dinge – mitbringen und verkaufen“, so der Vorstand des GHV, Rainer Horlacher. Die Stände könnten in ausreichendem Abstand zueinander aufgestellt werden, sodass der Infektionsschutz gegeben sei.

Die Veranstalter sind sich der derzeitigen Situation durchaus bewusst und leisten den ihnen möglichen Beitrag zum Schutz der Besucher. So werden in diesem Jahr deutlich weniger externe Stände aufgestellt sein, sodass sich das Geschehen entzerrt.

„Wir sind ja noch nicht durch, aber wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“, sagt Horlacher. Mit dem Schritt zum verkaufsoffenen Sonntag erhofft er sich für die Bevölkerung einen gewissen Neustart nach Corona und die Möglichkeit, mal wieder zusammenzukommen, sich auszutauschen und im Rahmen des Möglichen eine gewisse Normalität zu leben.

Parkplätze für Besucher gibt es in Hüttlingen zur Genüge entlang der Abtsgmünder Straße, auf den Parkplätzen der beiden Supermärkte und an der Limeshalle. SARAH PIRKER