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100 Jahre Sparkasse in der Musikstadt

 


Bereits vor dem ersten Weltkrieg gab es mit einem Schulsparpfleger und einem Ortssparpfleger erste Sparkassenspuren in der Musikstadt Trossingen. In der Amtsversammlung vom 4. Juli 1918 schlug der Bezirksrat deshalb vor, in Trossingen eine Nebenstelle der Oberamtssparkasse, der Vorgängerin der Kreissparkasse Tuttlingen, zu errichten. Der Erste Weltkrieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Erschütterungen ließen diesen Beschluss jedoch vorerst nicht zur Ausführung kommen.

Am 25. Mai 1921 wurde der Beschluss von der Amtsversammlung erneut gefasst und bereits am 15. August 1921 erfolgte die Eröffnung der ersten Zweigstelle in Trossingen. Damals noch als Sparkassennebenstelle, die der Gemeindepflege Trossingen angegliedert war und in Personalunion von Gemeindepfleger Hausmann und Gemeindekassier Honeker betreut wurde. Der Kundenkreis war damals mit 60 Girokonten und 119 Sparkonten noch sehr überschaubar. Die neu errichtete Zweigstelle entwickelte sich jedoch überaus positiv. Auch die Inflation, die in den Jahren 1923 und 1924 ihren Höhepunkt erreichte, hatte diese Entwicklung nur kurzzeitig unterbrochen. Der Umsatz im Jahr 1925 erreichte bereits 5 Millionen Reichsmark.

Die starke Zunahme der Kundenzahlen und die hohe Nachfrage machte bereits nach wenigen Jahren die Errichtung eines eigenen Sparkassengebäudes und die Trennung von der Gemeindepflege notwendig. 1926 konnte das neue, erste eigene Sparkassengebäude in der Hohnerstraße 24 bezogen werden. Die Baukosten beliefen sich auf 103.000 Reichsmark. Zum ersten Zweigstellenleiter wurde Alois Gelder berufen; ihm zur Seite stand der bisherige Gemeindebuchhalter Hermann Steuer, der ab 1942 selbst die Leitung der Sparkasse vor Ort übernahm. Anfang der 1930er Jahre hatte die Sparkasse in Trossingen einen Einlagenbestand von drei Millionen Reichsmark und einen Jahresumsatz von 15 Millionen Reichsmark.

Nach den Kriegswirren galt es für die Sparkasse, die Menschen beim Wiederaufbau und der Währungsreform 1948 gut zu begleiten. Denn diese vernichtete auf einen Schlag große Teile der Geldreserven der Bürgerinnen und Bürger. Von den ursprünglichen Einlagen der Kreissparkasse in Trossingen in Höhe von 18,3 Millionen Reichsmark blieben nach der Währungsreform lediglich Spareinlagen über 689 Tsd. DM und Giroeinlagen über 97 Tsd. DM übrig.

Das Wirtschaftswunder sorgte auch in Trossingen für einen unerwarteten Aufschwung. Die Kreissparkasse war mittendrin und versorgte die Menschen und die Unternehmen mit Krediten: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhielten günstige Wohnungsbaudarlehen; Gewerbe, Handel und Handwerk wurden mit Investitionskrediten unterstützt. Bereits 1951 konnte die Kreissparkasse in Trossingen Einlagen über 2,6 Millionen DM und einen Jahresumsatz von rund 60 Millionen DM verzeichnen. Damals hatte bereits jeder zweite von den 10.300 Einwohnern des Einzugsbereichs der Sparkasse in Trossingen ein Sparkonto.

Das Problem der räumlichen Unterbringung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Organisation des Geschäftsbetriebes stellte sich daher ganz von selbst. Aus diesem Grund beschloss der Verwaltungsrat im Januar 1951 den Umbau der Zweigstelle. In den 1960er Jahren hielten dann ganz neue technische Möglichkeiten Einzug bei der Kreissparkasse in Trossingen: Als erste mittelgroße Sparkasse in Württemberg führte die Kreissparkasse Lochkartenmaschinen für die elektronische Kontoführung im Giro- und Buchungsverkehr ein.

1961 wurde Stefan Hofmann zum Nachfolger von Oberinspektor Steuer benannt, welcher sich in den Ruhestand begab. Auf Stefan Hofmann, der sich zur Sparkasse Kempten veränderte, folgte bereits 1965 Sparkassenoberinspektor Hans Herter.

Das rasant zunehmende Geschäftsvolumen führte dazu, dass sich mit 29 Angestellten und 5 Auszubildenden die Mitarbeiteranzahl auf ein neues Rekordhoch entwickelte. Die zunehmende Anzahl an Kunden, wachsende Aufgaben und die vielen neuen Mitarbeiter*innen brauchten Platz und die bestehenden Geschäftsräume wurden schnell zu eng. Am 4. Juli 1969 hat der Verwaltungsrat daher den Erwerb des Gebäudes in der Hauptstraße 18 beschlossen, mit dem Ziel eines Neubaus der Hauptzweigstelle mit vorgesehenen Baukosten von über 3 Millionen DM.

Im Jahr 1973 konnte die Kreissparkasse in Trossingen dann in ein neues und modernes Gebäude in der Hauptstraße 18 einziehen, das für die kommenden 38 Jahre die neue Heimat sein sollte.

Anfang der 1980er Jahre ging die Entwicklung im modernen Spar- und Giroverkehr dann weiter. Die Kreissparkasse führte nun auch für den gesamten Sparverkehr ein elektronisches System ein, bei dem Einzahlungen fortan sofort über ein Rechenzentrum verbucht werden konnten. 1984 folgte dann auch der erste Geldautomat, der in Trossingen vor Ort aufgestellt wurde.

Die Wiedervereinigung brachte für Trossingen, wie auch für viele andere Städte und Gemeinden, Anfang der 1990er Jahre ganz neue Herausforderungen. Die Kreissparkasse in Trossingen stand wiederum bereit, um die Stadt bei den strukturellen Veränderungen und die Bürger, insbesondere bei der Finanzierung von neuem Wohnraum, mit der Bereitstellung von Darlehen in Millionenhöhe aktiv zu unterstützen.

Mit der Einführung des damaligen „Telefonbankings“ und des heutigen „Onlinebankings“ wurde der Grundstein für das heutige moderne digitale Angebot der Kreissparkasse gelegt. 1999 wurde die Internetseite www.ksk-tut.de zum ersten Mal geklickt und ist seitdem ununterbrochen 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche erreichbar. Im gleichen Jahr wurde Direktor Hans Herter nach über 30 Jahren an der Spitze der Direktion Trossingen offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger Ralf Bäuerle ins Amt eingesetzt.

Als am 1. Januar 2002 der Euro als neues Zahlungsmittel eingeführt wurde, hat die Kreissparkasse in Trossingen als größte Bank vor Ort die Währungsumstellung maßgeblich mitgestaltet. Innerhalb kürzester Zeit wurden die DM-Bargeldbestände in Euro-Banknoten getauscht. Auch Jahre später nahm die Kreissparkasse noch alte Banknoten zum Umtausch an.

Im Juli 2008 wurde Direktor Ralf Bäuerle in den Vorstand der Sparkasse Salem-Heiligenberg berufen. Die Leitung der Direktion Trossingen wurde daraufhin an Direktor Harald Gnirß übertragen. 35 Jahre nach dem Bezug des bestehenden Gebäudes in der Hauptstraße folgte im gleichen Jahr die Entscheidung für einen Neubau in der Bahnhofstraße. Die Kreissparkasse investierte die damalige Rekordsumme in Höhe von 8,5 Millionen Euro und feierte 2011 eine große Eröffnung mit allen Bürgerinnen und Bürgern Trossingens. Seitdem ist die neue Sparkassendirektion prägend für das Stadtbild und ein weiteres klares Bekenntnis zum Standort in Trossingen.

Im Jahr 2020 trat Thomas Vogel als zuständiger Regionalleiter für die Direktion Trossingen die Nachfolge des langjährigen Direktors Harald Gnirß an, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Mehr als jeder zweite Einwohner in Trossingen führt derzeit sein Girokonto bei der Kreissparkasse und auch die Mehrzahl der regionalen Unternehmen und Betriebe haben eine Geschäftsbeziehung zur Sparkasse vor Ort. Mit Krediten in Summe von knapp 300 Millionen Euro und Einlagen in Höhe von über 430 Millionen Euro kommt der Direktion in Trossingen eine äußerst hohe Bedeutung für die Kreissparkasse Tuttlingen als Ganzes zu.