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Stuttgart: Wegezeit-Geld kommt, so Andreas Harnack von IG BAU

Und um die Jobs auf dem Bau attraktiver zu machen, hat die Gewerkschaft für Bauarbeiter jetzt mehr Lohn und Extra-Geld für die Fahrten zu den Baustellen herausgeholt. Foto: IG BAU

Der Bau bleibt krisenfest – und wird zusätzliche Manpower brauchen: „Die Zahl der Bauarbeiter im Landkreis Ravensburg wird steigen. Für den Neubau von Wohnungen und vor allem auch für das klimaund seniorengerechte Sanieren wird jede Hand, die zupackt, gebraucht – und sie wird gut bezahlt“, sagt Andreas Harnack von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Der Regionalleiter der IG BAU Baden-Württemberg spricht von einer „Beschäftigungsoffensive“, die auf den Bau im Kreis Ravensburg zukomme. „Es wird höchste Zeit, deutlich zu machen, dass die Branche eine gute Jobperspektive bietet: Es lohnt sich, auf dem Bau zu arbeiten“, so Harnack. Dazu passe das Lohn-Plus, das die Gewerkschaft jetzt erreicht habe: 2 Prozent im ersten Schritt, danach 2,2 und dann noch einmal 2 Prozent – insgesamt also 6,2 Prozent in drei Stufen bis zum Frühjahr 2024. „Das ist wichtig, um die Arbeit attraktiver zu machen. Die erste Lohnerhöhung muss schon Anfang Dezember, wenn der November-Lohn kommt, auf dem Konto sein. Dazu kommen noch drei Einmalzahlungen von insgesamt 1350 Euro. Auch das Azubi-Portemonnaie wird dicker. Und zusätzlich gibt es jetzt zum ersten Mal eine generelle Entschädigung für die oft langen Fahrten zu den Baustellen: Das Wegezeit-Geld kommt. Der Start ist geschafft. Ab 2023 wird es dann in voller Höhe gezahlt“, so Harnack.

Für jeden Weg zur Baustelle bekommen Bauarbeiter künftig – je nach Fahrstrecke – zwischen sechs und acht Euro pro Tag zusätzlich, so die Gewerkschaft. „Das macht aufs Jahr gerechnet rund 1500 Euro netto mehr im Portemonnaie. Denn im Schnitt ist ein Bauarbeiter immerhin 64 Kilometer am Tag unterwegs, um morgens zur Baustelle zu kommen“, erklärt der Regionalleiter der IG BAU Baden-Württemberg. red