Pfiffige Idee: „Schaufenster-Shopping“ in Bad Saulgau bringt neuen Schwung Image 1

Pfiffige Idee: „Schaufenster-Shopping“ in Bad Saulgau bringt neuen Schwung

Gemeinsam für eine Belebung der Innenstadt: (v.l.) Thomas Schäfers, Theresa Guth und Ilona Boos von der städtischen Wirtschaftsförderung stellen gemeinsam mit Baykal Ünal, Jürgen Burth und Daniel Geiger von der Fachgruppe Einzelhandel im UBS die gemeinsame Aktion „Schau rein, kauf ein!“ vor. FOTO: MULTER

Gewitzt muss man sein. Gemeinsam haben Stadtverwaltung und Einzelhändler aus Bad Saulgau die Aktion „Schaufenster-Shopping“ ins Leben gerufen. Das heißt: Innenstadtbesucher können ihren Schaufensterbummel mit einem Einkauf a là „Click & Collect“ verbinden; diese Möglichkeit lässt die „Notbremse“ dem nicht privilegierten Einzelhandel ja noch.

BAD SAULGAU - Wie die „Schwäbische Zeitung“ Bad Saulgau bereits berichtete, gehört die Aktion zu den vom Gemeinderat beschlossenen „Bausteinen zur Unterstützung von Handel und Gastronomie nach dem Lockdown“.

Auch in Bad Saulgau hat der Einzelhandel neben Corona noch einen zweiten gefährlichen Gegner, den Online-Handel nämlich. Allerdings kann der Einzelhandel mit einem Trumpf aufwarten, den das Internet nicht zu bieten hat, den Schaufensterbummel in einer attraktiven Innenstadt nämlich. „Die Leute sind auch vor den Beschränkungen schon zu uns gekommen und haben die schön dekorierten Schaufenster gelobt“, sagt Baykal Ünal, Vorsitzender der Fachgruppe Einzelhandel im Gewerbeverein „Unser Bad Saulgau“ (UBS).

„Schau rein. Kauf ein!“

Einzelhändler und Stadtverwaltung hätten dann im Zuge der städtischen Unterstützung des Einzelhandels Ideen gesammelt, welche „Bausteine“ zur Belebung der Innenstadt kurzfristig noch umgesetzt werden können, erläutert Thomas Schäfers von der Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung. Heraus kam die Aktion „Schaufenster-Shopping“. Den griffigen Slogan „Schau rein. Kauf ein!“ gibt’s gleich noch dazu.

Dabei spielen die Schaufenster in der Innenstadt die zentrale Rolle. An Nummern und an gut sichtbar angebrachten Aktionspostern sind die teilnehmenden Geschäfte zu erkennen. Die Kombinationen und Angebote in den Schaufenstern sind mit Nummern versehen. Kunden müssen sich nun einfach Nummer und Geschäft merken, die auf dem Poster genannten Kontaktdaten notieren und Kontakt aufnehmen. Der Artikel in der abgesprochenen Größe wird bereitgelegt und kann im Geschäft vor Ort abgeholt werden.

Nicht nur für UBS-Mitglieder

17 Einzelhandelsgeschäfte waren schon zum Start der Aktion dabei. Die Organisatoren von UBS und Wirtschaftsförderung gehen davon aus, dass es noch sehr viel mehr werden. Viele Einzelhändler würden erst einmal abwarten. Wichtig sei es, gestartet zu sein, damit andere sehen, wie die Aktion ankommt. Die Teilnahme ist im Übrigen nicht auf UBS-Mitglieder beschränkt. „Wir sammeln jetzt erst einmal Erfahrungen, es kann durchaus sein, dass wir im Lauf der Zeit noch einmal nachjustieren und das eine oder andere ergänzen werden“, sagt Baykal Ünal, auch um der Entwicklung bei den Pandemie-Beschränkungen Rechnung zu tragen.

Auch auf Social Media

Die Stadt hat Poster und Vorlagen für Anzeigen vom Grafikbüro Müller in Bad Saulgau gestalten lassen. Die teilnehmenden Geschäfte sollen sich möglichst einheitlich präsentieren können. Auch Vorlagen für das Bespielen von Social-Media-Kanälen wie Facebook oder WhatsApp werden den Geschäftsleuten zur Verfügung gestellt. „Wir möchten das Engagement der Einzelhändler im Bereich Social Media unterstützen“, sagt Ilona Boos von der Wirtschaftsförderung.

Zudem bietet die Stadt die Möglichkeit, einen Videoclip über das jeweilige Geschäft für die Präsentation auf diesen Internetkanälen drehen zu lassen.

Auch nach Corona

„Die Aktion ,Schau rein. Kauf ein!’ werden wir auch nach Corona weiterführen“, versichert Baykal Ünal.

Als Vertreter des Gewerbevereins „Unser Bad Saulgau“ unterstützt auch Jürgen Burth vom Kino Saulgau die Aktion. Einen direkten Nutzen hat der Kinobetreiber von dieser Aktion zwar nicht. Für Burth ist aber wichtig: „Wir müssen die Innenstadt beleben.“ Das ist gelebte Solidarität. RUDI MULTER/CSC