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Der Kalte Markt in Ellwangen ist das Stimmungsbarometer der Wirtschaft, so Oberbürgermeister Michael Dambacher

  

Mann mit Hut. Wer auf den Kalten Markt geht, weiß, was er der Tradition schuldet.

Seit dem Jahr 2000 wird am Kalten Markt anfangs in drei Hallen, seit knapp zehn Jahren in vier Hallen, die Ausstellung „Haus, Garten, Landwirtschaft“ sowie die Ellwanger Technikmesse organisiert. Der Gesundheits- und Seniorentag kommt hinzu. Nun bleiben die Hallen leer, heißt, sie werden gar nicht erst aufgebaut. 
    

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ELLWANGEN - Thomas Steidle, verantwortlich für die Messe ist traurig, dass der Ellwanger Schießwasen schon zum zweiten Mal leer bleibt. „Und dabei hatten wir doch ein so ausgeklügeltes Hygieneprogramm. Wir hätten das ganze Gelände auf rund 5000 Quadratmetern eingezäunt und sechs Ein- und Ausgänge installiert, damit es zu keinem Gedränge kommt“, erzählt er. „Aber jetzt ist alles abgesagt“, das tut schon weh. „Für die Aussteller und Messeveranstalter ist das ein Verlust“, fügt Kiedaisch hinzu, denn neben dem Verkauf werden auf der Messe Kundenbeziehungen gepflegt, erste wichtige Kontakte geknüpft und Gespräche geführt, aus denen sofort und später Aufträge resultieren.

Für die Landwirte ist die Messe ebenfalls von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Auf dem Kalten Markt trifft man sich, tauscht Erfahrungen aus und pflegt bereits vorhandene Beziehungen. Der landwirtschaftliche Gebrauchtgerätemarkt, auf dem einige gute und preiswerte Produkte zu finden sind, hat schon manchem Landwirt ein neues Ackergerät auf seinen Hof gespült. Und da gibt es noch die Bauerkundgebung, zu der 2020 Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Festredner in der Ellwanger Stadthalle sprach. Dieses Jahr geschieht das ohne Menschen über eine Videoschaltung direkt aus dem Ellwanger Rathaus. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, wird zur Bauernkundgebung sprechen.

Den Autohändlern fehlt eine Präsentationsmöglichkeit, wie diese am Sonntag in der Ellwanger Innenstadt bestens gegeben war und die viele Interessenten, die sich nach einem fahrbaren Untersatz umschauten, angezogen hat.

Der Kalte Markt, das bestätigt auch Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher, sei eine wichtige Bühne für die Gewerbetreibenden, die nun zum zweiten Mal coronabedingt fehlt. „Wir konnten in vielen Gesprächen mit den Teilnehmern ausmachen, wie die wirtschaftliche Tendenz zum neuen Jahr ist und die aktuelle Lage einfangen.“ Viele bezeichnen den Kalten Markt als einen Stimmungsbarometer nicht nur der regionalen Wirtschaft, der nun zum zweiten Mal fehlt. Allerdings lassen die guten Entwicklungen bei den Ellwanger Betrieben ein weiteres positives Jahr für den Wirtschaftsstandort Ellwangen erwarten.


„Keiner muss komplett auf das ,Kalte-Markt-Feeling‘ verzichten. Und wir schauen gemeinsam nach vorne auf den Kalten Markt 2023“ - OB Dambacher


„Der Kalte Markt ist einfach ein richtiger Höhepunkt in einer Zeit, in der sonst nicht so viel geboten wird. Wir schleichen uns in Ellwangen eigentlich nicht ins neue Jahr, sondern begrüßen es immer mit einem furiosen Auftakt, nämlich dem Kalten Markt. Daher bleibt auch bei der pandemiebedingten Absage die Veranstaltung eine ,Herzenssache‘ für alle Akteure und Besucher aus nah und fern: Keiner muss 2022 auf die geliebten Kutteln verzichten, die es in zahlreichen Lokalen und Metzgereien vor Ort oder zum Mitnehmen gibt. Bei der Benefizaktion der Firma Expert werden am Samstag, 8. Januar, auf dem Wochenmarkt Kutteln verkauft. Der Handel in der Woche des Kalten Marktes mit vielen Aktionen und Angeboten in den Winterschlussverkauf, die Bauernkundgebung findet live – wenn auch digital – statt“, so Citymanagerin Verena Kiedaisch.

„Die Minidoku zum Kalten Markt auf der städtischen Webseite wird extra für 2022 erstellt, so dass keiner komplett auf das ,Kalte-Markt-Feeling‘ verzichten muss. Und wir schauen gemeinsam nach vorne auf den Kalten Markt 2023“, schließt Oberbürgermeister Michael Dambacher optimistisch. (HAFI)