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„Hier vermischt sich ländliches Denken mit städtischem Handeln“


Bürgermeister Wolfgang Jautz FOTO: O.H.

Die Gemeinde Warthausen gehört mit rund 5 000 Einwohnern zu den größten Landgemeinden im Kreis Biberach. Im Interview erklärt Bürgermeister Wolfgang Jautz, was die Gemeinde so lebenswert macht.

Was macht Ihrer Meinung nach das Leben und Arbeiten in der Gemeinde Warthausen so attraktiv?

Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich wohlfühlen, damit unsere Gemeinde viel mehr ist als nur ein Ort zum Schlafen und Pendeln. Dafür steht ein schönes Ortsbild, das Angebot an Freizeitmöglichkeiten, das gastronomische Angebot und die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten. In unserem lebendigen Ort befinden sich alle nötigen Einrichtungen für den Alltag: Kitas und Schule, Ärzte, Banken, die Kirchen, Nahversorgung und Einzelhandel. Darüber hinaus machen die abwechslungsreiche Gastronomie und schöne Aufenthaltsplätze die Gemeinde attraktiv und lebenswert. [...]

Welche drei Alleinstellungsmerkmale zeichnen die Gemeinde Warthausen aus?

Ein zentraler Erfolgsfaktor jeder Gemeinde ist eine klare Standortpositionierung. In der Gemeinde vermischt sich ländliches Denken und Fühlen mit städtischem Handeln. Wir sind ein optimaler Siedlungsort mit einer sehr guten Infrastruktur. Ein Markenbildungsprozess hat es bisher leider mit der Bevölkerung nicht gegeben.

Wie wird die Stadtentwicklung derzeit in der Gemeinde vorangetrieben?

Seit mehreren Jahren werden innerorts die freien Flächen altersgerecht im Mehrgeschosswohnungsbau bebaut. Das ist vorbildlich. Schön ist, dass wir in den kommenden Jahren wieder Bauplätze in den Ortsteilen Birkenhard und Oberhöfen anbieten können. Was wichtig wäre, ist ein kleineres Gewerbegebiet zu erschließen. Interkommunal gilt es jetzt zügig das Industriegebiet Rißtal für große regionale Unternehmen umzusetzen.

Welche Auswirkungen hatte bzw. hat die Pandemie auf den Haushalt der Gemeinde? Gibt es Projekte, die dadurch vorerst nicht möglich sind?

Pandemiebedingt haben wir im Gemeindehaushalt auch spürbare Auswirkungen. Die finanzielle Lage der Gemeinde bleibt im zweiten Jahr der Corona-Krise schwierig. In einigen Bereichen verzeichnet die kommunale Kasse Ausfälle, wie bei der Gewerbesteuer und Vergnügungssteuer. Auch die Einkommenssteuer bleibt hinter der Vor-Corona-Zeit zurück. Nicht alle Einbußen werden von Bund und Land kompensiert. All das hat konkrete Folgen für die Ortsentwicklung und die freiwilligen Unterstützungsleistungen. Nicht zwingend notwendige Unterhaltungsmaßnahmen sowie Investitionen werden dadurch verschoben, so ist das Vorgehen von Verwaltung und Kommunalpolitik zu skizzieren.

Wo sollte man Ihrer Meinung nach auf jeden Fall hin, wenn man der Gemeinde Warthausen einen Besuch abstattet?

Jeder Besucher sollte unbedingt mit der historischen Öchsle-Bahn gefahren sein. Ein Rundgang durch die Ortsmitte bis hoch zum Schloss und einer anschließenden Einkehr in der örtlichen Gastronomie lohnt sich auf jeden Fall. In nahezu allen Ortsteilen gibt es schöne Aussichtspunkte ins Rißtal, in die schöne Naturlandschaft oder bei gutem Wetter eine Sicht bis zu den Alpen. (ne)