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Einfach das Leben hier genießen!

Neben der wunderschönen Klosteranlage gibt es laut Wolfgang Dangel noch einiges in Bad Schussenried zu sehen. FOTOS: STADT/PRIVAT

Hier lohnt sich immer ein Besuch! Denn im pittoresken Bad Schussenried, mitten im schönen Oberschwaben und nicht weit entfernt vom Bodensee gelegen, kommen Besucher nicht mehr so schnell aus dem Staunen heraus. Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Dangel klärt auf, was Gäste des Klosterstädtchens erwarten dürfen und verrät, wie sich die Zeit in Bad Schussenried am besten genießen lässt.

BAD SCHUSSENRIED

Herr Dangel, was macht denn Ihrer Meinung nach das Leben und Arbeiten in Bad Schussenried so attraktiv?

Bad Schussenried als Unterzentrum ist eine Einpendlerstadt mit vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten in Industrie, Handel, Gewerbe und im Dienstleistungsbereich. Wir haben mit den kirchlichen und städtischen Kindergärten, der privaten Kinderkrippe Zwergenhaus und dem Waldorf-Kindergarten eine gute Vielfalt im frühkindlichen Bildungsbereich und mit der Grund- und Werkrealschule, der Realschule und dem Progymnasium alle Schularten am Ort. Derzeit wird von der Stadt das Schulzentrum mit vielen Millionen Euro modernisiert und aufgewertet. Kurze Wege, Vertrautheit und ein soziales Miteinander sind neben guten Einkaufsmöglichkeiten und vielfältigen Kultur- und Sportangeboten in den Vereinen die Vorteile unserer kleinen Stadt.

Können Sie mir drei Alleinstellungsmerkmale nennen, die Bad Schussenried auszeichnen?

Erstens: Kürzlich ist Bad Schussenried zum 3. Mal mit dem Energy Award in Gold ausgezeichnet worden, eine europäische Prämierung für sparsamen Energieeinsatz und Klimaschutz. Das heißt, hier sind wir seit vielen Jahren Vorreiter und Vorbild für andere Kommunen. Wir haben unsere gesamte Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt und frühzeitig durch den Bau von Regenüberlaufbecken zum Hochwasserschutz unserer Stadt beigetragen.

Zweitens: Bad Schussenried ist Sportstadt. Mit dem hiesigen Rad- und Motorsportverein haben wir seit vielen Jahren Deutsche-, Europa- und Weltmeister in unseren Reihen oder ich erinnere nur an Rolf Gölz, den bekannten Radrennfahrer. Derzeit ist unsere 1. Tennismannschaft der Männer hervorragend und spielt in Deutschlands dritthöchster Klasse. Wir hoffen, dass wir bald mit der Sanierung der Sporthalle beginnen können, um vor allem für unsere Kinder und Jugendlichen bessere Sportmöglichkeiten zu schaffen.

Drittens: Bad Schussenried ist Mitglied im weltweiten Verband der lebenswerten Städte „Citta Slow“. Mit dem Kloster Schussenried, der schönsten Dorfkirche der Welt in Steinhausen, dem Bierkrugmuseum und dem Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach haben wir herausragende Kultureinrichtungen und Anziehungspunkte für einen sanften Tourismus. Neben den einladenden Lokalen und Cafés in der Kernstadt haben wir auch in unseren drei Ortsteilen Otterswang, Reichenbach und Steinhausen eine hervorragende Gastronomie. Ein Wirtshaus auf dem Dorf, das ist heut schon was Besonderes.

Bauplätze auf dem Land sind heiß begehrt. Wie ist die diesbezügliche Lage in Bad Schussenried?

Mit dem Martinsösch haben wir in Schussenried ein großes Baugebiet mit 70 Bauplätzen erschlossen, die gerade bebaut werden, wie man an den vielen Kränen sieht, die derzeit das Stadtbild beherrschen. In Reichenbach, Steinhausen und Hopferbach wollen wir kleinere Baugebiete ausweisen, damit diese Dörfer auch lebendig bleiben. Also sind wir in diesem Bereich ganz gut aufgestellt und werden mit Augenmaß und mit dem Blick auf den Landschaftsverbrauch vorrangig Nachverdichtungsmaßnahmen vorantreiben.

Zum Thema Stadtentwicklung: Derzeit soll ja zusammen mit dem Büro Citiplan ein städtebaulicher Rahmenplan erstellt werden, bei dem auch die Bürger miteinbezogen werden sollen. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge und welche Ziele hat sich die Stadt hierbei gesetzt?

Verwaltung und Gemeinderat haben gemeinsam mit dem Büro Citiplan aus Reutlingen den Entwurf eines städtebaulichen Rahmenplanes unter dem Motto „kompakt-grünvernetzt“ erstellt. Der städtische Rahmenplan stellt eine Leitlinie für Gemeinderat und Verwaltung dar für die Entwicklung der Stadt in den kommenden Jahren. Wohin soll die Reise gehen? Umsichtig und finanzpolitisch machbar wollen wir unsere Stadt in eine gute Zukunft führen. Verwaltung und Gemeinderat haben sich schon viele Gedanken über den Plan gemacht und jetzt sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt. In einer sogenannten „Bürgerwerkstatt“ können sie ihre Vorstellungen einbringen. Wir sind gespannt, wie die bereits vorliegenden Maßnahmen diskutiert werden und welche Anregungen und Kritikpunkte aus der Bürgerschaft kommen.

Apropos Bürger: Wie haben die Stadt Bad Schussenried und ihre Bevölkerung die Coronapandemie bisher erlebt und welche Auswirkungen hat die Krise auf Bad Schussenried?

Wie alle Städte und Gemeinden in unserer Region ist auch Bad Schussenried von der Pandemie hart getroffen worden, insbesondere die Bildungseinrichtungen, der Handel und das Gewerbe. Bereits beim ersten Lockdown musste das Humboldt-Institut Quarantäne-Maßnahmen durchführen und erst jetzt nach über einem Jahr können im Juli wieder ausländische Jugendliche nach Bad Schussenried kommen, um hier Deutsch zu lernen. Da freue ich mich sehr, dass dies wieder möglich ist. Gott sei Dank sind unsere großen Pflegeeinrichtungen (ZfP und Haus Regenta) von massenhaften Coronafällen verschont geblieben. Wir hoffen alle, dass die Schulen und Kindergärten jetzt offen bleiben können und bald ein normales Lernen wieder möglich ist. Ebenso hoffe ich für den Einzelhandel auf einen guten Sommer und klingende Kassen. Ein Lob möchte ich an dieser Stelle dem Ordnungsamt und der Polizei austeilen, dafür wie sie die Krise umsichtig gemanagt haben.

Ihr persönlicher Tipp an die Leser zum Abschluss: Wo sollte man Ihrer Meinung nach auf jeden Fall hin, wenn man Bad Schussenried besucht?

Bad Schussenried bietet für Jede und Jeden etwas, und dies das ganze Jahr über: von der Fasnet, dem Magnus-Heimatund Kinderfest bis zum Pferdemarkt mit Weihnachtsdorf. Spannend ist auch eine Zeitreise, die man in Schussenried machen kann. Beginn ist die Eiszeit mit Spuren der Rentierjäger an der Schussenquelle und dem archäologischen Geo-Pfad. Dann ein Sprung in die Barockzeit. Im Klosterbezirk mit dem herrlichen Bibliothekssaal, „der guten Stube Schussenrieds“ sowie den umliegenden Kirchen-Kleinoden kann man in die „gute alte Zeit“ eintauchen. Das Alltagsleben früher mit allen Facetten des Lebens, Wohnens und Arbeitens, kann man dann im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach in den vielfältigen Gebäuden aus sechs Jahrhunderten erspüren und erleben. Danach ein erfrischendes Bad im Zeller- oder Olzreuter See, und zum perfekten Abschluss eines erlebnisreichen Tages gehört natürlich das Einkehren in einem unserer guten Lokale. Einfach ausprobieren und das Leben genießen! (lile)