Josef Graf aus Immenhofen am Kalten Markt in Ellwangen: "Aufregendes und prägendes Erlebnis"

Josef Graf aus Immenhofen am Kalten Markt in Ellwangen: "Aufregendes und prägendes Erlebnis"

Der begeisterte Hobby-Reiter hat schon viele Reitturniere gewonnen und ist stolz auf die vielen prämierten Siegerstuten aus seinem Stall

Ellwangen
Josef Graf aus Immenhofen am Kalten Markt in Ellwangen: "Aufregendes und prägendes Erlebnis"

Versteht sich prächtig mit seinen Pferden: Josef Graf. FOTO: MAB

04.01.2023

Josef Graf aus Immenhofen ist der größte Fan des Kalten Marktes. Der begeisterte Hobby-Reiter hat schon viele Reitturniere gewonnen und ist stolz auf die vielen prämierten Siegerstuten aus seinem Stall.

WESTHAUSEN-IMMENHOFEN - Seit mehr als 70 Jahren schon besucht der passionierte Pferdenarr regelmäßig den Kalten Markt in Ellwangen. Zweimal ist der Kalte Markt coronabedingt ausgefallen, was Josef Graf schon sehr bedauert hat. ,,Man trifft doch so viele alte Bekannte auf dem Kalten Markt und kann an jeder Ecke ein Schwätzle halten", meint Graf. Das hat die letzten zwei Jahre schmerzlich gefehlt.

Mit zehn Jahren durfte der Immenhofener zum ersten Mal mit auf den Kalten Markt. ,,Das war für mich ein aufregendes und auch ein sehr prägendes Erlebnis, das mich bis heute nicht losgelassen hat", erinnert sich Josef Graf. Dabei wäre ihm sein erstes Mal auf dem Kalten Markt beinahe von seinem damaligen Schullehrer nicht gegönnt worden. Lernen geht nun mal vor Vergnügen, so die Meinung des Dorflehrers. Sein Vater konnte den Lehrer glücklicherweise davon überzeugen, dass der Kalte Markt alles andere als ein Vergnügen ist.

Das Pferd muss glänzen

,,Das ist harte Arbeit. Denn, bevor es überhaupt auf den Markt gehen kann, müssen die Pferde und Rindviecher fein herausgeputzt werden. Sonst kauft die ja keiner", so der Vater und Hofbesitzer. Neue Hufe anpassen, striegeln, führen lernen und wieder striegeln. Das ganze Pferd musste glänzen. Beim ersten Mal auf dem Kalten Markt ging es gleich mit sieben Pferden dahin. An diesem Tag lag viel Schnee und so wurden die Schlitten angespannt und los ging's über Dörfer und Weiler Richtung Ellwangen zum Ochsenwirt in die Stadt, wo der Vater von Josef Graf immer ein paar Boxen für die Pferde im Hof des Gastwirts reserviert hatte.

Bei der Ankunft mussten zuerst die Pferde versorgt und gestriegelt werden, bevor man sich selbst ins Vergnügen stürzen konnte. ,,Der Reiterball in der Turnhalle, der war schon was Besonderes. Da ging es immer erst um ein Uhr heim und übernachtet wurde im Stroh. Und morgens wurde man wieder zeitig geweckt, um die Pferde zu striegeln", erzählt Josef Graf.

Sein Vater war zu dieser Zeit Vorstand des Pferdezuchtvereins Aalen-Ellwangen und darüber hinaus auch Preisrichter. ,,Einen Vorteil hatte ich davon nie", betont Josef Graf. Sein Vater hatte es immer tunlichst vermieden, seinen Sohn bewerten zu müssen. Damals fand der Kalte Markt auf einer Freifläche statt, wo heute das Kino und der Netto-Markt stehen. Ende der 50er-Jahre wurde die Stutenprämierung dann auf den Schießwasen verlegt.

Erfolgreicher Reiter

Josef Graf ist das, was man einen richtigen Pferdeversteher nennt. Für einige Jahre begab er sich zur Ausbildung in das baden-württembergische Landesgestüt Marbach. ,,Dort habe ich großartige Erfahrungen mit Pferden gesammelt- und ordentlich Reiten gelernt", so Graf. Seine Ausbildung hat ihm später unter anderem zum württembergischen Meister im Vielseitigkeitsreiten verholfen. ,,Null Fehlerpunkte und die beste Zeit habe ich da gemacht. Und das unter 150 Teilnehmern. Mein Pferd, die Diana, und ich waren ein damals ein unschlagbares Supergespann", schwärmt Graf noch heute von dem Reitwettbewerb in Langenau und von seinem Pferd.

Emotionales Erlebnis

Nach dem Wettkampf hatte Josef Graf auch ein sehr emotionales Erlebnis. ,,Nach dem Turnier kam ein älterer Mann um die 80 auf mich zu und gratulierte mir zu meinem Sieg. Dabei übergab er mir einen besonderen Pokal, eine Pferdeskulptur, gegossen und geschmiedet aus Eisen. Datiert war die Skulptur auf 1866. Diesen Pokal, so berichtete er mir, sollte er an einen talentierten jungen Reiter weitergeben. Er selbst habe diesen vor vielen Jahren auch so bekommen, mit dem Versprechen ihn dann weiterzureichen. Nun liegt es an mir, diesen Pokal weiterzugeben. Noch warte ich auf den richtigen Augenblick", erzählt Josef Graf und betrachtet den Pokal mit viel Liebe und Respekt. Und da fällt ihm zum ersten Mal auch auf, dass es sich bei der Pferdeskulptur um einen Hengst handelt. MAB

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