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„Empathie ist für den Beruf ausschlaggebend“

 

Die Katholische Kindertageseinrichtung St. Martin in Hofherrnweiler. Raquel Langerfeld (oben rechts) ist bereits im dritten Ausbildungsjahr zur Erzieherin. FOTOS: PRIVAT / KINDERGARTEN

Erzieher vermitteln grundlegende Werte, schenken Geborgenheit und ermöglichen positive Erfahrungen mit dem Glauben. Dazu bringen sie ihre Persönlichkeit, eigene Ideen und viel Kreativität ein. Raquel Langerfeld befindet sich bereits im dritten Ausbildungsjahr zur Erzieherin und berichtet im Interview von ihren Erfahrungen. 
   

Warum hast du dich für die Ausbildung als Erzieherin entschieden?

Ich wollte noch nie etwas mit Maschinen oder Computern, sondern etwas mit Menschen machen. Durch meinen Bekannten- und Familienkreis bekomme ich immer wieder mit, wie lebendig Kinder sind und wie viel Freude sie einem bringen.

Zudem habe ich ein FSJ in der Krippe gemacht. Irgendwann kam der Wunsch auf, als Erzieherin zu arbeiten.

Ohnhäuser GmbH

Wie waren deine ersten Wochen in der Katholischen Kindertageseinrichtung St. Martin?

Ich kann mich daran erinnern, dass ich definitiv sehr aufgeregt war. Die Umgebung, das Team und die Arbeit waren für mich neu. Allerdings habe ich tolle Kollegen, die mir viel erklärt und Zeit gegeben haben, mich einzuleben.

Welche Aufgaben übernimmst du während deines Arbeitsalltags?

Durch die PiA, also die praxisintegrierte Ausbildung, bin ich zwei Tage in der Schule und drei Tage in der Kita. Wenn ich arbeite, fange ich meist um 6.45 Uhr an und bereite dann gleich das Bistro für die Kinder vor, da sie bei uns selbstständig zum Frühstück gehen dürfen. Zwischen 7 und 9 Uhr kommen sie zu uns und wir beginnen den Tag mit einem Morgenkreis. Die Kinder in unserer Gruppe bleiben bis 13 Uhr, dann werden sie von ihren Eltern abgeholt. Danach habe ich noch Vorbereitungszeit für den kommenden Tag und weitere Angebote. Da wir eine katholische Bildungsstätte sind, vermitteln wir den Kindern zudem religiöse Werte.

Wie hat die Coronapandemie deinen Arbeitsalltag verändert?

Die Kinder werden zwei Mal pro Woche getestet, entweder vor Ort in der Kita oder zu Hause. Das müssen wir natürlich dokumentieren. Um die Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu beachten, schicken wir sie mehrmals am Tag zum Händewaschen. Die Kinder sind in konstanten Gruppen. Daher sind die Nutzung der Räume und die Vielfalt der Bildungsbereiche, im sonst offenen Haus, leider eingeschränkt.

Zudem haben wir die Abholzeiten verändert, sodass die Eltern versetzt kommen müssen, um einen Andrang vor der Kita zu vermeiden. Die ersten Kinder werden somit bereits um 12 Uhr abgeholt, die nächsten um 12.30 Uhr und die letzten dann um 13 Uhr. Das klappt super!

Was gefällt dir besonders gut und was tust du gar nicht gern?

Die Arbeit am Kind macht mir am meisten Spaß. Natürlich führe ich auch gerne Elterngespräche und lege die Portfolio der Kinder an, also eine Art Dokumentation von Fortschritten und der Kindesentwicklung. Ehrlich gesagt, macht mir alles Spaß.

Was ich anstrengend finde, ist der Wechsel zwischen Schule und Arbeit. Oftmals stehe ich unter Druck, denn ich will in der Kita genauso etwas lernen wie in der Schule. Das ist meiner Meinung nach der einzige Haken.

Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Mir ist es besonders wichtig, viele Erfahrungen zu machen und natürlich auch Fehler. Denn aus seinen Fehlern lernt man.

Welche Voraussetzungen braucht man, um als Erzieherin zu arbeiten?

Ich denke, Empathie ist ausschlaggebend. Zudem sollte man viel Geduld und Ehrgeiz mitbringen. Was ich gerne hinzufügen möchte, ist, dass der Beruf weiterhin sehr weiblich geprägt ist. Wünschenswert wäre es, wenn wir ein paar männliche Kollegen bekommen würden. VON FRANZISKA STÖLZLE