Bürgermeister Schulz wechselt den Job - Wohnraumsituation entspannt sich

Bürgermeister Schulz wechselt den Job - Wohnraumsituation entspannt sich

Bad Saulgau
Bürgermeister Schulz wechselt den Job - Wohnraumsituation entspannt sich

Bürgermeister Christoph Schulz vor dem Ostracher Rathaus: diese 16 Jahre währende „Ehe“ wird 2023 geschieden – Schulz nimmt eine neue Herausforderung an. FOTO: FREYDA

28.12.2022

Für den größten Paukenschlag 2022 in Ostrach sorgte der Bürgermeister: Es war komplett still im Gremium, als Christoph Schulz bei den Bekanntgaben am Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung im November sagte: „Also dann gibt es noch etwas zu meiner Person zu verkünden ...“ Schulz erklärte, 2023 nach dann 16 Jahren im Amt nicht mehr als Bürgermeister kandidieren zu wollen. Er werde ab September kommenden Jahres eine neue Herausforderung annehmen und als hauptberuflicher Geschäftsführer bei der Stiftung Pfrunger-Burgweiler Ried anfangen. So wird die Bürgermeisterwahl auch die Schlagzeilen 2023 bestimmen.

Was waren aus Ihrer Sicht die drei Highlights 2022 in Ostrach?

Christoph Schulz: Das Jahr 2022 hat in unserer Gemeinde an verschiedenen Stellen deutliche Spuren hinterlassen. Unübersehbar sind die privaten baulichen Entwicklungen in verschiedenen Teilorten, aber auch direkt im Ortskern in unmittelbarer Nähe des Rathauses.

Zunächst wären die großen Neubaugebiete in Burgweiler, Jettkofen und im Eschle Ostrach zu nennen, in denen in den letzten zwei Jahren zusammen rund 80 Bauplätze geplant, erschlossen, verkauft und mittlerweile weitestgehend bebaut wurden. In den letzten Wochen des Jahres haben wir im Gemeinderat nochmals die Weichen stellen können für weitere Neubaugebiete in Wangen, Levertsweiler und erneut in Burgweiler und im Waldblick Ostrach, sodass auch für die nächsten Jahre ausreichend Bauplätze für Einheimische und Auswärtige angeboten werden können.

An der Hauptstraße entstanden an der Ecke Pfullendorfer Straße und an der Kreuzung Hohenzollernstraße zwei großvolumige Mehrfamilienhäuser, die beide kurz vor dem Erstbezug stehen. Neben den dringend benötigten neuen Wohnungen zieht im Frühjahr 2023 damit auch das Bäckereicafé Mahl in Ostrach ein und schließt eine bisherige Lücke in der Grundversorgung. Gleichzeitig konnten damit auch zwei Baulücken geschlossen und die von der Gemeinde vor Jahren erworbenen und freigeräumten Grundstücke einer ortsbildprägenden, sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden.

Einen dritten Höhepunkt haben wir unserem Landkreis zu verdanken, der rechtzeitig zum Fahrplanwechsel im Dezember 22 die Regiobuslinie 800 an den Start brachte. Nun ist Ostrach mit den beiden Nachbarstädten Pfullendorf und Bad Saulgau, aber auch in Pfullendorf mit der Regiobuslinie Sigmaringen-Überlingen und in Bad Saulgau mit der Bahn nach Aulendorf im festen Stundentakt, das ganze Jahr über, auch am Wochenende und von frühmorgens bis spät in die Nacht hinein verbunden, ein Quantensprung im öffentlichen Personennahverkehr für unsere Gemeinde.

Unser Bürgerbusverein prüft aktuell eine eigene Verzahnung mit dieser neuen Regiobuslinie, um gegebenenfalls an einzelnen Tagen auch manche unserer Teilorte noch besser an dieses Angebot anbinden zu können.

Was werden aus Ihrer Sicht 2023 die wichtigsten Ereignisse in Ostrach sein?

Eine Zäsur ist sicherlich die Bürgermeisterwahl mit dem nun festgelegten ersten Wahlsonntag am 25. Juni 2023 und dem geplanten Amtsantritt meiner Nachfolge am 1. September 2023. Unserer Gemeinde steht sicherlich ein spannendes Wahljahr bevor. Ich lade die Bürgerschaft heute schon ein, sich aktiv an den dann angebotenen Veranstaltungen der Bewerber oder Bewerberinnen zu beteiligen und sich ein eigenes Bild zu machen. Hier kann jeder Einzelne durch seine Stimme direkt eine wichtige Weichenstellung für Ostrach aktiv selbst mit gestalten.

Das Jahr 2023 wird aber auch das Jahr sein, in dem der entgültige Startschuss für den Ausbau des Glasfasernetzes bis in jedes einzelne Haus in zahlreichen Teilorten und auch im Kernort selbst fällt. Die Gemeinde hat 2022 bei Land und Bund große Förderanträge gestellt und noch im alten Jahr Bewilligungen über Zuschüsse von über 15 Mio. Euro erhalten. Wir haben uns entschieden, diese Fördermittel an die OEW Breitband GmbH weiterzureichen und dieser den weiteren Ausbau und späteren Betrieb des Leitungsnetzes zu übergeben. Aktuell wird durch die OEW Breitband GmbH eine große Ausschreibung vorbereitet. Unsere Straßen und Gehwege werden dann zwar über mehrere Jahre mit vielen Baustellen beeinträchtigt sein, am Ende steht aber ein leistungsfähiges Hochgeschwindigkeitsnetz, egal ob für Internet, Telefonie oder TV.

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