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Auf der Suche nach dem Haus des Freundes

Jonathan Guggenberger ist bereits mit dem Aufbau seines künstlerischen Beitrages beschäftigt. FOTO: PM

Ehemalige Schüler der Jugendkunstschule ZEBRA Tuttlingen setzen ein Signal der Gegenwart und laden ein zur Spurensuche in den Welten der Kunst und Kulturen. Am Samstag, 12. Juni, eröffnet um 11 Uhr die Ausstellung „Wo ist das Haus meines Freundes?" in den Schaufensterflächen der Tuttlinger Innenstadt. Bis zum 7. Juli sind die Kunstwerke zu sehen.

TUTTLINGEN - Schon seit Wochenbeginn bauen die Künstler ihre Werke auf. Diese bleiben aber noch hinter weißen Papiervorhängen verborgen. Erst zu Ausstellungsbeginn am Samstag, 12. Juni, um 11 Uhr werden gleichzeitig alle Kunstwerke enthüllt. Die Ausstellung „Wo ist das Haus meines Freundes?“ der 27 ehemaligen Schüler der Jugendkunstschule ZEBRA in Tuttlingen ist dann bis zum 7. Juli zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der sowohl in den teilnehmenden Geschäften als auch samstags an den Kunststationen 1 und 2 erhältlich sein wird.

Der besondere Charakter der Ausstellung rührt daher, dass alle Mitwirkenden ihre künstlerische Energie seit der Jugendkunstschulzeit äußerst unterschiedlich zum Ausdruck bringen. Dieser individuelle Reichtum wird nun in den Schaufensterflächen der Tuttlinger Innenstadt sichtbar.

Das Titelthema "Wo ist das Haus meines Freundes?" ist einem Film entliehen, der aus dem Blickwinkel eines Kindes dessen Lebens-Erfahrungen erzählt. Der Bogen zur Jugendkunstschule ist leicht geschlagen, denn die dargestellten Erfahrungen, wie Spontaneität, Mut, Großzügigkeit, haben auch im Künstlerischen einen Stellenwert.

Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Jugendkunstschule ZEBRA in Tuttlingen schon. Einige Ehemalige erinnern sich an ihre Zeit an der Jugendkunstschule ZEBRA in Tuttlingen zurück und erzählen:

Steffen Breinlinger: "Sie bot mir den Freiraum, mich zu entfalten und auszudrücken, ohne Schranken, einzig limitiert durch die eigene Fantasie. Bis heute prägt mich die Jugendkunstschule in meiner Art und Weise, wie ich der Welt begegne: Sei es im Alltag oder bei den großen Entscheidungen im Leben."

Claudius Bieder: "Es war wichtig, dass wir eine Alternative zum Schulbildungssystem bekommen haben, zur Schule, wo es strenge Vorgaben gibt. Die Jugendkunstschule hat bei der Orientierung geholfen, weil man einen Raum hatte, der viele Möglichkeiten bot, die offengehalten wurden und weil niemand eine Forderung stellte."

Lea Zepf: "Das Gebäude war so angefüllt mit Leben, dass man selbst in stillen Momenten, wenn das Licht im ganzen Haus erloschen war und man die Tür hinter sich schloss, kurz bevor der letzte Bus nach Hause fuhr, dieses eigenartige Gefühl des sich Regenden nicht loswurde."

Jonathan Guggenberger ist vor einigen Tagen aus Berlin angereist und arbeitet an der Installation für einen Ausstellungsraum in der Fußgängerzone. Er sagt über seinen künstlerischen Beitrag: "Auf dem Weg zum Haus des Freundes muss ich wohl falsch abgebogen sein. Ich bin in einem dieser Häuser gelandet, hinter dem das Ich - vorausgesetzt es findet durch die Hintertür hinaus - mit dem Zaunpfahl winkt: "Hier wohnt der Freund ganz sicher nicht." Und vor lauter Unbehagen an den Dingen, ihrem verschlossenen Dasein hinter den Barrikaden des Wohnens und all dem, was nur als Phantom der Außenwelt in einen Zierrahmen gesetzt an den Wänden hängt, höre ich vielleicht nie auf, nach dem Haus des Freundes zu suchen. Die vor dem Schaufenster möglicherweise auch nicht." PM

Die teilnehmenden Künstler auf einen Blick

Ausstellungsbegleitende Aktionen:

"Unterwegs", eine Videoarbeit von Ines Fiegert im Scala-Foyer
19. Juni, 26. Juni, 3. Juli, jeweils ab 11 Uhr.
Katalogverkauf vor den Kunststationen 1 + 2
19. Juni, 26. Juni, 3. Juli, jeweils von 11 bis 15 Uhr.
Katalogverkauf in der Jugendkunstschule ZEBRA
zu deren Öffnungszeiten.

Die Teilnehmenden mit Adresse des Ausstellungsortes:
Anna Laura Bach, Müllermarkt, Bahnhofstr.3
Jakob Leander Bach, ARTconSUM, Oberamteistr.9
Steffen Breinlinger, Unverpackt, Donaustr.6
Dominikus Burger, La Musica, Donaustr. 2
Carolin Dieterich, Rathaus-Apotheke, Rathausstr. 2
Vroni Eichlinger, Pelzmodehaus Deisenroth, Königstr. 28
Verena Erfle, Kunststation 1, Honbergstr.3
Michael Ettwein, Scala Kino, In Wöhrden 1
Ines Fiegert, Foto Setzinger, Rathausstr. 8
Jonathan Guggenberger, Kunststation 2, Bahnhofstr.11
Katrin Hirner, Kreissparkasse Tuttlingen, Bahnhofstr.2
Pablo Koenig, Bettenhaus Manz, Schulstr. 12
Barbara Klinker, Kunststation 2, Bahnhofstr. 11
Frederik Kupferschmid, Hörhaus Ströbele, Bahnhofstr. 5
Valentin Giorgio Martin, Möbelhaus Heppeler, Untere Hauptstr. 1
Petra Metzger, Kunststation 1, Honbergstr. 3
Katrin Parotat, Kohler-Gehring, Bahnhofstr. 31
Sabrina Raatschen, VOM FASS, Königstr.1
Vinzenz Reck, Gränzbote, Jägerhofstr.4
Tabea Rutha, Raumausstatter Müller, Donaustr. 21
Lisa-Marie Schwarz, Wirkstoff, Bahnhofstr.8
Katharina Sum-Alfalah, BW Bank, Bahnhofstr.20
Stefanie Tapal-Mouzoun, Buch Greuter, Bahnhofstr.24
Ilona Teufel, Tuttlinger Wohnbau, In Wörden 2-4
Sebastian Weggler, Rathaus-Apotheke, Rathausstr.2
Julia Werwigk, Optik Stadler, Obere Hauptstr. 3
Lea Zepf, Stiefels Buchladen, Donaustr. 4