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Bingens Bürgermeister Jochen Fetzer: „Ein Dorfladen ist wichtig für eine Gemeinde“ – in Bingen gibt’s weiter einen

  

Simone Napierala hat zunächst als Verkäuferin im Binger Dorfladen gearbeitet und ihn, als ihre Ex-Chefin aufhörte, übernommen. FOTO: KEIPER

Bingens Bürgermeister Jochen Fetzer freut sich, dass der Dorfladen weitergeführt wird. Auch eine in Bingen beliebte Gaststätte hat wieder aufgemacht und trägt so zu einer besseren Infrastruktur bei. Auch einige größere Baumaßnahmen wurden dieses Jahr angeschoben.

Was waren aus Ihrer Sicht die drei Highlights 2021 in Bingen?

Jochen Fetzer:
Äußerst erfreulich ist der Erhalt bzw. der Ausbau unserer Infrastruktur. Nachdem sich im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten die Betreiber unseres Dorfladens entschieden haben, aufzuhören, konnte eine Nachfolge gefunden werden. Ein Dorfladen ist für eine Gemeinde wichtig, weshalb mich die Übernahme durch Simone Napierala sehr gefreut hat.

Auch das frühere „Fischle“, eine beliebte Gaststätte in Bingen hat wieder aufgemacht. Jürgen Werkmann und sein Team hatten Ende des Sommers einen erfolgreichen Start und dürfen sich seither über viele Gäste freuen.

Ein negatives Ereignis war der Tod meines Vorgängers und Ehrenbürgers Paul Mayer im Februar. Er hat viel für die Gemeinde getan – aufgrund der Coronabeschränkungen konnten wir dies bei der Bestattung in seiner Heimatgemeinde Gosheim leider nur durch eine kleine Abordnung zum Ausdruck bringen. Auch persönlich standen wir uns sehr nahe.

Was werden aus Ihrer Sicht 2022 die beiden wichtigsten Ereignisse in Bingen sein?

Derzeit läuft die Ausschreibungsphase für den Neubau unseres Rathauses. Für die wichtigsten Baugewerke sind mehrere Angebote eingegangen, die zum Glück nicht die exorbitante Preisentwicklung der vergangenen Monate widerspiegeln. Es sieht also sehr gut aus, so dass sich der Gemeinderat bald mit der Umsetzung beschäftigen wird. Mit diesem Neubau und der Folgemaßnahme des Abbruchs des bisherigen Amtsgebäudes wird sich das Gesicht der Binger Ortsmitte deutlich ändern.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses, dem Lammareal, gibt es ebenfalls Bewegung. Zwei private Neubauten (Einfamilienhäuser) stehen in den Startlöchern. Außerdem laufen für die große Restfläche vielversprechende Verhandlungen mit einem Investor, der Mehrfamilienhäuser plant. Näheres hierzu kann ich erst sagen, wenn die weiteren Schritte gegangen sind.
  

Bingens Bürgermeister Jochen Fetzer schiebt 2022 den Rathausneubau an. FOTO: RÖSCH
Bingens Bürgermeister Jochen Fetzer schiebt 2022 den Rathausneubau an. FOTO: RÖSCH

Corona hat uns zum Jahresende erneut im Griff. Müssen/mussten wieder Weihnachts- und Neujahrsaktionen ausfallen? Oder kann/konnte mehr stattfinden als vergangenes Jahr?

Schweren Herzens hat der Vorstand des Fördervereins Ruine Hornstein Mitte November den für das erste Dezemberwochenende geplanten Weihnachtsmarkt in der Ruine Hornstein abgesagt. Dies halte ich – angesichts der hohen Coronazahlen – für die absolut richtige Entscheidung. Wir können es uns nicht leisten, mit vermeintlichen Hotspots noch mehr Infizierte „zu produzieren“.

Was passiert nächstes Jahr mit der Fasnet, in welchem Umfang wird sie stattfinden können?

Aus heutiger Sicht sehe ich für eine Fasnet keine Chancen. Dazu müsste bei den Ungeimpften ein deutliches Umdenken passieren. Nur, wenn wir wirklich durchgeimpft sind, kann an solche Veranstaltungen wieder gedacht werden. Sonst werden wir aus der Corona-Dauerschleife so schnell nicht wieder rauskommen. Und auch, wenn man es mit bestimmten Auflagen durchführen könnte: Ein mulmiges Gefühl bleibt immer …