In der Region gibt es so viel zu entdecken

In Schloss Baldern ist die größte private Waffensammlung zu besichtigen. FOTO: HAFI

Lust auf Sommer? Auf Urlaub daheim? Mit dem Rad oder auf Schusters Rappen? Warum denn in die Ferne reisen, wenn das Gute liegt so nah? Diese uralte Spruch beweist sich immer wieder aufs Neue. Und in Zeiten von Corona im Besonderen. Man muss nur die Augen aufmachen und kann mit allen Sinnen spüren, dass es entschleunigend ist, hier bei uns im Ländle und im Ostalbkreis Urlaub zu machen. Weit weg von überfüllten Stränden, dafür sehr nah an der Natur. Und kulturell gibt es ebenfalls viel zu entdecken. Die Gastfreundlichkeit der Beherbergungsbetriebe hat Tradition und das zu vernünftigen Preisen.
   

OSTALBKREIS - Fangen wir einfach mit unserem Wald an. Baden-Württemberg und speziell der Ostalbkreis ist eines der waldreichsten Gebiete in Deutschland. Täglich besuchen Tausende Menschen den Wald im Ostalbkreis. Er bietet Ruhe, saubere, frische Luft und viel Raum für sportliche Betätigungen aller Art. Ein Aufenthalt im Wald hat positive Auswirkungen auf Körper und Geist. Bei einem Rundgang durch den Tannen-Mischwald im Schwäbisch Gmünder Taubental mit dem Erlebnis-Waldpfad Naturatum, einem Waldspaziergang durch die Buchenwälder bei Aalen zum Aussichtsturm Aalbäumle, einem Radausflug durch die Fichten-Mischwälder von Ellwangen nach Keuerstadt mit seiner Jahrhunderten alten Kapelle, einem Sonntagnachmittag mit den Kleinsten auf dem Waldspielplatz Egelsplatz am Sandberg bei Bopfingen, am Rande eines lichten Kiefern-Mischwaldes, kann man durchatmen und die Seele im Dom des Waldes baumeln lassen.
     

Ein warmer Sommertag und blauer Himmel. Das macht Lust auf den Sommer. In unserer Region finden wir eine große Anzahl von Badeseen mit sauberem Wasser, das zu einer kühlenden Erfrischung einlädt. Oft sind Grillstellen in der Nähe und man kann sein Grillgut auf den Rost legen und es sich am See schmecken lassen. Auch Baden gehen oder die Beine im Wasser baumeln lassen. Das hat was. Sich auf eine Decke legen und die Wolken am Himmel dahinziehen lassen, das ist Entspannung pur. Enten beobachten, die mit ihren Jungen ihre Bahnen ziehen oder wenn man Glück hat einen Eisvogel entdecken. So kann man leicht einen Urlaubstag verbringen, muss nicht weit mit dem Auto fahren oder sich auf verstopften Autobahnen rumärgern. Abends zum Abschluss noch ein gutes Gasthaus besuchen. Warum also in die Ferne schweifen?


Herrliche Gebäude laden zu einem Besuch ein


Darf´s ein bisschen Kultur sein? Da bietet der Ostalbkreis eine ganze Menge: Der Kreis verdankt die Vielfalt seiner Kultur- und Kunstlandschaft seinem kulturellen Reichtum. Ihren Beitrag im Jahreslauf leisten bedeutende Kulturevents, wie zum Beispiel das Festival der Europäischen Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd, die Jazz Lights in Oberkochen, die Lorcher Konzertreihen, die Sommeraktionen der Stadt Aalen, das Musikfestival in Ellwangen, der Gschwender Musikwinter, das Aalener Jazzfest und die Klosterkonzerte in Neresheim. Auch wenn durch Corona viele Veranstaltungen gar nicht oder nur in kleinem Rahmen stattfinden können und konnten: Wer die Augen offen hält findet immer etwas Kulturelles.
        

Alle Sehenswürdigkeiten im Ostalbkreis aufzuzählen, würde den Rahmen bei Weitem sprengen. Und so können wir hier nur ein paar Wenige vorstellen. Zum Beispiel das Ellwanger Schloss. Die ausgedehnte Schlossanlage geht auf eine mittelalterliche Burg zurück. Fürstpropst Johann Christoph von Westerstetten ließ 1603 bis 1608 die Anlage als Renaissance-Schloss umgestalten. Aus dieser Zeit stammt der schöne Arkaden-Innenhof, in dem im Sommer die Heimattage veranstaltet werden. Sehenswert sind im Schloss das 1726 vollendete Treppenhaus mit einer doppelläufigen Treppe, die Kapelle mit zahlreichen Elementen aus der Renaissance sowie der prunkvolle Thronsaal imSchlossmuseum.

Zu den Schätzen dieses Museums zählen zwei Barockkrippen, Ofenplatten aus der Wasseralfinger Gießerei, Werke des heimischen Malers Karl Stirner sowie wertvolle Fayencen, die in der nahen Schrezheimer Manufaktur hergestellt wurden.
           

Sehenswert ist auch die Abtei Kloster Neresheim. Die mittelalterliche Klosteranlage mit einer romanischen Basilika (Bauzeit 1126 bis 1190) befand sich südlich der heutigen Kirche. 1568/69 erfolgte der Anbau eines größeren Chors, 1695 eine Barockisierung. Baumeister der Konventgebäude war Michael Wiedemann aus Unterelchingen. Nach dem Abbruch des Vorgängerbaus wurde die heutige Abteikirche von 1747 bis 1792 nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut.

Auch die Kapfenburg ist einen Besuch wert. Sie liegt auf einer Bergnase des Albtraufs, 130 Meter über der Stadt Lauchheim. Nach dem Untergang der Staufer übernahmen die Grafen von Oettingen und ihre Lehnsherren, die Herren von Gromberg, einen Großteil der Ländereien um die Kapfenburg. 1364 erwarb das Deutschordenshaus Mergentheim das Schloss. Seit Oktober 1999 hat die Internationale Musikschulakademie-Kulturzentrum ihren Sitz in den Mauern der ehemaligen Deutschordensfeste.

Auch ein Besuch im Schloss Baldern lohnt sich. Das Schloss Baldern liegt auf einer isolierten Bergkuppe nordwestlich der Stadt Bopfingen, die dem Trauf der östlichen Schwäbischen Alb fast fünf Kilometer nördlich vorgelagert ist. Das Schloss befindet sich im Besitz des Fürstenhauses Oettingen- Wallerstein. Es beherbergt heute eine der größten privaten Waffensammlungen Deutschlands. Auch die Schönenberg- Kirche gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region. Sie wird als Wallfahrtskirche „Zu Unserer Lieben Frau“ bezeichnet, liegt auf dem 530 Meter hoch gelegenen Schönenberg nahe der Stadt Ellwangen und ist ein bedeutender Kirchenbau in der Region Ostwürttemberg. Besonders beeindruckend stechen im 49 Meter langen und 23 Meter breiten Kirchenschiff der Schönenbergkirche die Stuckierungen hervor.

Das Limesmuseum Aalen ist ein archäologisches Museum mit einer angeschlossenen Freilichtanlage. Das Museum ist ein Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und gleichzeitig das größte Museum an dem von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuften Obergermanisch-Raetischen Limes. Das Museum steht auf dem Gelände des größten römischen Reiterkastells nördlich der Alpen. Hariolf Fink