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Handwerksbetriebe setzen immer mehr auf eigene Ausbildung

Die Ausbildung in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist bei jungen Leuten gefragt. FOTO: GEBERIT

Nachwuchssorgen im Handwerk existieren schon eine ganze Weile. Im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen mit seinen Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb ist die Ausbildungslage vergleichsweise gut. Bereits jetzt haben sich mehr Jugendliche als im vergangenen Jahr für eine Ausbildung im Handwerk entschieden.

REGION - Ende Mai wurden 697 Ausbildungsverträge registriert – das sind 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bau- und Ausbaugewerbe mit aktuell 197 neu eingetragenen Lehrverhältnissen ergibt sich daraus sogar ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch das Elektro- und Metallgewerbe konnte mit insgesamt 262 Verträgen um neun Prozent zulegen und das Holzgewerbe verzeichnet mit aktuell 29 Neuverträgen ein Plus von sieben Prozent. Die meisten Lehrverträge wurden bisher in den Berufen Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (76), Zimmerer (59), Kfz-Mechatroniker (55), Elektroniker (45), Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement und Mauer (41) sowie Friseur (39) abgeschlossen.

Peter Gross Bau

Um ihren Fachkräftebedarf zu decken, setzen Handwerksbetriebe weiterhin auf eine Ausbildung im eigenen Unternehmen – darunter auch immer mehr Betriebe, die noch nie ausgebildet haben. Tim Michelberger, Produktionsleiter und zukünftiger Ausbilder bei „Fuchs-Treppen“ in Herbertingen, hat sich ebenfalls entschlossen, in diesem Jahr erstmals auszubilden und ist nun auf der Suche nach jungen motivierten Auszubildenden: „Auch in der Corona-Krise hat sich das Handwerk als krisensicher erwiesen. Und da wir nach wie vor eine konstant gute Auftragslage haben, hoffen wir auf einen Trend zurück zur Handwerksausbildung. Deswegen möchten wir zukünftige Fachkräfte nach unseren Vorgaben und Standards ausbilden und sie auch langfristig an den Betrieb binden. So können wir in Zukunft unseren Personalbedarf decken.“ Ausbilden möchte Tim Michelberger Metallbauerinnen und Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik. HWK