Pferdezucht hat hohen Stellenwert auf dem Kalten Markt auf dem Ellwanger Schießwasen Image 1

Pferdezucht hat hohen Stellenwert auf dem Kalten Markt auf dem Ellwanger Schießwasen

  

Ein Küsschen für einen ersten Preis bei der Prämierung.

Ellwangen ist bekannt für die Pferdezucht. Der Schießwasen ist ein Treffpunkt für Kenner und Interessierte gleichermaßen. Wenn am Montagmorgen, fast noch bei Dunkelheit, die ersten Pferdetransporter auf den Schießwasen einfahren, dann ist Kalter Markt und genau gesagt, dann ist Prämierung. 
       

ELLWANGEN - Grund genug also sich auf die Prämierung vorzubereiten und das „beste Pferd im Stall“ mit zur Prämierung zu nehmen. Dieses darf im Ring nicht zu nervös sein, muss sich im Schritt und im Arbeitstrab präsentieren. Und manchmal weiß man nicht so genau, wer jetzt eigentlich wen führt: Der Züchter sein Pferd oder das Pferd den Züchter. Franz Fuchs, Vorsitzender vom Pferdezuchtverein Aalen-Ellwangen weiß von der Entwicklung der Pferdezuchtprämierung auf dem Ellwanger Schießwasen. Früher gab es in Ellwangen nur einen reinen Auftrieb von Pferden und Vieh, die zum Verkauf angeboten wurden. Die Rösser, jahrhundertelang Wegbegleiter des Menschen im Alltag, wurden zunehmend von Automobilen und von Traktoren ersetzt. Die Anzahl der Tiere, welche beim Kalten Markt vorgestellt und zum Verkauf angeboten wurden, ging Jahr zu Jahr zurück und spiegelte damit die technische Modernisierung wider. 
   

Bleib standa, Preisrichter guckat scho ... FOTOS: HAFI
Bleib standa, Preisrichter guckat scho ... FOTOS: HAFI

Lange Zeit war die Pferdeprämierung beim Kalten Markt auf dem Ellwanger Schießwasen von Warmblutrassen geprägt. Auch heute noch sind die Warmblüter bei der Prämierung in der Überzahl, wie die Fakten belegen. Es gibt 15 bis 20 Meldungen Kaltblüter, (gleichbleibend stabil), 20 bis 30 Meldungen für Kleinpferde (gleichbleibend bis leicht zunehmend) und 65 bis 70 Meldungen Warmblüter (nach wie vor dominierend und konstant). Bei den Kaltblütern waren es anfangs nur das Süddeutsche Kaltblut oder Schwarzwälder Füchse. Zwischenzeitlich sind es auch die Rasse Noriker oder das französische Kaltblut, um nur ein paar Wenige zu nennen. „Die Begeisterung an Kaltblutpferderassen im Freizeitbereich steigt“, weiß Franz Fuchs und er hebt auch den Grund dazu heraus: „Die Kaltblutpferde zeichnet ein ruhiger, ausgeglichener Charakter aus. Erika Krämer, Ehrenvorsitzende des Vereins Baden-Württemberger Kaltblut, hebt Ellwangen sogar als bedeutenden Kaltblutstandort heraus.

„Die Pferdezucht hat einen hohen Stellenwert auf der Ostalb und speziell im Ellwanger Raum“, wie Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, Leiterin des Landgestüts in Marbach, schon bei Besuchen der Pferdeprämierung auf dem Schießwasen lobend herausgestellt hat. Dass bei der Prämierung auf dem Schießwasen auch Gespanne mit auffahren, lässt das Herz der Gespannfreunde höherschlagen. Prächtig herausgeputzte Warm- und Kaltblüter mit in der Sonne glänzendem und poliertem Geschirr, angespannt als Zwei- oder Vierspänner, drehen die Runden vor den Preisrichtern und sind eine Augenweide. (hafi)