Ellwanger Fest: Ein Hoch auf die Pferde

Ellwanger Fest: Ein Hoch auf die Pferde

Der Kalte Markt Anfang Januar ist das älteste und traditionellste Ellwanger Fest.

Ellwangen
Ellwanger Fest: Ein Hoch auf die Pferde

Der Kalte Markt Anfang Januar ist das älteste und traditionellste Ellwanger Fest. FOTO: HAFI

04.01.2023

Die Silvesterböller sind kaum verhallt, die Sternsinger sind gerade zur Stadt hinausgezogen, da klappern im winterlichen Ellwangen die Pferdehufe. Ein Geräusch, das man in der Woche nach Dreikönig unter keinen Umständen missen möchte, verkündet es doch unwiderruflich, dass er da ist, der Kalte Markt. Er findet dieses Jahr wieder von Freitag, 6., bis Mittwoch, 11. Januar, statt.

ELLWANGEN - Was im frühen Mittelalter als Pferdemarkt begonnen hat, hat sich mittlerweile zu einem Markt mit überregionaler Größe entwickelt. Landwirte, Viehzüchter und Pferdebesitzer haben sich das genaue Datum in ihrem Kalender längst dick angestrichen. Für sie ist es ein Pflichttermin, freilich ein angenehmer und nach dem Ausfall in den beiden vergangenen Jahren ein lang herbeigesehnter. Für die Ellwanger ist der Kalte Markt so etwas wie die fünfte Jahreszeit. Das älteste und traditionellste Ellwanger Fest, das in 2023 vom 6. bis zum 11. Januar geht, ist reich an Eigen- und Besonderheiten.

Vielfältiges Programm

Den Auftakt macht die Kalter Markt Edition der Beat-Night in Rindelbach, die am Freitag, 6. Januar, in der Kübelesbuckhalle veranstaltet wird. Am Samstag, 7. Januar, gibt es auch ein sportliches Event. Um 12 Uhr startet am Fuchseck der erste Ellwanger Kuttellauf. Abends folgt der grüne Ball der Landjugend in der Stadthalle. Am Sonntag, 8. Januar, findet in der Basilika Sankt Vitus die feierliche Reitermesse zu Ehren der Pferdeheiligen Eleusippus, Meleusippus und Speusippus statt, deren Reliquien bereits im 8. Jahrhundert nach Ellwangen gebracht worden sind.

Leckere saure Kutteln, hier präsentiert von der Ellwanger Trachtengruppe, gehören zum Fest einfach dazu. FOTO: HAFI
Leckere saure Kutteln, hier präsentiert von der Ellwanger Trachtengruppe, gehören zum Fest einfach dazu. FOTO: HAFI

Haupttag ist aber der Montag, an dem der Oberbürgermeister Vertreter aus Politik und Wirtschaft zum Frühschoppen mit dem traditionellen Kuttelessen einlädt. Da rücken alle zusammen und die Stimmung ist prächtig, besonders wenn das Stadtoberhaupt einen Pferdewitz zum Besten geben muss.

Die sauren Kutteln gehören zum Kalten Markt wie die Pferde. Wer sie nicht schätzt, tut sich schwer, sehr schwer. Weil aber Gruppenzwang und Traditionsbewusstsein keine andere Wahl erlauben, lassen sich die Besucher nicht lumpen und verzehren - wenigstens dieses eine Mal im Jahr - Kutteln. Dem Kuttelessen folgt ein weiterer Höhepunkt. Um 14 Uhr beginnt der eindrucksvolle Umzug der Pferde und Gespanne durch die Stadt, an dem über 300 Pferde teilnehmen. Er endet mit den Reden sowie der Ehrung der Siegerstuten und des Siegergespanns vor dem alten Rathaus, der heutigen Musikschule. Die Prämierung findet am Morgen auf dem Schießwasen statt.

Eine Hymne auf das Fest

Wer dann richtig in die Stimmung des Kalten Marktes eintauchen möchte, dem sei am Montagabend ein Besuch in einer Ellwanger Gaststätte empfohlen. Dort wird der Kalte Markt bis in die Morgenstunden hinein gefeiert, die Hymne "Hurra, hurra der Kalte Markt ist da" wird mal mehr, mal weniger melodiös geschmettert.

Der Kalte Markt ist zwar schon seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kein Markt mehr, bei dem Pferde verkauft werden, doch hat er seine Bedeutung für die Landwirtschaft nicht verloren. Dafür sorgen die Ausstellung "Haus, Garten, Landwirtschaft" und die "Ellwanger Technikmesse", die auf dem nahen Schießwasen vom jeweiligen Sonntag bis Mittwoch aufgebaut sind und die in den vergangenen Jahren auch für das Gewerbe an Bedeutung gewonnen haben. Hier ist auch das "Magische Dreieck" präsent, ein loser Verbund der Städte Crailsheim, Dinkelsbühl und Ellwangen, die seit Jahren eine landes- und landkreisübergreifende Zusammenarbeit pflegen.

Treffpunkt für alle

Sein Ende findet der Markt am Mittwoch mit seiner traditionellen Bauernkundgebung. Zu ihr lädt der Kreisbauernverband Ostalb-Heidenheim in die Stadthalle ein. Am Mittwoch, 11. Januar, spricht hier der Europaabgeordnete Norbert Lins. Derweilen ist die historische Altstadt bereits wieder Treffpunkt für Jung und Alt. Dort lädt der große Krämermarkt mit mehr als 300 Händlern zum Schauen und Kaufen ein, so dass kein Besucher den Heimweg vom Kalten Markt ohne "Souvenir" antreten muss.

Mehr Infos zum Kalten Markt in Ellwangen finden Sie unter www.ellwangen.de. HAFI

Das Programm zum Kalten Markt 2023

Freitag, 6. Januar, 20.30 Uhr: Beat-Night - Kalter Markt Kübelesbuckhalle Edition, Rindelbach

Samstag, 7. Januar, 12 Uhr, Fuchseck, erster Ellwanger Kuttellauf; 20 Uhr Stadthalle, Grüner Ball der Landjugend.

Samstag, 7. Januar, bis Sonntag, 22. Januar, "Augen-Blicke", Eine Ausstellung mit Arbeiten der Pferde- und Tiermalerin Iris Konle. Eröffnung, Samstag, 7. Januar, 18 Uhr, Palais Adelmann.

Sonntag, 8. Januar, 12.30 bis 17.30 Uhr, Verkaufsoffener Sonntag, Offroad-Ausstellung, Eisskulpturen, Foodtruck "Winter-Street-Food, 12.30 bis 17.30 Uhr, Fußgängerzone. Feierlicher Gottesdienst, 18 Uhr, Basilika Sankt Vitus.

Sonntag, 8., bis Mittwoch, 11. Januar, Ausstellung "Haus, Garten, Landwirtschaft", Ellwanger Technikmesse, Tiny-House-Ausstellung, "Mehrwert Landwirtschaft" - Aktionstage der heimischen Landwirtschaft. Beginn Sonntag, 8. Januar, 11 Uhr; Montag bis Mittwoch, 9 bis 18 Uhr, Schießwasen.

Montag, 9. Januar, Prämierung von Pferden und Pferdegespannen. Auftrieb 8 Uhr, Beginn 8.30 Uhr, Schießwasen. Festumzug der Reiter, Pferde und Pferdegespanne um 14 Uhr durch die Innenstadt, anschließend Ehrung vor der Musikschule.

Dienstag, 10. Januar, 10 bis 18 Uhr, Gesundheits- und Seniorentag, Schießwasen. Energieforum Ellwangen - ,,Energie neu Denken" um 19 Uhr in Halle D, Schießwasen.

Dienstag 10., bis Mittwoch, 11. Januar, Landwirtschaft - Pfleger der Kulturlandschaft - Aktion des Maschinenrings Ostalb e.V., 9 bis 18 Uhr, Schießwasen.

Mittwoch, 11. Januar, 8 bis 18 Uhr, Krämermarkt (Innenstadt) und Ökomarkt (Karl-Wöhr-Platz). Bauernkundgebung, 10.15 Uhr, Ellwanger Stadthalle, es spricht Norbert Lins MdEP zum Thema "Europäische Agrarpolitik - Auf was müssen sich die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter einstellen?

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