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Kalter Markt 2022 abgesagt: Es fehlt die besondere Stimmung in der Stadt Ellwangen

  

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Schon zum zweiten Mal muss man in diesem Jahr auf dampfende Rösser und Hufgeklapper auf dem Schießwasen und in den Straßen und Gassen von Ellwangen verzichten. Der Kalte Markt, musste wegen der hohen Coronazahlen erneut abgesagt werden. Der Kalte Markt ist die größte Veranstaltung Ellwangens und gibt der Stadt zum einen den hervorragenden Ruf im Bereich der Pferdezucht im gesamten süddeutschen Raum, zum anderen aber auch einen wirtschaftlichen Schub. Und Fans dieser Traditionsveranstaltung vermissen das besondere Flair, das beim Kalten Markt sonst über der Stadt liegt. 
   

Stadt Ellwangen

ELLWANGEN - Seit mehr als 1000 Jahren ist der Kalte Markt nicht mehr aus Ellwangen wegzudenken. Er lockt nicht nur Einheimische, sondern auch Besucher aus dem weiteren Umkreis an. Das wiederum macht klar, dass diese Veranstaltung wirtschaftlich für die Stadt von großer Bedeutung ist. „Dass der Kalte Markt 2022 ausfällt, ist übel. Das kann man nicht anders ausdrücken“, so Verena Kiedaisch, Leiterin der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings sowie Oberbürgermeister Michael Dambacher.

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Kutteln gehören zum Kalten Markt wie die Pferde. In allen Gasthäusern aber auch an Ständen auf dem Schießwasen und in der Stadt gibt's diese Spezialität in allen Variationen. FOTOS: HAFI
Kutteln gehören zum Kalten Markt wie die Pferde. In allen Gasthäusern aber auch an Ständen auf dem Schießwasen und in der Stadt gibt's diese Spezialität in allen Variationen. FOTOS: HAFI

Absolutes Herzstück der Veranstaltung ist die Pferdeprämierung am Montagvormittag auf dem Ellwanger Schießwasen sowie der große Pferdeumzug durch die geschmückte Stadt. Waren es zu früheren Zeiten die Pferdehändler, welche das Geschehen dominierten, so ist es heute die Pferdezucht, welche mit der Prämierung der rund 120 aufgetriebenen Pferde den besonderen Rang von Ellwangen als Pferdezüchterstadt hervorheben. Allein die Pferdeprämierung und der große Reiterumzug durch die Stadt ziehen Tausende Besucher und Einheimische an. Das wiederum bedeutet, dass den Gastronomen und den Hotels gute Umsätze beschert werden. „Über den Kalten Markt sind oft die Zimmer ausgebucht“, weiß Verena Kiedaisch. Und da gibt es noch die Kutteln und das gute Ellwanger Bier, eine besondere Spezialität zum Kalten Markt. Allein von den schmackhaften Kutteln werden Unmengen an Portionen in den Wirtshäusern aber auch auf der Straße oder dem Schießwasen verkauft. Und jede Zubereitung schmeckt anders. Kuttelfans gehen in Ellwangen von Lokal zu Lokal, um die besten Kutteln zu küren.


Der Kalte Markt zieht normalerweise tausende Besucher an


Der verkaufsoffene Sonntag am Kalten Markt ist stets Auftakt für den Winterschlussverkauf. Der Handel macht auch aktuell viele gute Angebote, aber in diesem coronabelasteten Jahr müssen sie in vielen gewohnten Dingen umdenken und sich zum Teil andere Vertriebswege suchen. Aber der Ellwanger Einzelhandel ist stark darum bemüht, dass die Kunden alles finden – und das bei guter Beratung – was sie suchen. Das macht eben den entscheidenden Unterschied zwischen Online- und Einzelhandel aus. Getroffen hat die Pandemie auch die Marktbeschicker, die an mehreren hundert Ständen ihre Ware in Ellwangen feilbieten. Sie müssen auch in diesem Jahr darauf verzichten. (HAFI)