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Immer mehr Handwerksbetriebe bilden aus

 

Handwerksbetriebe suchen dringend Nachwuchs. FOTO: BÜTTNER

Noch haben Schulabgänger, aber auch Studienabbrecher, gute Chancen, ihren Traumberuf im Handwerk zu finden. In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Reutlingen werden derzeit noch ca. 1000 Ausbildungsplätze in 72 verschiedenen Berufen angeboten. „Wer als junger Mensch eine Berufsausbildung absolviert, hat als gut ausgebildete Fachkraft eine sehr gute Berufs- und Lebensperspektive“, macht Harald Herrmann, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, den Jugendlichen Mut, sich für das Handwerk zu entscheiden.

REGION - Nachwuchssorgen im Handwerk existieren eine Weile schon. Einerseits gibt es generell immer weniger Schulabgänger, andererseits erscheinen vielen jungen Leuten Handwerksberufe nicht mehr attraktiv genug. Neben dem demografischen Wandel hat auch die Corona-Krise die Ausbildungssituation in ganz Deutschland weiter verschärft. So bleiben seit Jahren viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Dabei sind Handwerker stark nachgefragt. Vorbei sind die Zeiten, als es vom Handwerk hieß, man mache sich die Finger schmutzig und den Rücken kaputt. In fast allen Bereichen des Handwerks hat Hightech und Digitalisierung Einzug gehalten.

Im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen mit seinen Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb ist die Ausbildungslage vergleichsweise gut. Bereits jetzt haben sich mehr Jugendliche als im vergangenen Jahr für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Ende Mai wurden 697 Ausbildungsverträge registriert – das sind 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Bau- und Ausbaugewerbe mit aktuell 197 neu eingetragenen Lehrverhältnissen ergibt sich daraus sogar ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch das Elektro- und Metallgewerbe konnte mit insgesamt 262 Verträgen um 9 Prozent zulegen und das Holzgewerbe verzeichnet mit aktuell 29 Neuverträgen ein Plus von sieben Prozent. Die meisten Lehrverträge wurden bisher in den Berufen Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (76), Zimmerer/ in (59), Kfz-Mechatroniker/in (55), Elektroniker/in (45), Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement und Mauer/in (41) sowie Friseur/in (39) abgeschlossen.

Um ihren Fachkräftebedarf zu decken, setzen Handwerksbetriebe weiterhin auf eine Ausbildung im eigenen Unternehmen – darunter auch immer mehr Betriebe, die noch nie ausgebildet haben. Tim Michelberger, Produktionsleiter und zukünftiger Ausbilder bei Fuchs-Treppen in Herbertingen, hat sich ebenfalls entschlossen, in diesem Jahr erstmals auszubilden und ist nun auf der Suche nach jungen motivierten Auszubildenden: „Auch in der Corona-Krise hat sich das Handwerk als krisensicher erwiesen. Und da wir nach wie vor eine konstant gute Auftragslage haben, hoffen wir auf einen Trend zurück zur Handwerksausbildung. Deswegen möchten wir zukünftige Fachkräfte nach unseren Vorgaben und Standards ausbilden und sie auch langfristig an den Betrieb binden. So können wir in Zukunft unseren Personalbedarf decken.“ Ausbilden möchte Tim Michelberger Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik. HWK/CSC

Infos

Infos zu Handwerksberufen, freien Lehrstellen und Praktika in der Region gibt es unter www.hwk-reutlingen.de/lehrstellensuche und in der App „Lehrstellenradar“.